Nicht teurer, womöglich billiger: ORF-Chef Wrabetz hält doch geringere TV-Abgabe für möglich

Wien - Eine kleine Kampagne in der Krone, Widerspruch der ÖVP und dem eigenen, bürgerlichen Finanzdirektor haben ORF-Chef Alexander Wrabetz offenbar bewegt: Nun kann auch er sich vorstellen, dass eine TV-Gebühr für alle Haushalte billiger wird als die derzeitige Rundfunkgebühr.

Noch Mitte Oktober klang Wrabetz anders. Ein Studientag des ORF-Publikumsrats diente als Bühne, eine Haushaltsabgabe für Rundfunk als ORF-Wunsch offiziell zu machen. Der bürgerliche Publikumsrat Andreas Kratschmar verlangte zur Sitzung im Standard und bei der Tagung weniger Gebühr, wenn alle zahlen müssen, unabhängig vom Empfang. Wrabetz antwortete Kratschmar, man möge das Thema "nicht populistisch verbrämen", indem man die Abgabe "den einen oder anderen Cent billiger macht".

Dienstag erklärte er im Publikumsrat, für 97 Prozent der Haushalte (die schon jetzt Gebühren zahlen) bedeute die Haushaltsabgabe keine Verteuerung. Der ORF müsse seine Leistungen deutlicher machen, etwa auch für Minderheiten, "aber alle müssen ihren Beitrag dafür leisten". Die APA titelte unter Berufung auf Wrabetz, die Abgabe "soll Verbilligung bringen" und zitierte ihn mit: "Bei der Festsetzung eines neuen Beitrags besteht die Möglichkeit, die Abgabe günstiger zu gestalten und jene Mittel aus der ORF-Gebühr, die nun an Bund und Länder gehen, als Medienabgabe zweckzuwidmen." (red, APA, DER STANDARD, 7.11.2012)

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