Der Mythos vom Einzelkind

5. November 2012, 17:00
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Es gibt in Österreich keinen Trend zum Einzelkind: Die Zahl der Ein-Kind-Familien bleibt seit Jahren gleich. Einzelkinder leben am häufigsten bei nur einem Elternteil

Die Zahl der Haushalte mit einem Kind steigt hierzulande nicht. Das zeigen Berechnungen des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF). Laut Mikrozensus liegt der Anteil der Haushalte mit Einzelkindern seit 50 Jahren konstant bei rund 50 Prozent. In jedem zweiten Haushalt lebt aktuell also "nur" ein Kind.

"Im Jahr 1961 lag der Anteil bei 49,6 Prozent und 2011 bei 48,7 Prozent", berichtet das ÖIF. Zwei andere Trends werden deutlich: Es gibt heute mehr Haushalte mit zwei Kindern (ein Sprung von 29,4 Prozent auf 37,8 Prozent) und es gibt deutlich weniger Haushalte mit drei oder mehr Kindern (ein Rückgang von 21 Prozent auf 13,5 Prozent). "Diese beiden Trends erklären, warum die durchschnittliche Kinderzahl in Familien gesunken ist", so das Familienforschungsinstitut.

Einzelkind-Familien nur selten geplant

Befragt nach ihrer bevorzugten Kinderzahl, würden Österreicherinnen und Österreicher mehrheitlich auf das "Zwei-Kinder-Ideal" verweisen. "Das heißt im Umkehrschluss, dass Einzelkind-Familien nur selten als solche geplant sind. Vielmehr entstehen sie, weil mitunter der Wunsch nach einem zweiten Kind nicht realisiert werden kann", so das ÖIF.

Ein häufiger Grund, warum es bei einem Kind bleibt, sei Trennung: Ein-Eltern-Familien haben besonders oft nur ein Kind, nämlich 70 Prozent der alleinerziehenden Mütter und 77 Prozent der alleinerziehenden Väter. Die Betreuung durch nur einen Elternteil ist für Einzelkinder daher die häufigste Familienform. Unter Elternpaaren, die zusammen leben, haben laut Statistik Austria lediglich 45 Prozent nur ein Kind. (red, derStandard.at, 5.11.2012)

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