Lavamünd: Viele Bewohner haben gesamten Besitz verloren

Ansichtssache6. November 2012, 14:44
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Als "Jahrhunderthochwasser" werden die Überschwemmungen bereits bezeichnet, die große Teile der Kärntner Gemeinde Lavamünd (Bezirk Wolfsberg) am Montag überfluteten. Direkt vom Hochwasser betroffen waren rund 250 Bürger der Gemeinde. Manche von ihnen haben fast ihren gesamten Besitz verloren. In den Häusern im Ortsteil Drauspitz stand das Wasser bis in den ersten Stock. Bürgermeister Herbert Hantinger: "Viele haben Sachen im Keller gelagert, das ist jetzt alles hin. Genauso bei den Geschäften, von denen einige im Keller das Lager eingerichtet hatten. Alles ist vernichtet." Die Menschen versuchten, zu retten, was zu retten war. Viele waren die ganze Nacht auf den Beinen.

Die Nachwirkungen der Flut werden die Lavamünder jedenfalls noch über Wochen beschäftigen, ist der Bürgermeister überzeugt. Die Katastrophe brachte aber auch Mitgefühl und Gemeinschaftssinn. So hätten bereits Bürger aus höher gelegenen Gebieten der Gemeinde angeboten, Hochwasser-Betroffene bei sich zu Hause für ein paar Wochen unterzubringen. Auch ein paar Gemeindewohnungen könnten zur Verfügung gestellt werden, sagte Hantinger. Allerdings müsste man da noch ein bisschen improvisieren, denn die leer stehenden Wohnung sind natürlich nicht möbliert.

Im Gemeindeamt wurde bereits eine Anlaufstelle eingerichtet, wo Menschen ihre Sorgen vortragen können, berichtete der Bürgermeister - "damit wir da ein bisschen eine Hoffnung hineinbekommen." Auch eine Möglichkeit für Geld- und Sachspenden soll in den kommenden Tagen eingerichtet werden. Die Arbeiterkammer bot den Betroffenen ein zinslose Darlehen in der Höhe von 10.000 Euro an, das Land installierte ein "Bürgerbüro" in Lavamünd.

Unterdessen ist ein Streit über die Verantwortung für die Überschwemmungen entbrannt. Das Land erhob Vorwürfe gegen den Verbund, der das Kraftwerk betreibt, sowie gegen das Umweltministerium - die Details dazu, sind hier zu finden. (APA/red, derStandard.at, 6.11.2012)

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