ORF-Radioredakteure protestieren gegen Postenbesetzung: "Wir gehören gehört!"

6. November 2012, 14:25

"Was hier der Hörfunkdirektor will, das wollen die Redakteurinnen und Redakteure nicht, auch nicht der Chefredakteur" - Wrabetz weist auf "korrektes Vorgehen" hin - Rede vor dem Funkhaus im Wortlaut

Am Dienstag taten rund 130 ORF-Radioredakteure vor dem Funkhaus ihren Unmut gegen die geplante Besetzung des neuen Radio-Innenpolitikchefs kund. Wie berichtet wünscht sich ORF-Radiochef Amon Edgar Weinzettl als Innenpolitikchef.

Protest mit gelben Schals

Die ORF-Journalisten waren bei ihrem Protest in der Mittagspause mit gelben Schals bekleidet. Sie wollten damit einerseits ihre politische Unabhängigkeit demonstrieren und sich mit einer Farbe kennzeichnen, die im politischen System Österreichs nicht besetzt ist, und sie zeigten zugleich ihre Unterstützung für Radio-Chefredakteur Aigelsreiter, dessen modisches Markenzeichen ein Schal ist.

Misstrauen

"Wir sind misstrauisch, wenn Personalfragen mit sogenannten Hearings begründet werden, die dann genau das Ergebnis bringen, das schon vorher in der Zeitung stand", heißt es in der Rede von Sprecher Peter Daser. Und weiter: "Wir protestieren gegen die Pläne des Hörfunkdirektors mit der Radio-Innenpolitik. Was hier der Hörfunkdirektor will, das wollen die Redakteurinnen und Redakteure nicht, auch nicht der Chefredakteur."

Hier die Rede von Sprecher Peter Daser im Wortlaut:

"Die Redakteurinnen und Redakteure der Radio-Information wollen gehört werden. 

Wir wollen gehört werden, denn wir sind misstrauisch: 

Wir sind misstrauisch, wenn umstrittene Entscheidungen ausgerechnet vor Feiertagen und vor langen Wochenenden bekanntgemacht werden.
Wir sind misstrauisch, wenn Personalfragen mit sogenannten Hearings begründet werden, die dann genau das Ergebnis bringen, das schon vorher in der Zeitung stand.
Wir sind misstrauisch, wenn die Geschäftsführung bis in die kleinste Redaktionseinheit mitbestimmen will, dort, wo die Interviews und die Beiträge gemacht werden.
Misstrauen ist keine gute Arbeitsgrundlage, Misstrauen schadet unserer Glaubwürdigkeit. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk braucht Glaubwürdigkeit.

Wir protestieren gegen die Pläne des Hörfunkdirektors mit der Radio-Innenpolitik. Was hier der Hörfunkdirektor will, das wollen die Redakteurinnen und Redakteure nicht, auch nicht der Chefredakteur.

Wir erinnern an die Worte des Generaldirektors: der hat ein Votum unserer Kollegen von der Fernsehinformation, als es dort um einen wichtigen Posten ging, als klares Signal bezeichnet. Als klares Signal, dass damit auch nach Meinung der Redaktion der Weg der Unabhängigkeit und der Professionalität des Journalismus im ORF konsequent fortgesetzt wird. Das muss auch für das Radio gelten. Und nicht nur für einen Leitungsposten, sondern für alle. Das ORF-Gesetz sieht ein Mitwirkungsrecht der Redaktionen an personellen Entscheidungen vor.

Wir fordern, dass dieses Mitwirkungsrecht durchgesetzt wird!
Wir fordern, dass Posten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nachvollziehbar und transparent vergeben werden!
Wir fordern, dass der Gesetzgeber einen Rahmen schafft, der die Unabhängigkeit der Redaktionen und des ganzen ORF stärkt!

Denn wir Journalistinnen und Journalisten sind unseren Hörerinnen und Hörern verpflichtet. Und wir werden weiterhin kämpfen gegen jede Gefährdung der Glaubwürdigkeit und der Unabhängigkeit des ORF. Das ist wichtig für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, das ist wichtig für die Demokratie. Wir gehören gehört!"

Wrabetz: Korrektes Vorgehen

ORF-General Alexander Wrabetz appellierte unterdessen im ORF-Publikumsrat, Punzierungen zu unterlassen und sprach sich für einer Versachlichung der Diskussion aus. Er wies auf das korrekte Vorgehen in der Causa hin: die Innenpolitik-Leitung sei ausgeschrieben, Hearings durchgeführt worden. Auf Basis des Vorschlags von Radiodirektor Karl Amon und der Abstimmung der Redakteursversammlung werde es noch ein Gespräch mit Redakteursvertretern geben, danach die Entscheidung, so Wrabetz. Kenner des ORF-Chefs rechnen damit, dass dieser dem Amon-Vorschlag folgen und Edgar Weinzettl zum Radio-Innenpolitik-Chef bestellen wird.

"Es ist bedauerlich, dass das nicht eine Frage der internen Diskussion, sondern eine starke externe Debatte ist. Es wurden teilweise auch Worte gewählt, die in keiner Weise dem Sachverhalt entsprechen. Ich kann nur hoffen, dass wir zu vernünftigen Gesprächen und einer sachlichen Entscheidung zurückkommen. Alle Kandidaten sind langjährige ORF-Mitarbeiter mit hoher Reputation und ausgewiesen unabhängig", hielt sich Wrabetz in der Causa gegenüber Publikumsräten aber bedeckt. (red/APA, derStandard.at, 6.11.2012)

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gelbe Schals...

da wird sich der Vatikan aber freuen.
Und so ist auch der Stil.

Ojeojeh!

Uiii! Wenn man die Postings hier liest: was für ein Wehklagen um eine leider wieder einmal daneben gehende Postenpackelei beim ORF!

Sagt mal: wieviele Nicks hat den der Nico hier??!!

so kann das nichts werden

lauter wortwiederholungen

wir sind...
wir fordern...
wir protestieren...

schaut ganz schlecht aus

interessant, dass man von der selbsternannten journalistenelite rot zugestricherlt wird, wenn man einen fairen umgang mit einem ihrer kollegen fordert. nur zur klarstellung: ich als entscheidungsträger würde mich für den jölli entscheiden. aber ich würde der wildgewordenen horde auch mal ordentlich die meinung sagen, dass dieser stil nichts mit der oft zitierten ö1-qualität zu tun hat. und jeder von ihnen sollte wissen, dass sich ein guter journalist sehr rasch in ein thema einarbeiten kann. die ö-ipo ist durchaus durchschaubar... ein bsp. von vielen: jölli - kommt auch aus dem wiener landesstudio. und: ein chefredakteur, der genau weiß, warum er sitzt, wo er sitzt, sollte sich mit politischen punzierungen sehr zurückhalten...

aber die hörer gehörten auch gehört

was die berichterstattung anlangt:
weniger halbwahrheiten
weniger schlagworte
mehr fakten
weniger persönliche gefühle
weniger povinziell
mehr kontrovers
weniger stur bei eigenen fehlern
weniger eingebildet

Ö1 gehört entstaubt

Die Ö1-RedakteurInnen sind überzeugt dass sie die Wahrheit gepachtet haben.
Es gibt einen zu großen Spagat über die Zielgruppen und daher ist ÖS über weite Strecken unhörbar.
Daher denke ich macht folgender Ansatz Sinn:
1. Unterstützung für DAB und Aufsplittung in Themensender (Klassik-Neue Musik-Information/Features), Religion sollen die Kirchen betreiben, das muss rausfliegen.
2. in der Übergangszeit Aufsplittung in On-Line Themensender mit o.h. Fokus.

"Kommt ein bisschen spät, diese Demo von Ö1 gegen die Knackal!"

Ö1 ist und bleibt der beste deutschsprachige sender. ich ziehe meinen hut vor den mitarbeitern, u.a. den freien, die um wenig geld beste reportagen produzieren. und peter daser ist sowieso seit dem dörfler interview mein hero.

geh bitte.

sie sitzen doch am internet - hören sie mal die deutschen kultursender durch. der wortanteil beträgt dort ein vielfaches, bei gleichbleibenden und höherem inveau.

besser als den hut vor den obszön niedrig bezahlten freien mitarbeitern zu ziehen ...

... wäre druck auf die verantwortlichen zu machen, diesen zustand zu ändern.
diese zustände sind mit dem gebührenprivilieg des orf nicht vereinbar.

das habe ich nicht geschrieben. ich meinte, dass trotz niedrigster bezahlung qualitativ hochwertiges entstehen kann. dass die bezahlung eine frechheit ist, dem ist nur zuzustimmen. meinen hut zog ich vor besagtem interview.

Hier das Video von der Aktion!

http://youtu.be/JGD-FFs7hc8

bis zum wort "glaubwürdigkeit" hab ichs geschafft....

das anliegen dieser personen in allen ehren, aber sie arbeiten im geschützten, steuergeldfinanzierten bereich und leben davon desinformation unkritisch zu verbreiten - ich zahl eh keine gebühren, aber würd ich sie zahlen würd ich mich wohl ärgern, über den müll den sie mir auf meine kosten tagtäglich in die hirnwindungen schütten...

ein tip: für kritischen, investigativen journalismus und neutrale informationen werden die menschen auch bereit sein zu bezahlen - für desinformation aus dem informationsmonopol, der man nichtmal auskommt wenn man es wirklich versucht eher nicht - das ist inflationierte ware die ich an jedem eck bekomme....

aber sie arbeiten im geschützten, steuergeldfinanzierten bereich

steuergeldfinanziert? soviel ich weiß, gibt's die GIS, die von hörern und sehern gebühren einzieht, aus denen sich der ORF finanzieren muss. dazu kommt noch die werbung. wann flossen steuergelder? artikel mitsamt quelle bei der hand?

Laut EU Definition/Gesetzen sind Gebühren Steuern

sehen sie
http://www.youtube.com/watch?v=Z1DJCUZDIvY
und sie wissen wer aller Gebühren und Steuergelder verschwendet, mit welchen Mitteln ORF Postenbesetzungen von Personen (Wrabetz 2006) der sich 12 Tagen nach der Gesetzlichen Bewerbungsfrist (28.7.2006) von 4 Wochen beworben hat (10.8.2006), 2011 belohnt wurde. Nur ein Stiftungsrat (Vorsitzende) hat einen Kandidaten nominiert: Wrabetz. Noch nie stand nur ein Kandidat zur Wahl, seit 2001 wurde immer wider ORF Gesetz nachnominiert, nur 2011 nicht weil der Bewerber und Interviewer dies beeinsprucht hätte, weil ORF Gesetzesbruch. Auch freie Pressegeförderte Medien dürfen nicht berichten-ebenfalls Steuergelder, auch nicht KOA/BKS - http://www.bundeskanzleramt.at/DocView.a... obId=49083

Laut EU Definition/Gesetzen sind Gebühren Steuern

sehen sie
http://www.youtube.com/watch?v=Z1DJCUZDIvY
und sie wissen wer aller Gebühren und Steuergelder verschwendet, mit welchen Mitteln ORF Postenbesetzungen von Personen (Wrabetz 2006) der sich 12 Tagen nach der Gesetzlichen Bewerbungsfrist (28.7.2006) von 4 Wochen beworben hat (10.8.2006), 2011 belohnt wurde. Nur ein Stiftungsrat (Vorsitzende) hat einen Kandidaten nominiert: Wrabetz. Noch nie stand nur ein Kandidat zur Wahl, seit 2001 wurde immer wider ORF Gesetz nachnominiert, nur 2011 nicht weil der Bewerber und Interviewer dies beeinsprucht hätte, weil ORF Gesetzesbruch. Auch freie Pressegeförderte Medien dürfen nicht berichten-ebenfalls Steuergelder, auch nicht KOA/BKS - http://www.bundeskanzleramt.at/DocView.a... obId=49083

jaja natürlich

du beurteilst "information" und "desinformation" offensichtlich auch nur danach, ob das gesagte deinen vorurteilen entspricht. hast du für irgendeine deiner sudereien auch nur den hauch einer argumentation?

ja, die argumente lauten:

apa/dpa/reuters/murdoch.....

genormte, gleichgeschaltete und konzerngesponserte desinformation, einheitsmeinungen, extrem manipulative verwendung der sprache, aufbau von feindbildern, absolute einseitigkeit........

Ich mutmasze, higgs meint vor allem ORF 1 und 2, und da kann man ihm nur zustimmen.

"entschieden, keine kollegen öffentlich schlecht zu machen": diese einsicht kommt ein bisschen spät, herr redakteurssprecher.

Glaubwürdig?

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wem ich hier vertrauen soll: Wird wieder einmal eine Postenvergabe politisch vorgenommen? (so, wie die Redakteure behaupten) - oder - versucht eine privilegierte Berufsgruppe in einem privilegierten Unternehmen ihre Interessen durchzusetzen? Dazu eine Kontrollfrage: Wer sind die Redakteure, die hier protestieren und wer von ihnen stammt in direkter Linie von (ehemaligen) ORF MitarbeiterInnen ab - "Erbfolge" ist neben politischer Intervention der zweite "Arbeitsmarktmechanismus" im ORF. Daher interessieren die Fakten!

was ist eine "privilegierte Berufsgruppe"? und wie kommen Sie dazu, blödsinnige Behauptungen aufzustellen und im selben Atemzug "Fakten" einzufordern?

Wer solche "Kollegen" hat, braucht keine Feinde mehr. Nur weil der Vorschlag für den IPO-Chef - noch nicht mal die Entscheidung(!!) - den Damen und Herren nicht gefällt, wird ein langjähriger ORF-Kollege durch die mediale Hölle geschickt, politisch punziert und öffentlich als "nicht kompetent" denunziert. Da möchte man eigentlich kotzen. Wo bleibt denn da der berühmte Betriebsrat? Ahja, da geht es ja nicht um persönliche Vorteile...

In erster Linie wird hier die Qualifikation in Zweifel gezogen. Wie erklären Sie, dass ein Stadtreporter so ganz urplötzlich für qualifiziert genug erachtet wird, um die gesamte Innenpolitik-Berichterstattung der ORF-Radioflotte zu leiten?

"ein stadtreporter"

... und wieder ist's passiert. immerhin ist er stv. chefredakteur im landesstudio wien. andere fallen von ähnlichen positionen in die kaufmännische direktion.

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