Griechenland und andere Sorgen

Bürger fragten Reding und Spindelegger zur Krise

Graz - Town-Hall-Meetings, die US-Tradition informeller Bürgerversammlungen, standen Pate für eine gleichnamige Veranstaltung mit Viviane Reding, Vizepräsidentin der EU-Kommission, und ÖVP-Vizekanzler Michael Spindelegger. Sie standen Montagabend in Graz Bürgern Rede und Antwort. Im spätbarocken Saal der Alten Uni, der großteils mit großkoalitionären Funktionären gefüllt war, wirkte der von Claudia Reiterer moderierte Abend elitär.

Spindelegger entschuldigte sich vorab, dass er zwischendurch rausgehen müsse, weil - "das glaubt vielleicht keiner, aber so ist der Alltag eines Außenministers" - er einen Anruf von Hillary Clinton erwarte. Die Bürger, etwa ein Juwelier, ein Offizier, Gemeinderäte und Studis, stellten vor allem Fragen zur Krise. Etwa, warum man zulasse, "dass Griechenland verelendet". Andere forderten "immer Sommerzeit" oder fragten, warum Kleidergrößen nicht einheitlich nummeriert seien.

Reding beschwor die Notwendigkeit, das "morbide Wirtschaftssystem Griechenlands" zu beenden. Erklärte, dass "Französinnen anders gebaut sind als Deutsche" - und empfahl in Sachen Zeitumstellung allen, die schlafen wollten: "Rollläden runter!" Clinton rief übrigens nicht an. (cms, DER STANDARD, 6.11.2012)

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