Paris will Unternehmen mit Milliarden entlasten

Mehrwertsteuer wird ab 2014 erhöht, Regierung will zudem Staatsausgaben senken

Paris - Durch Steuererleichterungen für Unternehmen im Umfang von 20 Mrd. Euro will die französische Regierung die Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärken. Im Gegenzug soll die Mehrwertsteuer von 2014 an erhöht werden, wie Premierminister Jean-Marc Ayrault mitteilte. Zudem sollen die Staatsausgaben in den Jahren 2014 und 2015 um insgesamt zehn Mrd. Euro gekürzt werden.

Die 20-Mrd.-Euro-Steuererleichterungen sollen über drei Jahre verteilt werden und entsprechen laut Ayrault einer Senkung der Lohnnebenkosten um sechs Prozent. Der volle Mehrwertsteuersatz soll von derzeit 19,6 Prozent auf 20 Prozent angehoben werden. Deutlich stärker steigt der mittlere Satz von 7 auf 10 Prozent. Der niedrige Satz für Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel wird von 5,5 auf 5 Prozent gesenkt. Die Regierung will zudem neue Ökosteuern einführen, die ab 2016 greifen sollen.

Die Regierung stellte ihre Pläne zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit einen Tag nach der Übergabe eines Berichts des früheren Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Louis Gallois, zu diesem Thema vor. Gallois hatte 22 Maßnahmen zur Stärkung der französischen Wettbewerbsfähigkeit vorgeschlagen. Unter anderem sprach er sich für eine Senkung der Lohnnebenkosten um insgesamt 30 Mrd. Euro aus, davon 20 Mrd. Euro auf Arbeitgeberseite und zehn Mrd. Euro auf Arbeitnehmerseite. (APA, 6.11.2012)

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