Förderungen: Jelinek hat "seit Jahrzehnten keinen Cent bekommen"

6. November 2012, 15:41

Autor Thomas Glavinic: Freiheitliche Kultursprecherin "soll ihre Tabletten nehmen"

Wien - "Ich habe seit einem Staatsstipendium vor Jahrzehnten keinen Cent an Förderungen vom österreichischen Staat bekommen (aber Hunderttausende an Steuern bezahlt). Das Forschungszentrum wird, soviel ich weiß, von der Uni Wien betrieben." So reagierte Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek Dienstagnachmittag auf Vorwürfe der freiheitlichen Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner, sie profitiere in einem "System aus Freunderlwirtschaft und Gewohnheitsrecht" von öffentlichen Förderungen.

Elfriede Jelinek sei "auch ein Name, der in jedem Kunstbericht zu finden ist", hatte es Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz geheißen. "Diese Speerspitze der linken Kulturelite in Österreich wird jedes Jahr in vielfältiger Art und Weise durch die öffentliche Hand unterstützt."

Im Kunstbericht 2011 finden sich tatsächlich Förderungen in der Gesamthöhe von 14.100 Euro, die mit dem Namen Elfriede Jelinek in Zusammenhang stehen - diese setzen sich jedoch aus einer Förderung für die "Jelinek Dialoge" des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums, Zuschüssen für die "Jelinek-Jahrbücher" des Praesens Verlages sowie aus Förderungen für Übersetzungen von vier Jelinek-Werken ins Rumänische, Portugiesische, Polnische und Tschechische zusammen.

Der scharf von Unterreiner angegriffene Autor Robert Menasse (bei dem offenbar von der Politikerin der Ankauf seines Vorlasses sowie Übersetzer-Unterstützungen als persönliche Förderungen gewertet wurden) wollte auf Anfragekeinen Kommentar abgeben, sein Kollege Thomas Glavinic reagierte lapidar: "Frau Unterreiner soll ihre Tabletten nehmen." (APA, 6.11.2012)

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System aus Freunderlwirtschaft und Gewohnheitsrecht, indeed

Und, wollen wir jetzt die Rechnungen für die Bleistiftspitzer im Büro der Nationalratsabgeordneten U. anfordern? Oder gleich einen Blick auf ihren Gehaltszettel und ihr Privilegien-Pensionskonto werfen? ... http://www.meineabgeordneten.at/Abgeordne... nterreiner

Bravo Thomas!

Ahja übrigens - komisch, dass sich diese Knallköpfe darüber gar nicht so aufregen:
http://www.stopptdierechten.at/2012/11/0... #more-4946

Ein Faktum hat Unterreiner eindrucksvollsvoll untermauert: Sie hat keine Ahnung vom Literatur- bzw. Kunst- oder Kulturarbeit. Ob da die Tabletten allein ausreichen, bezweifle ich jedenfalls. Pension wär' gscheider. Ist zwar auch dann quasi auf Staatskosten, aber das ist mir allemal lieber als ihre "lustigen" Wortspenden.

thomas glavinic bringt es schön auf den punkt.

dem ist nichts hinzuzufügen. danke!

(ich trau mich gar nicht zu fragen, aber was wäre für die dame denn wirklich unterstützenswert?)

Hab ich das richtig verstanden?

Während keine der von ihr genannten Personen öffentliche Förderungen erhält, bekommt die FPÖ-"Kultursprecherin" selbst allmonatlich von uns Steuerzahlern ein fettes Gehalt ausbezahlt. Und DAS ist ihre "Arbeit".

Elfriede Jelinek

recherchiert und schreibt, was ich weiß, am laufenden Band, ist ungeheuer produktiv, fleißig und anständig, wird am Burgtheater aufgeführt und braucht daher aus euren löchrigen, schlüpfrigen, schleimigen Hosentaschen keinen mickrigen Cent.

Jelinek hetzerisch zu bashen, ist ein alter Hut. Jörg Haider unseligen Andenkens sagte z.B.: "beißt in die Hand, die sie füttert".

Wäre das Kunst, oder Journalismus, wäre das anders?

Was den Glavinic betrifft, werden wohl ein, zwei Tausend Euro Reiseförderung/Kunst- = INVESTITION für einen bereits erfolgreichen Schriftsteller noch drinnen sein.

so unsagbar dumm, diese dame. leider muß man sich als akademiker immer wieder für solche geistigen tiefwurzler genieren.

Sie meinen vermutlich Flachwurzler.

http://www.ots.at/presseaus... s-glavinic

sie braucht auf jeden Fall dringend andere Tabletten ... :S bistudeppert, und sowas darf in die Politik. Und sich beim Staat schadlos halten.

Unwahrheiten verbreiten ...

... damit diese der anständige und fleißige Österreicher beim Wirt ums Eck (oder im Viola-Pub)seinen Freunden weiter erzählen kann ... ehe sie spontan empört den Dolferl grüßen, die "Wacht am Rhein" singen und frustriert nach Hause torkeln, um ihre Frauen zu verprügeln.

ich glaub, die nimmt ihre Tabletten eh fleißig

Die FPÖ...

erachtet wohl nur die Kastelruther Spatzen und den Musikantenstadel als förderungswürdig ;)

Oxymoron...

Dass es sowas bei den Freiheitlichen überhaupt gibt...
Aber Kultur ist wohl ein sehr dehnbarer Begriff

Oxymoron, oder bloß ein Missverständnis?

"FPÖ-Kultursprecherin" ist in der Tat eine skurille Wortfolge, ich kann sie mir eigentlich nur so erklären:

Es gibt nun einmal - schwer zu verstehen, aber Tatsache - einen gewissen Prozentsatz von Leuten, die treiben eine Art HC Strache- oder "FPÖ-Kult".
Deren Ursprecherin ist offenbar Fräulein Heidemarie.
Daher ihre Berufsbezeichnung FPÖ-Kult-Ursprecherin.

Soll sein, wir sind eine freie Gesellschaft, Gottseidank.
Und schönen Kulturlaub in Österreich!

Huuuuu! Die Unterreiner wird Kulturministerin in der nächsten Regierung!

Die Jelinek und die anderen Anpatzer werden sofort ausgebürgert!

Apropos Förderungen:
Die FP hat 2010 mit Steuergeldern(200.000-300.000€, Gelder für Bildungsarbeit der FPÖ-Parteiakademie) einen ausländerfeindlichen Hass-Comic -in denen NS-Anspielungen zu finden sind- zu Wahlkampfzwecken erstellen und an alle Haushalte versenden lassen, welcher offiziell als Missbrauch von Steuergeldern anzusehen ist.(Scharsach)
Vllt. sollte Fr .Unterreiner, die seit 08 "angelobt und als Bereichssprecherin des FPÖ-Parlamentsklubs die Agenden Gleichbehandlung, Kultur und Menschenrechte" tätig ist, nicht nur Ihre Tabletten nehmen, sondern ev die Dosis neu einstellen lassen.

vielleicht sollte sie es mal mit einer überdosis versuchen...

hat ja schon öfter gewirkt...

was sagen die rechten künstler in unserem land dazu - hallo?? gibt's da welche?

Neidkomplex? Keiner von denen hat das drauf.

oh glauben Sie mir,

auch ich hoffe, dass keine erwähnenswerten "rechten künstler" in Ö existieren!

Herbert Kickl, neben seiner Tätigkeit als Generalsekretär, fungiert er noch als Poet und Lyriker, zeichnete sich vor allem für seine viel geachteten Reime wie "Daham statt Islam" aus.

Leidige Diskussion

Wenn mir Kultur etwas wert ist, muss ich sie unterstützen. Aber die blauen haben da wahrscheinlich einen anderen Ansatz; oder ein anderes Verständnis von Kultur. Die Blasmusik im Dorf und der Wagner in Bayreuth müssten da wohl reichen. Nichts gegen Blasmusik oder Wagner - aber es gibt halt sonst auch noch was...
Was aber sicher mal diskutiert gehört, ist die Förderpraxis. War/bin selber in diesem Bereich aktiv, daher weiß ich, wie schwierig es ist, an (größere Summen) öffentlichen Geldes zu kommen und ich weiß auch, wie leicht sich offenbar andere Player tun, denn die Summen sind ja einsichtig. Da stellt sich mir die Frage nach der Berechtigung.

Ein HC Strache, ein Graf, ein Gudenus, ein Vilimsky, eine Rosenkranz werden auch durch Steuergelder finanziert. Außerdem, was hat die FPÖ mit Literatur zu tun?

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