Takko ließ in chinesischen Gefängnissen fertigen

5. November 2012, 15:41
79 Postings

Jacken und Tops aus dem Häfen: Der Diskonter habe nichts davon gewusst und zeigt sich "tief betroffen"

Der deutsche Textildiskonter Takko, der auch in Österreich mit zahlreichen Filialen vertreten ist, soll Jacken und T-Shirts in chinesischen Gefängnissen herstellen haben lassen. Das berichtet das Magazin "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Dabei sei Takko im Jahr 2011 der Fair Wear Foundation beigetretenen. Die Organisation wache laut dem Bericht über die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten.

Informationen des "Spiegel" zufolge, hat Takko mehr als 50.000 Jacken und Tops bei der Global Fashion Support GmbH (GFS) bestellt. Diese gehöre zur Dr. Rehfeld Fashion AG, die deutschen Textilherstellern Produktionsmöglichkeiten in Asien vermittle. Für die Abwicklung sei eine andere Tochter der Rehfeld Fashion AG, Granville, zuständig gewesen, die den Auftrag an chinesische Subunternehmer vergeben habe, welche wiederum die Textilien in chinesischen Gefängnissen produzieren ließ.

Takko habe den Auftrag bestätigt. Allerdings habe man beim Diskonter nur eine Adresse der beiden Produktionsstandorte gekannt. Dass es sich dabei um Gefängnisse handle, habe man bei Takko nicht gewusst, heißt es weiter.

In einer Stellungnahme auf der Homepage zeigt sich Takko "tief betroffen" von dem vorliegenden Fall. "Das Verhalten unseres Vertragspartners ist für uns nicht nachvollziehbar und inakzeptabel." Die Information, dass die Artikel in chinesischen Gefängnissen produziert wurden, habe Takko von der Vermittlerfirma erst auf Nachfrage in Folge des Spiegel-Artikels erhalten. Takko prüfe nun rechtliche Schritte, da auch die GFS einen Verhaltenskodex unterschrieben habe, der die Herstellung in Gefängnissen ausschließt. Die Zusammenarbeit mit GFS habe Takko ohnehin schon im September 2012 eingestellt, weil der Textildiskonter "insgesamt mit der Zuverlässigkeit nicht zufrieden" war, heißt es in dem Statement weiter. (red, derStandard.at, 5.11.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Made in Jail: Takko ließ in chinesischen Gefängnissen produzieren - ohne Wissen über diesen Umstand, sagt das Unternehmen.

Share if you care.