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vergrößern 800x468Regie-"Gott" Mr. Jay (Rainer Frieb, li.) vertreibt den Bananenbaum (Günther Wiederschwinger) aus dem Paradies.
Wien - Regieassistent Goldberg (Ronald Kuste) ist im Stadttheater von Jerusalem das Mädchen für alles. Gleich zu Beginn trägt er einen Kanister Theaterblut herein. Man kann ja nie wissen. Schließlich geht es um die Schöpfungsgeschichte. Goldberg bemüht sich neben seinem lächerlich-despotischen Regie-"Gott" (Rainer Frieb), der hier die Highlights der Bibel inszeniert, um Schadensbegrenzung. In sieben Tagen soll Premiere sein, doch keine Szene steht. Die Schauspieler haben private Probleme und ergehen sich in hanebüchenen Eigenimprovisationen. Sehr menschlich; es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig. Aus der Verschränkung von zwei Schöpfungsprozessen, den am Theater und den die Welt als solche betreffend, hat George Tabori einst den heftigen Witz für seine 1991 am Akademietheater uraufgeführte theologische Farce Die Goldberg-Variationen gezogen.
Am Volkstheater nun blieb Regisseur Stephan Bruckmeier von Schöpfungspannen ebenso wenig verschont: Schauspieler Thomas Bauer verlor zwei Tage vor der Premiere die Stimme, der Regisseur sprang mit Todesverachtung und Textbuch für ihn ein und spielte die Rolle des Schauspielers Raamah. Und das hat gar nicht so schlecht gepasst in seine Holter-dipolter-Inszenierung, in der grelle Farben, grobe Gesten und insgesamt eine rechte Faschingsstimmung herrschte. Man nennt Die Goldberg-Variationen ja auch eine Passionskomödie. Doch das Grobschlächtige hat hier am Volkstheater die Oberhand behalten und die Feinheiten des Stücks verdrängt. Dabei ging auch so mancher Witz verloren. Etwa wenn es darum geht, die Kain-und-Abel-Szene zu üben, sich Abel (Jan Sabo) aber bereits bei den Proben vor dem Hieb der Steinzeitkeule nie "schnell genug duckt".
Seine Hände hält der Meisterregisseur Mr. Jay (abgeleitet vom Namen Jahwe) vorsorglich in den Taschen seines Schnürlsamtanzugs versteckt (Kostüme: Erika Navas). Sind ja schließlich Täterhände! Und wenn er der Bühnenbildnerin mit dem dekorativen Namen Ernestina van Veen (Claudia Sabitzer) als klischeehaft aufgeblähter Lustmolch auf den kessen Popo starrt, hat man das Gefühl, er erblickt mit scheinheiliger Miene in Wahrheit das Antlitz des Allmächtigen. Für solche Plattitüden ist sich das Stück nie zu gut. Mit Schweizerdeutsch-Furor legt Sabitzer übrigens die prägnanteste Figur des Abends hin.
Wie so oft im Leben bleibt der Schöpfer gern im Hintergrund; er überlässt den armen Menschlein die Arbeit, hier: den Schauspielern. Der Sündenfall im Paradies schwebt dem Regisseur aus privaten Interessen als Nacktszene vor. Für diese sollen die Mimen vorerst einmal ein wenig auf dem Himmelbett kuscheln. Das Ganze endet als zügelloser Akt, der die Vertreibung aus dem Paradies mittels Nebelmaschine nach sich zieht.
Das Desaster bekommt Züge. Die Dramaturgie des theologischen Regelwerks entpuppt sich als unspielbar. Enttäuschung und Fragen tun sich auf, insbesondere als Moses alias Goldberg auf dem Berg Sinai (Stehleiter) die Gesetzestafeln empfängt, die er dem Volk Israel überbringen soll. Sie enthalten Gebote, die die Theaterputzfrau (Sabitzer) alsbald gleichmütig in die Mülltonne entsorgt. Gegen dieses durch und durch patriarchale System lehnt sich schließlich Abrahams Gattin Sarah auf, in Gestalt von Günther Wiederschwinger.
Pointenschleuder und Kalauerhagel - diese höllische Groteske hat sich im Volkstheater nur in groben Zügen mitgeteilt. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 6.11.2012)
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Tatsächlich muss man sich beim Lesen dieser Kritik fragen, was denn da los war...
Ganz grundlegende Verwechslungen der Schauspieler zeugen von schlechter Recherche oder eventuell schlecht leserlichen Notizen. Tatsächlich hätte ein kurzer Blick ins Programmheft oder auf die Homepage des Volkstheaters genügt, um solch unnötige Fehler zu vermeiden:
Auf dem Bild ist natürlich nicht Günther Wiederschwinger zu sehen, sondern der 24-jährige Jan Sabo. Dieser wiederum hat natürlich nicht Abel gespielt - sondern diesmal tatsächlich Günther Wiederschwinger.
Der Rest der Kritik besteht aus nichtssagenden Füll-Adjektiven und "hanebüchenen" Floskeln und chaotischen (falschen) Zusammenfassungen in den letzten Absätzen.
Schade!
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