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Deutsche Wissenschafter haben ein Enzym identifiziert, das sich als vielversprechender Angriffspunkt für zukünftige Krebstherapien erweisen könnte. Wird das Molekül HDAC11 ausgeschaltet, so stellen die Krebszellen ihr Wachstum ein und sterben ab. Normalen Zellen schadet eine Blockade des Enzyms dagegen nicht. Auf der Basis dieser Ergebnisse suchen die Forscher nun nach selektiven Wirkstoffen gegen HDAC11.
Bei der Suche nach neuen Krebsmedikamenten werden seit einigen Jahren Substanzen erprobt, die die so genannten HDAC-Enzyme hemmen. "Studien haben gezeigt, dass solche HDAC-Inhibitoren das Wachstum von Krebszellen in der Kulturschale sehr gut bremsen. Aber außer bei einem seltenen Lymphdrüsenkrebs sind diese Medikamente im klinischen Einsatz leider nicht gegen bösartige Tumoren wirksam", sagt Olaf Witt, Leiter einer Forschungsabteilung im Deutschen Krebsforschungszentrum und Kinderarzt am Universitätsklinikum Heidelberg.
In der Zelle haben die HDAC-Enzyme ("Histon-Deacetylasen") die Aufgabe, kleine chemische Markierungen, die so genannten Acetylgruppen, von den Histonproteinen abzuschneiden. Die Histone wiederum funktionieren als Spulen, auf die das Erbgut im Zellkern aufgewickelt ist. Die An- oder Abwesenheit der Acetylmarkierungen ist entscheidend dafür, wo das Erbgut abgelesen werden kann.
Bisherige HDAC-Hemmer mit schweren Nebenwirkungen
Witt und seine Kollegen sehen darin den Grund für die Probleme beim klinischen Einsatz der HDAC-Inhibitoren: Die bisher verfügbaren Substanzen blockieren gleichermaßen alle Mitglieder der großen Familie der HDAC-Enzyme. Dadurch greifen sie in lebenswichtige Zellfunktionen ein und schädigen auch gesunde Zellen. Das führt teilweise zu schweren Nebenwirkungen, so dass das Medikament nicht ausreichend hoch dosiert werden kann.
Bei der Suche nach einem Ausweg aus diesem Dilemma stieß Witts Team auf ein erst kürzlich entdecktes Mitglied der HDAC-Familie, HDAC11. Die Forscher wiesen nach, dass viele Krebszellen, darunter Zellen von Brust-, Leber oder Nierenkrebs, außergewöhnlich viel HDAC11 produzieren. In gesunden Zellen wurde dies nicht beobachtet, außerdem sind dort kaum spezifische Funktionen für HDAC11 bekannt. "Daher schien es uns naheliegend, dass wir mit einem spezifischen HDAC11-Inhibitor auch spezifisch Tumorzellen treffen, für die dieses Enzym offenbar eine besondere Rolle spielt", sagt Hedwig Deubzer, die Erstautorin der Arbeit.
Da bislang keine spezifisch wirksamen HDAC11-Inhibitoren existieren, prüfte das Team diese Hypothese auf andere Weise: In Zelllinien von Brustkrebs, Darm-, Prostata und Eierstockkrebs schalteten die Forscher mit molekularen Techniken die HDAC11-Produktion aus, desgleichen zur Kontrolle in gesunden Zellen. Das Resultat: Krebszellen ohne HDAC11 waren in ihrer Lebensfähigkeit eingeschränkt und erlagen häufiger dem Zelltod Apoptose. Dagegen machte sich der Verlust von HDAC11 bei gesunden Zellen nicht bemerkbar.
Neue Methode greift nur Krebszellen an
"Das Ergebnis spricht dafür, dass eine selektive Blockade von HDAC11 ausschließlich die Krebszellen treffen würde", sagt Hedwig Deubzer. Gegen verschiedene krebsrelevante Enzyme konnte in den letzten Jahren bereits eine Vielzahl hochspezifischer Inhibitoren entwickelt werden, die teilweise bereits als Medikamente zugelassen sind. Das ermutigt die Heidelberger Forscher, nun gemeinsam mit dem Unternehmen Bayer Healthcare mit Hochdruck nach einer geeigneten Substanz zu suchen, die selektiv gegen HDAC11 gerichtet ist.
HDAC-Inhibitoren zählen zu einer Gruppe von Medikamenten, die Forscher als "epigenetisch wirksame" Substanzen zusammenfassen. Diese Wirkstoffe beeinflussen die chemischen Markierungen, die die Zelle direkt am Erbgut DNA oder aber an Verpackungsproteinen des Erbguts wie den Histonen anheftet. Diese Markierungen haben ganz wesentlichen Anteil an der Regulation der Genaktivität. In den letzten Jahren häuften sich Ergebnisse, dass fehlerhafte epigenetische Markierungen die Krebsentstehung fördern. Mit neuen Wirkstoffen wie unter anderem den HDAC-Inhibitoren sollen solche Fehlmarkierungen wieder korrigiert werden. (red, derstandard.at, 05.11.2012)
Abstract
International Journal of Cancer: HDAC11 is a novel drug target in carcinomas
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"Hochdruck nach einer geeigneten Substanz zu suchen, die selektiv gegen HDAC11 gerichtet ist."
Fancy wording für: "Wir überexprimieren das Zeug in einem geeigneten Vektor und lassen den Roboter so lange gegen unsere Substance-Library screenen bis wir was finden was es inhibitorisch bindet oder selektiv abbaut :D
Im Interesse der verfügbaren Freizeit der Lab-guys hoffe ich, dass E.Coli das Zeug korrekt exprimiert. Go Bayer =)
Wie (Bayer)-Geld die Forschungsrichtung bestimmt.
HDAC-Inhibitoren sind lange bekannt und ihre direkte Wirkung auf HDAC wissenschaftlich nachgewiesen.
Inder kennen diese Sustanzen seit tausenden von Jahren. Ayurveda, die alte indische Gesundheitslehre, beschreibt den Einsatz ua. von Gelbwurz und Ingwer ganz spezifisch als antiinflammatorisch, und das 3000 Jahre vor Christi Geburt!
Satt
Zu einem guten Artikel gehoert, dass ein Thema von allen Seiten naeher beleuchtet wird!
Der Standard verlangt von seinen Lesern, dass sie sich alles selbst raussuchen. Die einseite (gefaerbte) und grottenschlechte Berichterstattung habe ich satt, schade um die Zeit!
Kein Wunder nach 40 Jahren will ihnen niemand mehr auf den Leim gehen und jeder hat die tollen Krebstherapien satt, die 75% umbringen und den Rest gezeichnet zuruecklaesst.
Die neuen (noch viiiiel teureren Mittel) der personalisierten Medizin warten bereits. Nach Rheuma&Co jetzt ab zur Krebstherapie!
Da sie nicht einmal Plazebowirksamkeit (33%) zeigen muss zuerst jedes Mittel durchprobiert werden (damit auch jede Firma zum Zug kommt) und in gewohnter Manier stets in Kombination mit den althergebrachten, unwirksamen gaengigen Krebstherapien!
Echte Plazebogruppen werden selbst nach 40 Jahren erfolgloser Forschung noch immer als "unethisch" zurueckgewiesen, und somit sichergestellt, dass es noch lange unwirksame Krebstherapien geben wird!!
nein, eine zeitung muss nicht unbewiesenen, unwissenschaftlichen blödsinn beleuchten, nur weil er ihnen einfällt. oder muss jetrzt auch noch die rolle von chemtrails, feen und roisenquarz beleuchtet werden damit der artikel ihren ansprüchen genügt?
Und seit ca 40.000 Jahren kennt man bereits Anästhesie. - Keule auf den Kopf. Und Kopfschmerzmittel - Stein gegen Schädel.
Und vor 5000 jahren war die Lebenserwartung schließlich auch knapp halb so hoch, wie heute. Eigentlich verwuderlich, daß man das alles heute nicht mehr anwendet. Da steckt bestimmt die Pharmaindustrie dahinter. ;)
Ja, genau. Und was in der Bibel steht muß ja schließlich stimmen. ;) Methusalem sah vermutlich wie 969 Jahre aus, war evt. 85, wenn er denn überhaupt existiert hat.
Aller Wahrscheinlichkeit nach war das Durchschnittsalter irgendwo bei 40 Jahren. Ausnahmen waren da natürlich Menschen, die ausreichende Ernährung hatten, sich Hygiene leisten konnten und das Glück keiner schwereren krankheit erlegen zu sein. - krankheiten, die einen noch im 18.Jh das Leben kosten konnten und jetzt nicht mehr existieren, Impfungen existieren oder problem- und gefahrlos behandelt werden können.
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