Europas Leitbörsen schließen einheitlich im Minus

5. November 2012, 18:38
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Bankenwerte stark unter Druck

Frankfurt am Main - Negative Vorgaben aus Asien haben am Montag die europäischen Aktienmärkte belastet. Nach einen zweiprozentigem Plus in der vergangenen Woche sank der Euro-Stoxx-50 im Gleichklang mit dem DAX, CAC 40 und dem FT-SE 100 um 29,48 Einheiten oder 1,16 Prozent auf 2.517,67 Zähler.

Zu den schwächsten Sektoren zählte die Bankbranche. In London hatte die Großbank HSBC Holdings ihre Quartalsbilanz präsentiert. Am Markt wurde vor allem der Vorsteuergewinn von 5,08 Milliarden US-Dollar bemängelt, der unter den Erwartungen lag. Die Aktien schlossen bei 618 Pence, das ist ein Minus von 1,29 Prozent

Auch Bergbauunternehmen gerieten durch die rückläufigen Metallpreise unter Druck. Glencore verloren 0,45 Prozent auf 345,25 Pence.

Im Amsterdam-Exchanges-Index (AEX) brachen die Papiere von PostNL um satte elf Prozent auf einen Schlusskurs von 2,77 Euro. TNT Express verloren 1,89 Prozent auf 7,94 Euro. Der niederländische Logistikkonzern und größter Aktionär von TNT Express meldete einen operativen Verlust im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, während Analysten mit einem Gewinn gerechnet hatten. Zudem erwartet der Konzern um acht bis zehn Prozent sinkende Volumina im Briefgeschäft für das Gesamtjahr. Der operative Gewinn 2012 wird laut PostNL zudem in der unteren Hälfte der Analysten-Prognosespanne von 110 bis 160 Millionen Euro liegen.

Auch die Aktien der Deutschen Post fielen, allerdings aus einem anderen Grund: Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen die Deutsche Post wegen Billigpreisen für Großkunden eingeleitet. Es gehe um die mögliche Behinderung der Konkurrenz, teilte das Kartellamt am Montag in Bonn mit. Anlass seien Beschwerden anderer Briefdienstleister. Die Anteilscheine gaben bis Handelsschluss um 2,05 Prozent auf 15,32 Euro ab.

Ryanair überrascht

Unter den europäischen Einzelwerten stachen die Aktien der Billigfluggesellschaft Ryanair heraus, die um 6,28 Prozent hochsprangen. Nach guten Quartalszahlen hob Ryanair die Prognosespanne für den Gewinn des laufenden Geschäftsjahres kräftiger als erwartet an. Das sorgte für gute Stimmung in der gesamten Branche, die sich im schwachen Umfeld stabil hielt.

In der Schweiz meldete der Pharma-Konzern Roche für seinen Produktkandidaten Aleglitazar zur Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen bei Diabetes-Typ-2-Patienten gute Detailergebnisse aus einer Phase-II-Studie. Entsprechend positiv fielen daraufhin auch mehrheitlich die Kommentare von Analysten für das als Hochrisiko-Projekt eingeschätzte Aleglitazar aus. Das Papier gehörte zu den wenigen Gewinnern im Swiss-Market-Index (SMI) mit plus 0,38 Prozent auf 185,10 Euro.  (APA, 5.11.2012)

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