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Relativ zu Aktien sind Unternehmensanleihen schon recht teuer bewertet.
Anleiheninvestoren hatten es gut. Seit 30 Jahren befindet sich die Anlageklasse in einem fast ununterbrochenen Bullenmarkt. Die Renditen von Anleihen, sie bewegen sich gegengleich zu den Kursen der Papiere, sind seit 1980 im Sinkflug, als der böse Geist der Großen Inflation von den Zentralbanken mit Hochzinspolitik ausgetrieben wurde.
Nun geht ein anderes Gespenst um, die finanzielle Repression. Die realen Renditen auf Staatsanleihen sind vielerorts längst negativ, nach Steuern und Inflation bleibt Anlegern ein Kaufkraftverlust im Depot. Für Staaten ist das ein gutes Geschäft, können sie doch ihre Schuldenlast angesichts dieser Finanzierungssituation ohne große Probleme abtragen. Die logische Schlussfolgerung? Die Flucht aus dem Anleihenmarkt.
Doch viele Anleger bleiben den Schuldpapieren treu. Seit 2008 sind laut dem Branchendienst EPFR knapp 600 Milliarden Dollar in Anleihenfonds gesteckt worden, Aktienfonds wurden hingegen verkauft. Einen besonderen Boom gibt es bei Unternehmensanleihen, eine Anlageklasse, die vor der Krise ein Nischendasein fristete.
Neue Popularität
Die neue Popularität von Unternehmensschulden (siehe auch hier) kommt nicht von ungefähr. In diesem Segment winken höhere Renditen als bei Staatsanleihen, gleichzeitig ist das Ausfallsrisiko geringer als bei Aktien. Gläubiger bekommen im Fall einer Pleite als erste Geldgeber wieder eingesetztes Vermögen zurück, lange vor den Aktionären, die in solchen Fällen hohe Verluste verkraften müssen.
Dabei treibt der Anleihenboom bereits gefährliche Blüten. Das Beispiel des Baukonzerns Alpine ist nur eines von vielen. "Viele Anleger wissen gar nicht, wieviel Kreditrisiko sie sich einkaufen", warnt Robert Karas, Leiter des Asset Managements der Schoellerbank. Denn wer sich höhere Renditen bei Unternehmensanleihen einkauft, nimmt meist auch ein deutlich höheres Kreditrisiko mit. So empfehlen, neben der Schoellerbank, auch viele andere Investmenthäuser, das wachsende Segment der "Mittelstandsanleihen" zu meiden. Oftmals können private Investoren trotz klingender Namen nur schwer einschätzen, wie solide das Geschäftsmodell ist, haben doch viele Unternehmen in diesem Segment kein Rating und weniger stringente Veröffentlichungspflichten.
Dazu kommt das Problem der Diversifikation: Einzelanleihen sind meist zu groß, um sie im privaten Gebrauch in einem Portfolio beimischen zu können. Wer einige tausend Euro in nur eine Anleihe investiert, wird kaum die nötige Streuung schaffen, um Problemfälle wie die Alpine zu umschiffen. Dazu kommt die mangelnde Liquidität vieler Papiere: "Viele Anleihen werden Anleger nach der Emission gar nicht mehr los, der Markt ist so gut wie tot," so Karas.
Teuer bewertet
Relativ zu Aktien sind Unternehmensanleihen zudem schon recht teuer bewertet. Die Anleihenzinsen in Europa sind etwa gemessen an der durchschnittlichen Rendite des iShares Euro Corporate Bond Fonds bereits knapp an der vier Prozent Marke. Noch krasser ist die Rendite bei Anleihen gefallen, die als sehr sicher gelten. Das zeigt etwa das Beispiel Nestlé. Aktuell bringt etwa eine Unternehmensanleihe des Lebensmittelkonzerns über zehn Jahre gerade einmal 1,9 Prozent Rendite, noch weniger als etwa die Staatsanleihen von Österreich. Das ist deutlich weniger als die Dividendenrendite. "Für Aktien spricht eindeutig die Bewertung", so Karas. An den Aktienmärkten herrsche noch nicht die Euphorie, während bei Anleihen schon viele Anleger Hals über Kopf investiert haben.
Wenn der Sicherheitspuffer bei Anleihen - die Rendite beim Kauf des Papieres - zusammenschmilzt, ist das noch nicht der Untergang. Doch es schmälert die Renditeaussicht in Zukunft. Unternehmensanleihen sind im Vergleich zu Staatspapieren wohl tatsächlich attraktiv. Aber sie sind eben keine Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Rohstoffe, die vor Inflation oder steigenden Zinsen schützen könnten. Von Wachstum profitieren Anleger auch kaum. Gleichzeitig sollte der Fall Alpine eine Warnung für alle Anleger sein, die meinen, dass Unternehmensanleihen als quasi risikofreies Investment durchgehen. (Lukas Sustala, derStandard.at, 5.11.2012)
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betrachtet, dann ist es logisch, dass eine Anleihe die ca. 3% mehr Zinsen abwirft, ein Risiko hat. Die 3% sind die Risikopraemie.
Das Risiko der Kursschwankung hat man nur, wenn man die Anleihe vor dem Ablauf wieder verkaufen will.
Sonst zahlt man den Ausgabepreis, kassiert die Coupons und die Endfaelligkeit. Das ist sehr berechenbar.
Wobei speziel ETFs von graded Bonds eine wesentlich geringere Volatilitaet als Aktien ETFs haben. Nur High-Yield vulgo Ramschbonds schwanken im Bereich von Aktien.
Das heisst nicht, dass Anleihen immer eine gute Anlage sind. Aber die Darstellung in diesem Artikel hat etwas eine Anti-Anleihen Schlagseite.
Könnte es sein, dass Banken Angst haben, dass das Unvermögen ihrer Angestellten offensichtlich wird, die ausser ihren eigenen Fonds und dem ATX nichts kennen?
Mittelstandsanleihen muss man eben z.B. an der Börse Stuttgart handeln wo sie sehr lebendig sind und ein eigenes Segment haben. Die Bilanzen einer grossen oder kleineren Firma zu lesen ist die selbe Arbeit und pleite kann jede Firma gehen. Da wird es im nächsten Jahr ohnehin ein paar grosse Namen auch erwischen.
1. Bilanz lesen
2. Firma anschauen:
Personalentwicklung zu Bilanz vergleichen
Nachfrage von Kernprodukt oder Dienstleistung interpretieren
Wenn Bilanz OK, personal konstant stabil und Produkt auch bei schwere Krise absetzbar, dann du bist Depp, wenn investiert du nix!
und dann Interview einen Angestellten und einen Lieferanten.
Wenn Angestellte hat nix Angst um Job und Lieferant sagt, dass die zahlen korrekte ohne LieferantenKredit und KSV record passt auch, dann Risiko ist noch kleiner.
größer ist das Problem, dass sich auch die große Mehrheit überhaupt nicht damit auskennt. Sollen ja keine Profis sein aber das allgemeine Wissen um diverse Anlageformen ist in vielen Ländern deutlich höher als bei uns. Wer sich auskennt und aus Überzeugung sein Sparbuch bevorzugt, soll ruhig... mich stört in Österreich nur diese Einstellung, dass hauptsächlich Uninformierte versuchen Missionsarbeit zu betreiben und alles - bis auf das heilige Sparbuch - schlechtreden und meist mit ideologischen Sermonen überschütten.
Umgekehrt nerven aber auch Aktieninvestoren, die dann klagen, wenn es schiefgeht.
Hatte sowohl bei Verkauf und KAuf keine Probleme auf der Börse (meist alles noch am selben Tag der Orderaufgabe erledigt). Allerdings war ich auch bisher bei nur ATX und DAX Werte.
Natürlich sollte man zumindest ein paar Tage recherche betreiben um sich mit den Unternehmen auseinandersetzen.
ungefaehr so gross wie jener fuer Aktien.
Es kann keine Rede davon sein, dass dieser Markt tot ist. Die konkreten Verhaeltnisse in Oesterr. kenn ich nicht, da unser Hedge-Fond nur an den US-Boersen handelt.
der Anleihenmarkt ist mehr als doppelt so groß... hab auf die Schnelle (ist aber schon 3 Jahre alt) nur 82 Billionen (engl. trillions) für die bonds und 36 Billionen (engl. trillions) für die stocks gefunden. Dass der bond market deutlich größer ist, war eigentlich schon lange so. Zumindest seit den 80ern/90ern, als die Unternehmensanleihen auch noch so richtig in Schwung kamen.
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