Nike verkauft offenbar Cole Haan

6. November 2012, 14:21
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Insider: Nike-Tochter bringt rund 500 Miillionen Dollar ein

New York/München - Nach der Trennung von der Fußball-Marke Umbro steht Nike vor dem nächsten Verkauf einer größeren Sparte. Die Bekleidungsfirma Cole Haan wird demnächst an die Investorengruppe Apax Partners gehen, wie drei Insider sagten. Damit wäre der Umbau des weltgrößten Sportartikel-Herstellers zunächst abgeschlossen und Nike hätte mit Cole Haan und Umbro mehr als 700 Mio. Dollar (547,9 Mio. Euro) eingenommen. Der Adidas-Erzrivale will sich künftig neben der eigenen Kernmarke noch auf die Sparten Jordan, Converse und Hurley konzentrieren.

Der Verkauf von Cole Haan sei in den finalen Verhandlungen, sagten die mit der Transaktion vertrauten Personen am Montag. Der Deal dürfte Nike rund 500 Mio. Dollar in die Kasse spülen. Es wäre für die Amerikaner aus dem Bundesstaat Oregon ein sehr lukratives Geschäft: Denn Nike hatte Cole Haan vor 24 Jahren für nur 80 Mio. Dollar erworben.

Die britische Apax habe in der laufenden Auktion andere Investoren wie TPG Capital Management und Berkshire Partners ausgestochen, hieß es weiter. Cole Haan wurde 1928 gegründet und ist in den USA stark vertreten. Das Unternehmen verkauft Lederschuhe und Handtaschen. Apax holt sich den Insidern zufolge Hilfe vom ehemaligen Converse-Chef Jack Boys, der Cole Haan nach der Übernahme führen soll.

Verkauf und Übernahme

Die Unternehmen wollten sich nicht zu den Informationen äußern oder waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Nike hatte erst vor wenigen Wochen Umbro an den US-Mischkonzern Iconix abgegeben und damit 225 Mio. Dollar eingenommen. Umbro ist unter anderem als Trikot-Ausrüster der Fußball-Nationalmannschaften von England, Irland und Schweden bekannt.

Apax tummelt sich immer wieder in der Textilbranche. In Deutschland hat der Investor den Mode-Diskonter Takko für knapp 1,7 Mrd. Dollar übernommen. Auch die weltweit bekannte Marke Tommy Hilfiger gehörte früher zu dem Finanzinvestor.

Für Nike bedeuten die Verkäufe zusätzliche Einnahmen in einem schwieriger werdenden Marktumfeld. Der Quartalsgewinn war zuletzt deutlich gesunken, auch die Marge fällt. Und mit China scheint wegen der dortigen Konjunkturabkühlung zudem eine sichere Wachstumsflanke wegzubrechen. (APA/Reuters, 6.11.2012)

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    Nike hat in einem schwierigen Marktumfeld einiges zu stemmen.

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