Obersteirer schießt mit Jagdgewehr durch Wand und verfehlt Nachbarn nur knapp

6. November 2012, 17:45
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Der offenbar verwirrte 63-Jährige will sich an nichts erinnern können

Trofaiach - In einem Mehrparteienhaus in Trofaiach (Bezirk Leoben) hat ein offenbar verwirrter Pensionist mit einem Jagdgewehr herumgeschossen. Zwei Projektile durchschlugen die Wand und zerstörten zwei Fernsehgeräte, eines schlug zehn Zentimeter neben dem Bett des schlafenden Nachbarn ein. Der 63-Jährige wurde vom Einsatzkommando Cobra festgenommen. Verletzt wurde niemand.

Der Nachbar hatte am Montag gegen 22.00 Uhr Alarm geschlagen: Er hatte schon geschlafen, als er durch Schüsse und herumfliegende Verputzteile geweckt wurde. Der 48-Jährige flüchtete zu seinem Vermieter, der die Polizei verständigte. Wie sich herausstellte, waren aus der Nebenwohnung zwei Projektile durch eine in Leichtbauweise errichtete, etwa 24 Zentimeter starke Trennwand in die Wohnung des Anzeigers eingedrungen.

Cobra mit Diensthundestreife im Einsatz

Weil den einschreitenden Beamten bekannt war, dass der Nachbar im Besitz mehrerer Schusswaffen ist, wurden das EKO Cobra Süd sowie eine Diensthundestreife zur Unterstützung angefordert. Diese Einheiten stürmten kurz nach Mitternacht die Wohnung des Pensionisten - dieser lag schlafend im Bett.

Der offensichtlich verwirrte Mann gab bei der Vernehmung an, für eine bevorstehende Jagd Waffen gereinigt zu haben. An eine Schussabgabe könne er sich nicht erinnern. Auch Alkohol und Medikamente könnten eine Rolle gespielt haben, so der ermittelnde Beamte. Der 63-Jährige wurde in spitalsärztliche Behandlung übergeben. Gegen ihn wurde ein Waffenverbot verhängt, Waffen und entsprechende Dokumente wurden ihm abgenommen.

Projektile untersucht

Wie die kriminaltechnische Auswertung ergab, war eines der abgefeuerten Projektile des Jagdgewehrs Kal. 7 x 64 durch die Wohnungswand gedrungen, hatte dann den Fernseher durchlagen und war dann in einem Fensterrahmen stecken geblieben.

Das zweite Projektil hatte zuerst das TV-Gerät des Pensionisten, dann die Wand zur Nachbarwohnung durchschlagen und war schließlich etwa zehn Zentimeter neben dem Bett des Nachbarn in der Wand stecken geblieben. (APA, 6.11.2012)

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