Licht im Dunkeln der Stagnation

Kommentar | Eric Frey, 5. November 2012, 18:16

Ob Obama oder Romney - die US-Politik ist verfahren, die Wirtschaft lässt hoffen

Wenn Barack Obama am Mittwochmorgen tatsächlich, wie es die letzten Umfragen prognostizieren, als knapper Wahlsieger erwacht, dann steht ihm eine schwere Zeit bevor. Sein beißender Negativwahlkampf gegen Mitt Romney ohne klare programmatische Ansagen war zwar taktisch geschickt, wird ihm aber das Regieren in einer zweiten Amtszeit nicht erleichtern. Die Polarisierung in Washington hat sich dadurch noch weiter verschärft.

Wie Obama bis Jahresende eine umfassende Budgeteinigung mit den verbitterten Republikanern erreichen soll, ohne die es zu massiven automatischen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen kommen wird, die die US-Wirtschaft in eine neuerliche Rezession zu stürzen drohen, steht in den Sternen. Und selbst wenn die sogenannte "fiscal cliff" durch irgendwelche Tricks vermieden wird, brauchen die USA auch einen glaubwürdigen langfristigen Plan zur Sanierung der Sozialversicherung und zur Eindämmung der Gesundheitskosten. Und wie der aussehen soll, darüber ist die politische Klasse völlig uneins.

Obamas größter Schwachpunkt war sein Umgang mit dem politischen Gegner, dem er weder durch Zugeständnisse noch durch Härte beikommen konnte. Der US-Politik stehen weitere Jahre der Stagnation bevor, in denen sich das Weiße Haus mit einem intransigenten Repräsentantenhaus matcht und die tiefen ökonomischen und sozialen Probleme unerledigt bleiben.

Da könnte ein Präsident Romney im Weißen Haus schon etwas mehr bewegen. Auch wenn ihm die Mehrheit im Senat fehlt - allein sein Überraschungssieg wäre ein Signal, das den Weg zu Steuersenkungen und Ausgabenkürzungen öffnet. Allerdings ist das ein Weg in den Abgrund - zu noch höheren Defiziten, wachsender Ungleichheit, Rückschritten in der Gesundheitspolitik sowie einer gefährlichen Vernachlässigung der Investitionen in die marode Infrastruktur und in die wirtschaftliche Zukunft. Selbst wenn Romney - wie zuletzt im Wahlkampf - in die politische Mitte rücken will, wird ihm dies der selbstbewusste rechte Flügel, der für ihn gelaufen ist, kaum erlauben.

Ist die Supermacht USA daher dem weiteren Niedergang geweiht, wie es ein Blick auf die politische Lage suggeriert? Es gibt auch Hoffnungsschimmer. Die Wirtschaft wächst zwar noch langsam, aber die Erholung dürfte sich in den kommenden Jahren beschleunigen. Die Industrie ist im Aufwind, und die Innovationskraft der vielen neuen Unternehmen ist ungebrochen. In entscheidenden Aspekten bleiben die USA das Modell für die Welt, dem weder Europa noch China viel entgegensetzen kann.

Ein besseres konjunkturelles Klima könnte auch Demokraten und Republikaner wieder etwas näher zusammenrücken lassen - und noch mehr die demografische Entwicklung. Die Republikaner werden sich hüten, die wachsende Zahl von Latino-Wählern erneut den Demokraten zu überlassen. Das könnte den Weg zu einer Einwanderungsreform ebnen und die rhetorischen Angriffe auf den Sozialstaat etwas dämpfen.

Aber auch die Demokraten müssen im Kampf um Hispanics nachjustieren. Unter jenen sind viele religiöse Kleinstunternehmer, die sich weder für Bürokratie noch Homo-Ehe begeistern. Die tiefe Spaltung der US-Gesellschaft ist nicht leicht zu überwinden. Aber erstmals seit langem haben Brückenbauer wieder eine kleine Chance. (Eric Frey, DER STANDARD, 6.11.2012)

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neoliberales geblubber

mitt romneys groesster schwachpunkt ist, dass niemand weiss wofuer er steht. er waere ein guter kandidat, hat sich aber selbst zerstoert weil er fuer jede thematik 2 (oder mehr) diametrale positionen bezieht...je nach dem was die menschen hoeren wollen.

und wenn man in europa sitzt sollte man sich ueber die us-wirtschaft keine sorgen machen. die unsaeglichen bush tax cuts laufen 2013 aus und dann ist der us-haushalt binnen 10 jahren wieder im plus...einfach so.

Na, Gott sei Dank, dass

der verloren hat. Wobei der Gewinner aber nur "die nicht ganz so schlechte Alternative" ist. Milliardäre … haben in der Politik nichts verloren, weil sie immer nur versuchen, sich weitere Vorteile zu sichern. Bei unserem In-die-Politik-Einkäufer ist es allerdings nicht anders. Wenn ich dem Staat die Einnahmen kürze, wer soll dann die Schulen, die Straßen … aufrecht erhalten? Die Steuern sind die Einnahmen des Staates. Wie würden Sie ihre Schulden bezahlen, würde Ihnen der Chef den Lohn kürzen … Fazit: Reiche raus aus der Politik! Und Steuersenkungen kommen erst nach einer Haushaltssanierung infrage, was bis dahin bedeutet, die Steuern für Milliardäre … massiv hinaufzusetzen.

wobei es ja ganz lustig ist wie wenig die milliardaere mit ihrer kohle erreicht haben. foster freeze, sheldon adelson, linda mcmahon, donald trump und die koch brueder haben hunderte millionen in die romney kampagne versenkt und null policy dafuer bekommen....vielleicht ist das dieser trickle down effekt :-)

Wow, Sie kennen

die Koch-Brüder. Das ist selten. Ein Insider, was in Österreich die Ausnahme darstellt.

Den anderen sei dieses Buch empfohlen: http://www.amazon.de/Tea-Party... 3423249048

Damit diese österreichischen "teens" mal lernen, wie Politik überhaupt läuft, wie doof eigentlich Wähler sind und …

Die Macht nur noch den Bankern. Und neu designte Euroscheine kommen auch – laut ntv …

https://www.ecb.int/press/key... 09.en.html

Kommt immer darauf an, wem man die Steuern erhöht, ob's rezessive Folgen haben wird oder nicht.
Wenn's die Massensteuern betrifft, sicherlich. Wenn's freilich eine andere, "etwas" kleinere Klientel trifft, wohl eher nicht.

>Obamas größter Schwachpunkt war sein Umgang mit dem politischen Gegner

Zu einem zivilisierten Umgang gehören halt immer zwei, mit einer Tollwut-Truppe wie den heutigen Republikanern geht es leider nicht.

>langfristigen Plan zur Sanierung der Sozialversicherung und zur Eindämmung der Gesundheitskosten

Wie wäre es mit einem Plan zur Senkung der Militärausgaben und Streichung der Steuersenkungen für Reiche? Da könnte ich das Budget ohne soziales Leid sanieren.

"beißender Negativwahlkampf"?

Ja, die WAHRHEIT über jemanden zu sagen, kommt manchmal negativ rüber, wenn es die Vergangenheit der Person hergibt (Stellenabbau bei aufgekauften Firmen). Das ist trotzdem eine andere Qualität als das, was die Republikaner tun: nämlich LÜGEN erzählen (Obama ist nicht in Amerika geboren, Moslem, ... bei John Kerry damals war es ähnlich).

Es wird mittelfristig nur zwei Alternativen geben.

Da die Vermögen der reichsten 1 Prozent der Weltbevölkerung weiter wachsen werden, kommt es zu einer immer stärkeren Konzentration der finanziellen Macht - das gute alte "Reiche werden reicher, Arme werden ärmer". Regierungen sind durch Lobbyisten, Versprechen von Investitionen (siehe Stronach "Wenn ihr mich mir Steuergeldern fördert, mache ich ein Werk in der Steiermark auf), Versprechen von Arbeitsplätzen insofern beeinflusst, dass sie in Wirklichkeit kein Interesse daran haben, Ungleiheiten zu beseitigen, sondern die Reichen werden vor den ärmeren geschützt (durch die staatliche Schlägertruppe Polizei, die Occupy mit Knüppeln und Gas auseinandertreibt. Medien wollen sich auch nicht allzusehr mit Ihren Anzeigenkunden anlegen (Unternehmen,

A propos Steiermark-Werk:Magna droht mit Abwanderung in den Osten

" Hohe Löhne gefährden die Kfz-Industrie ", warnt Magna-Europa-Chef Apfalter im Kurier. Wie sagte Kurier Chefredakteur so schön: " Die Fakten der Betriebswirtschaft zu zu akzeptieren ". Das wird Herr Franky noch nachhaltiger den Österreichern mitteilen,oder ?.

, Regierungen) so dass man kaum etablierte Medien findet, die das Wirtschaftssystem als solches in Frage stellen - die theoretische demokratische Kontrollfunktion wird hier durch ökonomische Größen verwässert (siehe Krone, "kauf eine Anzeige und ich schreibe so lange gut über Dich, bis Dich die Narren lieben). Ich glaube nicht mehr daran, dass Reformen möglich sind (genauso wenig wie der Absolutismus "reformierbar" gewesen wäre. Zwei Alternativen: Eine wirkliche Revolution, also ein Bürgerkrieg wie im arabischen Raum, wo Diktatoren gewaltsam entfernt wurden, oder aber immer weitere Teile der Bevölkerung werden zu unfreien, rectlosen Arbeitsameisen, die der Willkür der Mächtigen immer stärker ausgeliefert sein werden. Quasi Leibeigenschaft.

Es ist ein Dilemma. Du hast zwar in vielem, was du sagst, recht - aber auch Revolutionen sind keine Lösung; denn es fehlt ein plausibles Konzept. Fast jede Revolution ist blutig, und trotzdem ist so gut wie jede später wieder rückgängig gemacht worden. Das Ansteckende an Revolutionen ist die anfängliche Leidenschaft - das spätere Leiden und die breite Frustration wird dabei übersehen. Löbliche Ausnahmen sind die demokratischen Revolutionen seit den 1980er Jahren - die aber genau das System gefördert haben, das du (teilweise berechtigt) kritisierst.

Das das ganze Wahlkampfgebrabbel nur Wählertäuschung ist

zur Verdeckung und Verschleierung das in den USA eine Oligarichie herrscht (und ähnliche Zustände muß man leider in Europa bemerken) hat man gestern wieder deutlich auf PULS 4 bei Heist gesehen. Und es ist nicht die einzige kritische Dokumentation die sich mit dem Thema auseinandersetzt.

Abgesehen davon war vieles schon bekannt und wird durch empirische Daten gedeckt.

Wir bewegen uns in einen Neofeudalismus und mir fällt kein Mittel ein wie man da rauskommt. Wie die Regierungen auf die Occupybewegungen und die Streiks in Spanien und Griechenland reagiert haben - und die Medien nur Bilder von "gewaltbereiten" zeigen - lässt nicht mal drauf hoffen das der Druck von der Straße groß genug werden kann...

Der Druck von der Straße kann mM groß genug werden, aber es wird leider sehr lange dauern und letzlich nicht friedlich ablaufen...:-(

Ganz ehrlich: Bitte diese Aussagen doch mit einigen Argumenten untermauern, sonst ist diese Kolumne nichts, als heiße Luft und Kaffeesudleserei!

Welche Daten liegen vor, die auf Beschleunigung der Erholung der US-Wirtschaft hoffen lassen dürfen?
Von welcher Industrie ist die Rede? Die Innovationskraft der "vielen neuen Unternehmen" - welche Innovationen kennt Herr Frey, welche Unternehmen fallen ihm auf die Schnelle ein? Und welche "entscheidenden Aspekte" sind es, die die USA als Modell für die Welt sein lassen?

Wie man in einem halben Absatz so viele PR-Schlagwörter und genau Null Information unterbringt - das ist eigentlich schon die hohe politische Schule - nicht die journalistische...

Man beachte auch den kleinen, aber feinen Gegensatz zwischen "Staat" hier und "Wirtschaft" dort, der hier wieder einmal konstruiert wird nach altbekannter NeoLib-Leier.

"Staat böse" (klappt nicht), "Wirtschaft gut" (geht doch). So, als ob das eine mit dem anderen nicht auf das Innigste verwoben wäre. Und zwar seit jeher.

Was will man von einem Chef vom Dienst

der nicht mal des Tippens fähig ist .. ich würde jedem Berufsausübenden massives Mißtrauen entgegenbringen der mit seinem wichtigsten Arbeitsmittel nicht professionell umgehen kann...

ich sehe, du bist neu bei frey

ich lese es mir eig immer nur zum lachen durch

jedes mal werden gedanken anderer (u.a. us medien) als eigene verkauft

ausserdem wagt man nur prognosen über sachverhalten die bereits in der vergangenheit liegen, um dann haarscharf zu analysieren was schon passiert ist

frey verkauft eig nur ideologie und betreibt neoliberalen populismus in einer "Widdewiddewitt und Drei macht Neune !! Ich mach' mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt"

nach der wahl davon auszugehen dass BRÜCKENbauer auf der GOP seite sind ist ja wohl ein witz

1. JEDER halbwegs respektable experte in den usa geht von einem GOP internen bürgerkrieg aus für den fall das romney verliert
2. danach kommen die midterms für die tea party und da ist NIX fix ala kompromiss

Hab mich jetzt bewußt eingelesen - Sie haben großteils recht. Allein der letzte Beitrag zum Klimawandel...

Es ist völlig egal, wer Präsident wird. Die USA ist eine lupenreine Plutokratie. Der Kongress ist mit 90 % besetzt mit Vertretern der Finanz- und Militärindustrie. Da ändert sich nur etwas zu Gunsten von Goldman Sachs.

EZB plant neue Euro-Banknoten

Achtung, Achtung, die EZB plant für 2013 neue Euroscheine. Der Grund wurde natürlich nicht angegeben. Es könnte sich um eine Teilkonvertierung der alten bezüglich der neuen Scheine handeln, also Teilenteignung. Dies entspräche einer Währungsreform!!!

Achtung, Achtung, die EZB plant für 2013 neue Euroscheine. Der Grund wurde natürlich nicht angegeben. Es könnte sich um eine Teilkonvertierung der alten bezüglich der neuen Scheine handeln, also Teilenteignung. Dies entspräche einer Währungsreform!!!

Mein Gott, einen Cent für jede dieser Meldungen...

Glauben Sie das wirklich, Sie Knalltüte?

Hast Probleme mit der deutschen Sprache – hm?

Was bedeutet der Konjunktiv II? Und was sagt uns die Aussage, dass die Gründe nicht angegeben worden seien? Und was heißt hier "plant"?

Aha, offensichtlich gibt es eine oder mehrere Stellungnahme(n) dazu, was bedeutete, dass es so ist. Und die Konjunktive zeigen uns an, dass Möglichkeiten bestehen, vor denen uns der/die Autor(in) warnt. Eigentlich sehr selbstlos, einigen Dumpfbacken zu schreiben, dass sie, falls sie Geld haben, bald vorsichtig sein sollten, damit sie nicht alles verlieren. Aber gut: Ihr seid sowieso arme Schlucker, was man an der Bildung gut sehen kann.

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