Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 800x531Der Rechnungshof-Rohbericht hat das Image des Mak erheblich beschädigt: Dass in der Ära Peter Noever 6600 Objekte verlorengingen (im Bild: Schüssel, Türkei, 16. Jahrhundert), weist man zurück.

Christoph Thun-Hohenstein, Direktor des Mak.
Wien - Rohberichte des Rechnungshofes seien Verschlussstücke und als solche mit guten Grund streng geheim, erklärt Christoph Thun-Hohenstein, Direktor des Museums für angewandte Kunst. Es sei daher nicht der Sinn solcher vorläufiger Berichte, an die Öffentlichkeit zu geraten. In Österreich passiere es allerdings immer wieder, dass solche Papiere den Medien zugespielt werden und den Boulevard zu tatsachenverfälschenden Schlagzeilen hinreißen, verschafft Thun-Hohenstein seinem Ärger Luft. Denn der Rohbericht des Rechnungshofes beschert seinem Haus seit einem Kurier-Bericht vergangenen Freitag viel negative Presse mit lauten " Skandal"-Rufen. Unter den massivsten Vorhaltungen, die dem Museum der Ära Peter Noever gemacht werden: Fälschung von Besucherzahlen und das Fehlen tausender Sammlungsobjekte.
"Hier wird ein ganzes Museum in Mitleidenschaft gezogen", nutzt der Mak-Direktor die Jahrespressekonferenz seines Hauses, um erstmals medial zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Obwohl es natürlich auch "Ziel ist, mit der Vergangenheit ins Reine zu kommen", werde man erst nach den Endbericht des Rechnungshofes im Detail kommentieren. Aber dass 6600 Objekte spurlos verschwunden seien, weist Thun-Hohenstein entschieden zurück: "Dem ist nicht so."
Die Verluste würden weit in die Vergangenheit weisen, seien im Zweiten Weltkrieg oder in der Nachkriegszeit, in den 1950er- und 1960er-Jahren verschwunden. Ja, mancher Schwund reiche sogar in die Kaiserzeit zurück: Asiatika wurden etwa an k. u. k. Fachschulen verliehen und nie retourniert.
Thun-Hohenstein räumt mancher Kritik aber auch Berechtigung ein. Was dem Mak wirklich fehle, sei eine einheitliche Sammlungsdatenbank. Bis zu drei verschiedene Inventarisierungssysteme gebe es: Bei einem Haus mit 150-jähriger Geschichte und Beständen von über 700.000 Stück verwundere ihn das jedoch nicht sonderlich. Aber die Digitalisierung und Inventarisierung des Hauses trete nun in die operative Phase ein: 3,5 Millionen Euro werde das wohl insgesamt kosten, drei bis vier Jahre dauern, sehr "personalintensiv" sein und daher zusätzliche Mitarbeiter benötigen. (Zum Vergleich: Die Mak-Website kostete 80.000 Euro.)
Auch die Besucherzahlen für 2011 wurden bereits bereinigt: Ziehe man die Zugänge über Nebeneingänge ab, liege man bei 156.000, subtrahiere man weiters die Vermietungen, erreiche man 104.000 Besucher (2010: 97.749). Eine Zahl, die der Direktor über die Begeisterung neuer Besucher nach oben zu verbessern gedenkt: Dass viele mit dem Begriff "angewandter Kunst" nichts anfangen können, müsse sich ändern.
Die im Kurier ebenfalls aufgetauchten Vorwürfe, die Kustoden seien hausintern nicht in die Stellungnahme zum vorläufigen Rechnungshofbericht einbezogen worden, kontert Thun-Hohenstein. Die Stellungnahme des Museums sei unter "Heranziehen der Expertise erfolgt, die es für eine fundierte Antwort gebraucht hat".
Ex-Direktor Peter Noever zählte nicht dazu. Dieser hatte in einer Aussendung festgehalten, er habe bisher "den Bericht nicht zu Gesicht bekommen." Mit Grund. Dem ehemaligen Geschäftsführer darf man diese auch nicht gewähren, argumentiert Thun-Hohenstein. Noevers Klage ans Mak für " nicht abgegoltene Leistungen in Höhe von bis zu 7,3 Millionen Euro" würde derzeit ruhen. Wenn der Endbericht vorliege, würden die Gerichte entscheiden.
War Noever unter anderem Luxusgebaren im Direktorium vorgeworfen worden, beschreibt sich Thun-Hohenstein als "schlanken Direktor. Und noch dazu auf Diät". Eine Verschlankung, die Forschung und Sammlungserweiterung zu Gute kommen soll. (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD, 6.11.2012)
Peter Noever hielt nicht viel von Sparsamkeit: Der Rechnungshof zerpflückt in seinem Bericht über das Mak u. a. die Reisekosten und die Geburtstagsfeiern für Noevers Mutter
MAK-Kuratorium sieht sich im Vorgehen gegenüber Peter Noever bestätigt - MAK-Direktor Thun-Hohenstein: "Ich bin ein schlanker Direktor"
Ex-Direktor Peter Noever kann Vorwürfe nicht nachvollziehen: "Sind der Maxime der Sparsamkeit gefolgt"
47,4 Prozent der BesucherInnen fälschlich angegeben - Noever hatte durchschnittlich 79 Dienstreisetage im Jahr
Besonders aufschlussreich war und ist die Reaktion der hiesigen Kulturszene
Ministerium will erst Endbericht kommentieren
Der Rechnungshof kritisiert die Gebarung des Museums für angewandte Kunst
Mak-Direktor Christoph Thun-Hohenstein anlässlich der Ausstellung "Magie der Vielfalt", die am Dienstag eröffnet wird, über einen neuen Design-Begriff
Im Rahmen der Mak-Nite-Schiene
Staatsanwaltschaft Wien: "Tätige Reue hat gegriffen"
Peter Noever klagt Leistungen ein, will aber die Entscheidung der Anklagebehörde abwarten
Ex-Mak-Direktor riskiert mit Klage auf Abfertigung eine Anklage wegen Untreue
Suche nach einer Alternative für Dezember
Je vier Projekte aus Architektur und bildender Kunst ausgewählt
Der derzeitige Chef der Wiener Kreativagentur departure, Christoph Thun-Hohenstein, genießt größtes Ansehen
Der Leiter der Wiener Kreativagentur "departure" wird Nachfolger von Peter Noever
Grund: falsch fakturierte Rechnungen für Privatfeste
Noever-Rücktritt als Thema des Kulturausschuss - FP sieht Aufklärungsbedarf bezüglich der Gestaltung des Ministerbüros
"System Noever" wird aber auch heftig verteidigt - Mit Kommentaren PRO und CONTRA
Teil der leitenden Belegschaft äußert in E-Mail "berechtigte Sorge"
Prominente österreichische und internationale Fürsprecher würdigen im Internet die Arbeit des zurückgetretenen MAK-Direktors
Neuer Prüfungsbericht soll bis 23. März vorliegen
Der Steuerhoheitinhaber soll das MAK verkaufen, bzw. verschenken. Sich selbst überlassen. Zur Selbsterhaltung. Dann ist es egal wer dieses Haus führt oder ruiniert. Steuergeld jedoch MUSS anderwErtig verschleudert werden (Unterstützung arbeitsloser Direktoren...).
dass der RH-Rohbericht (der in der Tat zumeist auch viele Missverständnisse enthält und daher streng vertraulich ist, im Unterschied zum Endbericht) ausschliesslich den RH-Prüfern und dem MAK-Direktor vorlag und mit gutem Grund von letzterem an die Medien gespielt wurde, um ein paar Tage vor der Jahres-PK von einem inhaltlich und besuchsmässig recht schwachen Jahr am MAK abzulenken. Das ist gute PR-Arbeit, so hatte der Direktor wesentlich mehr mediale Aufmerksamkeit als er durch seine bisherige inhaltliche Arbeit je hätte haben können.
Das aber ist das eigentliche Problem.
Und die Medien sind ihm drauf hinein gefallen, wahrscheinlich weil sie genauso funktionieren: Lieber der 20. Aufguss von "Noever" als übers MAK nachdenken.
ist eine in der Verfassung festgeschriebene Institution der demokratischen Republik, warum sollte dessen Tun und seine Berichte, meinetwegen mit Ausnahme einiger winziger sicherheitsrelevanter "militärischer" Fakten, geheim sein ???
So läuft das vielleicht im vielzitierten Nordkorea, aber bei uns ???
Dann müssen aber wahrheitswidrige Berichte zu hohen Schadenersatzzahlungen führen und Berichtigungen im Endbericht müssen ebenfalls prominent berichtet werden. Wenn das gewährleistet ist, dann kann man darüber reden.
Freiheit der Presse und Recht auf Information bedeutet nicht die Freiheit, lügen zu dürfen bzw. das Recht darauf.
aber da der RH ja hauptsächlich Dinge im Staatseigentum, oder solche die zumindestens staatlicher Kontrolle unterliegen, wie eben z.B. ein Museum, wäre Schadensersatz dann wohl nur von der linken in die rechte ( nicht politisch gemeint) Tasche zu bezahlen.
Ja und wer worüber wie prominent berichtet kann man in einer Demokratie halt auch nicht verordnen, das müsssen sie halt schon den Medien überlassen, auch wenn es manchmal schon weh tut.
Und selbst wen, wie z.B. bei einschlägigen Gerichtsurteilen, seien wir ehrlich, wer liest schon diese Entgegnungen.
oder gehen Sie davon aus, daß die Experten des RH zuerst einmal einen Rohbericht voller Unsinnigkeiten verfassen, nur um dann im Endbericht die großartige Wahrheit zu verkünden.
Haben sie schon mal eine RH Prüfung erlebt, daß ist ja nicht so als ob die Sie aus dem Gebäude verweisen, und hinter verschlossenen Türen in Ihren Akten wühlen.
Die Rohberichte sind manchmal aber schon einigermaßen schlampig oder zumindest missverständlich verfasst. Wenn die Medien dann noch das ihrige dazu beitragen, um die Sachlage völlig verzerrt darzustellen, dann hat das mit notwendiger öffentlicher Kontrolle kaum mehr etwas zu tun. So war auch die Überlegung, Schadenersatzzahlungen gegenüber Medien bei wissentlicher Unwahrheit zu fordern, zu verstehen. Kontrolle verlangt auch Verantwortungsbewusstsein!
dass es so ist, liegt vor allem daran, dass die grossen ausstellungen praktisch nie angewandte, sondern immer nur bildende kunst zeigten. worauf der noever offenbar sehr stolz ist.
Ex-Direktor Mit 7,3 Millionen Euro Forderungen bei 104.000 Besucher im Jahr?
Bei 7,90E pro Karte, bis 19j freier Eintritt, teilw. Samstag kein Eintritt, wieviele Jahre dauert es bis das Gehalt eines Direktors finanziert ist?
Nicht falsch verstehen, ich bin für Kunstförderung, aber Millionenbeträge nur für die Führung?
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.