Zwei Männer und ein Baby sind eine Familie

6. November 2012, 16:13

Frankreichs Regierung will die Homoehe einführen und Adoption erlauben - Die katholische Kirche leistet erbitterten Widerstand

Paris - Die französische Regierung stellt am Mittwoch ein Gesetzesprojekt vor, das Lesben und Schwulen die Eheschließung und Adoptionen ermöglichen soll. Von einem gesellschaftlichen Konsens in dieser Frage kann keine Rede sein: 58 bis 61 Prozent der Bevölkerung sind für die Homoehe, beim Thema Adoptionsrecht ist es nur jede und jeder Zweite.

Kirche ortet "Irrtum"

Zu den erbittertsten Gegnern des Gleichstellungsprojekts gehört die katholische Kirche. Bei einer Bischofskonferenz im Wallfahrtsort Lourdes kritisierte Kardinal Andre Vingt-Trois die Pläne am Wochenende als "Irrtum", der die Fundamente der Gesellschaft ins Wanken bringen werde. Unter Verweis auf die "geschlechtsspezifische Realität menschlicher Existenz" rief er alle Christinnen und Christen auf, gegen die Einführung der Homoehe zu protestieren.

Mitglieder der lange von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy angeführten UMP-Partei haben angekündigt, die Homoehe wieder rückgängig zu machen, sollten sie wieder an die Macht kommen. Manche Bürgermeister aus dem bürgerlich-rechten Lager wollen Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare überhaupt ablehnen. Vor allem in kleinen Gemeinden übernehmen Bürgermeister oft den Job des Standesbeamten.

Proteste dürften wirkungslos bleiben

Dass die Proteste das Gesetzesprojekt stoppen können, gilt jedoch als ausgeschlossen: Die Reform war eines der Wahlversprechen von Präsident François Hollande. Ein Scheitern wäre ein Debakel für die junge Regierung.

Hollandes Sozialistische Partei (PS) hatte bereits Ende der 1990er-Jahre den "Solidaritätspakt Pacs" eingeführt. Homosexuellen-Verbänden ging diese "Quasi-Ehe" allerdings nie weit genug. Sie wollten nicht nur Steuervorteile, sondern eine Gleichstellung etwa im Erbrecht oder bei der Hinterbliebenenrente. "Das sollte die Gesellschaft nicht dramatisch ändern", sagte am Dienstag ein Befürworter der Homoehe in einer Radio-Diskussion. (APA/red, derStandard.at, 6.11.2012)

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"Unter Verweis auf die "geschlechtsspezifische Realität menschlicher Existenz" rief er alle Christinnen und Christen auf, gegen die Einführung der Homoehe zu protestieren."

menschliche Existenz ist nun abhängig von einem kleinen Prozentsatz an Lesben und Schwulen? ...

Aber prinzipiell: Ehe ist Ehe - egal in welcher Form und Kinder brauchen liebevolle Eltern. Wir sollten nicht an den alltertümlichen Elternbild (Vater Mutter Kind) hängenbleiben sondern der Zeit entsprechend denken!

Es ist doch wohl für jede Kinderseele besser in einen liebevollen Lesben-/Schwulenhaushalt zu leben, als in einem trostlosen Heim oder bei gewalttätigen Pflegeeltern die nur auf Geld aus sind?

klischees sind schon was schönes, gell?

Also, ich weiß nicht...

Homosexuelle Paare haben die gleiche Existenzberechtigung wie heterosexuelle Paare, was, meiner Meinung nach, natürlich auch die Möglichkeit der Ehe miteinbezieht!
Aber ein Kind adoptieren... Ich weiß nicht, inwieweit sich das auf den adoptierten Schützling auswirkt. Ob das gut ist, wenn das Zwergerl ausschließlich zwei Mamas/Papas als Eltern hat...? Ich tendiere zu "Nein".

Es gibt einen Kindeswunsch.

Er kann in Erfüllung gehen oder eben nicht.

Aber es gibt kein Recht auf ein Kind!

Aber es gibt kein Recht auf ein Kind!

aber es gibt hunderttausende elternlose kinder in heimen die es verdienen bei zwei menschen zu leben die sie lieben.

Diese Kinder haben ein Recht auf 2 Eltern - im Idealfall (!) sind das eben Mann & Frau.
Gerade Adoptivkindern sollte man dieses Ideal ermöglichen. Dh. nicht dass Homosexuelle automatisch schlechte Eltern sein würden, aber sie sind eben nicht Mann & Frau. Wir sind bipolare Wesen und für Kinder ist es nun einmal das Ideal wenn sie mit einer männlichen und einer weiblichen Bezugsperson in einem Haushalt leben.

ja genau, die katholische Kirche

die größten Teufel der Nation!

mal angenommen 2 frauen heiraten und sagen, sie wollen ein kind

per seitensprung wird eine der frauen geschwängert und bekommt ein kind.

bei heterosexuellen paaren ist ja immer die vermutung, das der lebenspartner der vater ist. biologisch gesehen geht das bei zwei frauen nicht, wäre dann rechtlich dennoch die zweite frau der... vater?

und wenn adoption nicht erlaubt ist, um die so erreichte konstellation zu verunmöglichen, dann müsste auch irgendein regulativ einschreiten und diese konstellation korrigieren. kommt dann das jugendamt und nimmt das kind weg?

ich denke, hier macht die kirche unnötig wind... aber natürlich, sie muss es tun.

"per seitensprung wird eine der frauen geschwängert und bekommt ein kind. "

Per Seitensprung? Bei Lesben?
Entweder die angesprochene Frau ist bi oder es war von beiden Frauen so geplant - zudem gibt's auch Samenbanken, die sich da als Möglichkeit offerieren.

"wäre dann rechtlich dennoch die zweite frau der... vater? "

Ageh, das ist jetzt schon etwas lächerlich, wie viele Familien gibt es, in denen die Vater- und Mutterrollen vertauscht sind ('weibischer' Mann und 'Mannsweib' (bitte nicht beleidigend auffassen)) und es keine klare Bilderbuchgeschlechterrollenverteilung gibt?
Muss man sich an Begriffe klammern wie Vater und Mutter oder geht es um eine liebevolle Familie, welche sich um den Nachwuchs kümmert?
Ist das nicht wichtiger?

ich wollte nicht auf die begriffsdefinitionen raus.

sondern darauf, das es einen weg gibt, diesen zustand legal zu erreichen (2 frauen in partnerschaft mit eigenen kindern) und ein anderer weg dennoch geschlossen gehalten wird (adoption, oder wie sie gerade ins spiel gebracht haben, samenspende).

ich meine, solange der eine weg offen und der andere geschlossen ist, passt was nicht. da aber auch niemand was unternimmt, wenn der offene weg genommen ist, ist das geschlossenhalten des anderen wegs rechtlich nicht haltbar...

faszinierend eigentlich, das es für diese feststellung gleich rot gibt. scheinbar sind a paar homophobe im forum unterwegs...

Ich glaub das liegt vielmehr daran, dass Ihr Kommentar selbst homophob wirkt, besonders die Passage "biologisch gesehen geht das bei zwei frauen nicht, wäre dann rechtlich dennoch die zweite frau der... vater? "

Auch wenn das nicht von Ihnen gewollt war.

Die zweite Frau wäre auch die Mutter.

Eheschliessung ja, Adoption nein, Punkt.

Warum?

Eheschliessung ja

Adoption auch.
Punktissime

nein, ist gegen die Kinderseele, und a-natürlich. Vergessens Sie´s

Nachweislich ist es für die Kinderseele nur wichtig, Liebende Eltern zu haben. Ob das zwei Männer, zwei Frauen, ein Mann und eine Frau oder zwei Männer und eine Frau .... Sind, ist der Kinderseele vollkommen egal.

tuns da bitte keine hobbypsychologischen Aussagen treffen, das ist Nonsens.

ist nachgewiesen, wissenschaftlich, also nix Hobby.

na dann, legen sie vor die "wissenschaftlichen" erkenntnisse!

http://de.wikipedia.org/wiki/Rege... genfamilie

Unten im wiki gibt es Links zu zahlreichen Studien, die das belegen.
Einfach mal lesen!

Wikipedia? Na dann!
(Sie sollten nicht alles glauben was dort drinnen steht - und ich weiß warum)

du sollst auch nicht den Artikel lesen, sondern die unten verlinkten Studien.

Warum ist ausgerechnet bei Fanatikern informieren so mühsam. Das ist auch eine Holschuld!

warum?

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