Bischofskonferenz verurteilt geplante Homo-Ehe

5. November 2012, 11:23
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Der Erzbischof von Paris fordert eine nationale Debatte zum Thema

Paris - Die in Frankreich geplante Anerkennung der Eheschließung von homosexuellen Paaren verstößt nach Ansicht der Bischofskonferenz des Landes "gegen Fundamente unserer Gesellschaft". Während der Konferenz im französischen Wallfahrtsort Lourdes kritisierte Kardinal André Vingt-Trois am Samstag vor 120 Bischöfen die Pläne der französischen Regierung. Der Gesetzentwurf, der unter anderem ein Adoptionsrecht für schwule und lesbische EhepartnerInnen vorsieht, soll an diesem Mittwoch im Kabinett behandelt werden.

"Geschlechtsspezifische Realität"

Der Erzbischof von Paris forderte "eine breite nationale Debatte" über das Thema. Nach seinen Worten geht das jetzige Vorhaben auf den Druck von LobbyistInnen zurück. Zentrale Frage sei jedoch die Anerkennung der geschlechtsspezifischen Realität menschlicher Existenz, sagte Vingt-Trois nach Kirchenangaben.

Nach einer am Samstag von der Zeitung "Le Parisien" veröffentlichten Umfrage ist eine Mehrheit von 58 Prozent der französischen Bevölkerung für die gleichgeschlechtliche Ehe. Die Zustimmung ist demnach gegenüber einer früheren Befragung um fünf Punkte gesunken. Für die Zeitung hatte das BVA-Institut Ende Oktober 1.021 Menschen über das Internet befragt. (APA, 5.11.2012)

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    In Paris demonstrierten Konservative gegen die geplante Homo-Ehe: "Ein Vater. Eine Mutter. Lügt eure Kinder nicht an", ist auf den Schildern zu lesen.

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