Erste Ergebnisse in spannendem Rennen um die Präsidentschaft

7. November 2012, 01:13
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Kentucky und Indiana dürften erwartungsgemäß an Romney gehen - Swing States im Fokus - Kappes Votum über künftigen Präsidenten erwartet - Auch im Kongress werden die Karten neu gemischt

Washington - Laut ersten Ergebnissen aus den US-Staaten Indiana und Kentucky hat dort erwartungsgemäß der Republikaner Mitt Romney gewonnen. Für Virginia, einen der umstrittenen Swing States, sprechen erste exit polls von CNN von einem Kopf an Kopf-Rennen. Nach Angaben des Senders Fox News lag Romney bei einem Auszählungsgrad von jeweils einem Prozent der Stimmen in Indiana mit 63 und in Kentucky mit 69 Prozent der Stimmen voran. Indiana war 2008 an den Demokraten Barack Obama gegangen. Nach Auszählung von einem Prozent der Stimmen liegt US-Präsident Barack Obama im Swing State New Hampshire vorne.

Die Swing States sind jene Staaten, in denen viele Wechselwähler leben. Im Fokus steht vor allem Ohio, das wegen seiner vielfältigen Wirtschafts- und Sozialstruktur als repräsentativ für die gesamten USA gilt. Für Romney ist ein Sieg in dem US-Staat praktisch unverzichtbar. Noch nie hat ein Republikaner ohne einen Sieg in Ohio die Präsidentenwahl gewonnen. In Umfragen aber liegt Obama dort seit Monaten beharrlich vorne. Dies liegt auch daran, dass er als Präsident mit milliardenschweren Staatshilfen in Zeiten der schwersten Wirtschaftskrise seit gut 80 Jahren die Autoindustrie vor dem Zusammenbruch bewahrte und so viele Jobs in der Region sicherte. Einen Tag vor der Wahl betrug sein Vorsprung vier Punkte.

Wahlmänner haben das letzte Wort

Der Ausgang in den einzelnen Staaten ist wichtig, denn am Ende ist nicht entscheidend, wer landesweit die meisten Stimmen insgesamt bekommen hat, sondern wer sich die meisten Wahlleute sichern kann. Und die werden über die US-Staaten vergeben. Dort gilt in der Regel das Prinzip: Wer die meisten Stimmen erhält, bekommt alle Wahlleute dieses Staats zugesprochen, während der Verlierer leer ausgeht. Für den Wahlsieg benötigt ein Bewerber mindestens 270 Wahlleute. In Ohio geht es um 18. Bei der Wahl 2000 hatte der demokratische Kandidat Al Gore landesweit mehr Stimmen als der Republikaner George W. Bush. Bush gewann letztlich aber, weil er mehr Wahlleute auf sich vereinigt hatte.

In Ohio schließen die Wahllokale um 1.30 Uhr MEZ Mittwoch früh. Offizielle Ergebnisse sollen zwar erst ein paar Stunden später vorliegen, wenn auch die letzten Bürger in Alaska abgestimmt haben. Doch Nachwahlbefragungen könnten bereits in der Nacht einen Trend aufzeigen, zumal auch in anderen wichtigen Staaten die Wahllokale längst geschlossen haben, bevor hierzulande die Sonne aufgeht, etwa in Virginia, wo die Pforten bereits um 1 Uhr MEZ zumachen.
Angesichts des zu erwarteten knappen Ausgangs ist nicht auszuschließen, dass es zu einer ähnlichen Hängepartie wie vor zwölf Jahren kommt. Damals hing alles vom Ergebnis in Florida ab. Am Ende lag Bush dort nur mit 537 Stimmen vor Gore und wurde neuer Präsident.

Umfragen sagen knappes Ergebnis voraus

Kurz vor Wahlbeginn wurden Obama die größeren Chancen eingeräumt, sich mit Siegen in entscheidenden Swing States die nötige Mehrheit zu sichern. Einer Aufstellung aktueller Umfragen der Internetseite www.realclearpolitics.com zufolge führte Obama in den Schlüsselstaaten Ohio, Iowa und Wisconsin. Auch in Virginia, New Hampshire, Colorado und Nevada lag der Präsident hauchdünn vorne, in Florida und North Carolina war es hingegen Romney.
Als Zeichen für das enge Rennen ging der republikanische Kandidat im Wahlkampf in die Verlängerung und kündigte zusätzliche Termine in Ohio und Pennsylvania während des Votums am Dienstag an. Ursprünglich sollte Romneys Wahlkampf am Montagabend in New Hampshire enden. Dort rief er dazu auf, „die vergangenen vier Jahre hinter uns zu lassen und eine neue Zukunft aufzubauen".

Letzte Wahlkampfauftritte

Obama zeigte sich in Wisconsin unterdessen siegessicher: „Wir werden diese Wahl gewinnen, wir werden zu Ende bringen, was wir begonnen haben", gab er sich überzeugt. Bei seinem Wahlkampfabschluss in Iowa sagte er später: „Nach allem, was wir durchgestanden, nach allem, wofür wir gekämpft haben, dürfen wir den Wandel jetzt nicht abbrechen."

Obama und Romney bemühten sich bis zuletzt in einem von der Krise am Arbeitsmarkt bestimmten Wahlkampf um Stimmen der vielen noch unentschiedenen Bürger - und darum, eine hohe Wahlbeteiligung ihrer jeweiligen Anhänger sicherzustellen. Vor allem entlang der nördlichen Hälfte der Ostküste, wo viele Menschen immer noch unter den verheerenden Folgen des Sturms "Sandy" leiden und zahlreiche Wahllokale zerstört wurden, war unklar, wie viele Menschen tatsächlich ihre Stimme abgeben würden.

In New York durften Betroffene deshalb auf andere Wahllokale ausweichen. In New Jersey erlaubten die Behörden obdachlos gewordenen Bürgern die Stimmabgabe per E-Mail. Was gut gemeint ist, könnte jedoch Klagen nach sich ziehen. „Das ist fruchtbarer Boden für all diejenigen, die sich dazu entschließen, das Wahlergebnis anzufechten", warnte bereits der New Yorker Wahlrechtsexperte Angelo Genova. Auch in anderen Gegenden wurden Unregelmäßigkeiten beklagt, etwa in Florida, wo am Wochenende viele Wähler, die ihre Stimme früher abgeben wollten, stundenlang anstehen mussten.

Etwas im Schatten der Präsidentenwahl stand die zeitgleich stattfindende Kongresswahl. Zu Unrecht, denn das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Kammern wird entscheidenden Einfluss darauf haben, wie effektiv der Mann im Weißen Haus regieren kann. Es zeichnet sich ab, dass der Senat knapp in der Hand der Demokraten bleibt, während die Republikaner das Repräsentantenhaus halten dürften. Damit droht eine anhaltende Blockade, wie in den vergangenen beiden Jahren. (APA, 6.11.2012)

 

 

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    Wahllokal in Kansas.

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    Bis zuletzt wird jede Gelegenheit zum Wahlkampf genutzt: Paul Ryan und Mitt Romney.

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    Barack Obama und seine Frau Michelle treffen in Chicago ein, wo sie das Wahlergebnis abwarten.

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