Skype gab User-Daten an private Sicherheitsfirma heraus

6. November 2012, 11:07
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Ohne richterliche Anordnung hat Skype in den Niederlanden Daten eines Users an iSight Partners ausgehändigt

Der VoIP-Dienst Skype soll einem Bericht von nu.nl zufolge Daten eines Users an eine private Sicherheitsfirma geleitet haben. Die Daten sollen während der Ermittlungen zum Paypal-Hack durch Anonymous weitergegeben worden sein. 2011 wurde Paypal Opfer einer Cyberattacke durch Anonymous, da das Unternehmen Spenden an WikiLeaks blockiert hat. Das Ganze lief unter dem Tag "Operation Payback".

Weitergabe

Im Zuge der Ermittlungen gegen die Angreifer hat Skype die persönlichen Informationen eines 16-Jährigen an das IT-Sicherheitsunternehmen iSight Partners weitergegeben. Im Fokus der Ermittlungen standen zwei Personen, die angeblich bei den Angriffen auf die Websites von Mastercard, Visa und Paypal eine große Rolle gespielt haben. 

Kontakt mit Skype

iSight Partners wurde von Paypal engagiert, um die Angreifer ausfindig zu machen. iSight-Chef Joep Gommers hat über einen Instant Messaging Service einen 16-jährigen Niederländer ausfindig gemacht, der für die Attacken mitverantwortlich gewesen sein soll. Gommers habe daraufhin Skype kontaktiert, um die Account-Daten des Verdächtigen zu bekommen. 

Ohne richterlichen Beschluss

Skype habe daraufhin den Usernamen, den echten Namen, die E-Mail-Adresse und die Wohnadresse des Users herausgegeben. Die Daten hat der junge Niederländer für das Bezahlen von Skype-Diensten verwendet. Ein Abgleich des zentralen Melderegisters bestätigte die Wohnadresse des Beschuldigten. Die Informationen gab Skype iSight Partners ohne richterlichen Beschluss. 

Untersuchung bei Skype

Bei Skype hat sich indes ein Sprecher zu Wort gemeldet, der betont, dass das Unternehmen "Privatsphäre sehr ernst nehmen" würde. Man würde keine Daten herausgeben, wenn kein Beschluss von Behörden vorhanden sei oder es sich nicht um Gefahr für Leib und Leben handeln würde. Man würde im Unternehmen allerdings untersuchen, wie es dazu kommen konnte, dass die Daten leichtfertig in die Hände eines Privatunternehmens gelangen konnten. (red, derStandard.at, 6.11.2012)

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    Skype hat sich zu den Vorwürfen bislang nur zurückhaltend geäußert

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