Asyl: Burgenland und Tirol kündigen Umsetzung von Gipfel-Vereinbarungen an

5. November 2012, 13:03
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Burgenland will Verpflichtungen "in absehbarer Zeit" angehen - Tirol hat schon Flüchtlinge aus Traiskirchen überommen

Wien/Eisenstadt/Innsbruck  - Aus den Bundesländern kommen positive Signale zur Umsetzung der Versprechen aus dem Asylgipfel von vor knapp zwei Wochen. Damals hatten sich die Länder verpflichtet, bis Ende November 1.000 Asylwerber aus dem mit rund 1.400 Personen überfüllten Erstaufnahmezentrum Traiskirchen zu übernehmen. Das Burgenland kündigte am Montag an, seinen Verpflichtungen "in absehbarer Zeit" nachzukommen und Tirol vermeldete, schon erste Flüchtlinge aus Tirol übernommen zu haben.

Das Burgenland hatte sich verpflichtet, bis 30. November zumindest 20 Personen aufzunehmen. "Das werden wir auf jeden Fall erfüllen", hieß es aus dem Büro von Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ). In einer Caritaseinrichtung in Neudörfl sollen außerdem bis Ende des Jahres 30 Plätze zur Unterbringung von 14- bis 18-Jährigen bezugsbereit sein. Derzeit werden auch drei Kinder unter 14 Jahren im Burgenland betreut. An sich müsste man von der Quote her zwei Kinder aufnehmen, so die Sprecherin. Beim Asylgipfel sei vereinbart worden, dass aufgrund der besonderen Intensität der Betreuung die Quote auch bei Kindern und Jugendlichen gelten müsse.

Tirol: Wohnhaus wird adaptiert

Tirol hat nach dem Asylgipfel Ende Oktober die ersten Flüchtlinge aus Traiskirchen übernommen. Von den vereinbarten 110 seien bisher 30 aufgenommen worden, erklärte der Flüchtlingskoordinator des Landes, Meinhard Eiter, am Montag. Eiter gab sich "zuversichtlich", die zugesagten 110 bis Ende November unterbringen zu können. Unter anderem werde dafür ein Wohnhaus am Südrand von Telfs adaptiert, das künftig 45 Flüchtlingen Platz bieten soll.

Kooperativ zeigt man sich auch in der Steiermark. "Zusätzliche Aufnahmen über die Mindestquote von 90 Prozent hinaus wurden bisher schon gemacht und werden auch fortgesetzt", hieß es aus dem Büro des zuständigen Referenten Siegfried Schrittwieser (SPÖ).

Auch Vorarlberg, Kärnten und Salzburg schaffen Quartiere

In Vorarlberg wurden seit dem Asylgipfel  für rund ein Drittel der aufzunehmenden 80 Asylwerber Quartiere geschaffen. "Wir sind dran, ich bin in engem Kontakt mit der Caritas", sagte Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP). Er gehe davon aus, "dass wir die 80 Plätze bis Ende des Monats bereitstellen werden", so der Landesrat.

In Kärnten sollen bis Ende November 150 zusätzliche Asylwerber aufgenommen werden. "Wir sind auf einem guten Weg, das bis zum Monatsende zu lösen", sagte Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) am Montag. Gespräche über die Unterbringung der Betroffenen hat Dörfler bisher unter anderem mit Kirchenvertretern - konkret mit Diözesanbischof Alois Schwarz und Superintendent Manfred Sauer - geführt. Diesbezüglich soll es in den kommenden Tagen auch eine Info-Veranstaltung geben. Konkreteres wollte Dörfler vorerst nicht sagen.

Salzburgs Integrations-Landesrätin Tina Widmann (ÖVP) kann noch keine Zahlen nennen, wie viele der vereinbarten 170 zusätzlichen Plätze schon gefunden worden sind. Sie habe unter dem Motto "Eine Gemeinde, eine Familie" alle Bürgermeister und alle Pfarrgemeinden angeschrieben und inzwischen doch einige Rückmeldungen erhalten. Das heißt, die Asylwerber sollten in möglichst kleinen Gruppen auf möglichst viele Gemeinden verteilt werden. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die 170 Plätze schaffen", sagte sie .

Auch Privatpersonen hätten sich schon gemeldet, die beispielsweise eine Mutter mit Kind aufnehmen würden. Und die Caritas habe bereits angeboten, die Betreuung der privat untergebrachten Asylwerber zu übernehmen. "Ganz ohne Asylantenheim wird es aber nicht gehen", sagte die Landesrätin, für dieses habe sie die Diakonie als Träger gewonnen. Salzburg sei auch schon vor dem Asylgipfel tätig gewesen und habe 150 neue Plätze geschaffen habe, so Widmann. Bei den unbegleiteten Jugendlichen werde Salzburg ab Jänner die Quote übererfüllen. (APA, 5.11.2012)

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