Syrische Soldaten bei Selbstmordattentat getötet

5. November 2012, 14:32
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Opposition: Syrische Armee griff Vororte von Damaskus an

Damaskus - Ein Selbstmordattentäter hat am Montag an einem Kontrollpunkt der Regierungstruppen in der syrischen Provinz Hama 50 Soldaten mit in den Tod gerissen. Das berichtete die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter. Ihren Angaben zufolge zündete der Selbstmordattentäter in einem Dorf im Bezirk Sahel al-Ghab westlich der Provinzhauptstadt Hama eine Autobombe. Er soll der islamistischen Al-Nusra-Front angehört haben.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete den Anschlag auch, allerdings ohne eine genaue Opferzahl zu nennen. Auch wurde nicht erwähnt, dass es sich bei den Toten um Soldaten handelt.

Augenzeugen berichteten am Montag von einem weiteren Anschlag in der Hauptstadt Damaskus. In einem vorwiegend von Alawiten bewohnten Bezirk im Stadtteil Al-Messe sei ein Sprengsatz detoniert. Angaben zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor.

Assad-treue Milizionäre angegriffen

In der Nacht griffen Anhänger der aufständischen Freien Syrischen Armee den Angaben zufolge im südlichen Vorort Nisrin Assad-treue Milizionäre an. Auch Stellungen regierungsnaher Kämpfer im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk seien beschossen worden. Mindestens sieben Palästinenser wurden getötet, wie Aufständische vor Ort berichteten.

Russischer Außenminister: Ausland versorgt Assad-Gegner mit Waffen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf ausländischen Mächten vor, die Assad-Gegner mit Waffen zu versorgen. Dies sei eine Verletzung des Völkerrechts, sagte er der ägyptischen Zeitung "Al-Ahram". Zudem könnten diese Waffen Al-Kaida-Extremisten in die Hände fallen. Die Waffenlieferungen seines Landes rechtfertigte Lawrow dagegen.

Dabei handele es sich um eine bereits zu Sowjet-Zeiten vereinbarte Rüstungskooperation. Die Waffen dienten der Verteidigung Syriens gegen äußere Feinde. Im innersyrischen Konflikt ergreife Russland keine Partei für irgendeine Seite.

Russland gilt neben China als einer der wichtigsten Unterstützer der syrischen Führung. Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen legte das Land bereits drei Mal sein Veto gegen Resolutionen ein, die zum Ziel hatten, Assads Umgang mit dem Aufstand zu verurteilen.

Einen neuen Resolutionsanlauf forderte der internationale Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi am Sonntag. Grundlage dafür solle die Ende Juni getroffene Genfer Erklärung sein, in der die Bildung einer Übergangsregierung der nationalen Einheit gefordert wird. (APA, 5.11.2012)

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