Angeblich Zugeständnis des Iran

4. November 2012, 19:23
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Teheran will 20-Prozent-Anreicherung ausgesetzt haben

Teheran - Der Iran hat Medienberichten zufolge die umstrittene Anreicherung von Uran auf 20 Prozent ausgesetzt. Laut einem Artikel des britischen Guardian, der sich auf Medien der Region beruft, nannte der iranische Parlamentarier und Außenpolitiker Mohammad Hossein Asfari den Schritt eine "Geste des guten Willens" vor einer neuen Gesprächsrunde im Atomstreit, die nach den US-Wahlen stattfinden solle.

Asfari sagte, er hoffe, dass dieser Schritt zu einer Aufhebung der Sanktionen führen werde. Andernfalls werde die 20-Prozent-Anreicherung wiederaufgenommen. Eine Bestätigung der Suspendierung gab es zunächst nicht.

Die USA und die EU-Staaten verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an Nuklearwaffen zu arbeiten. Deshalb hatte der UN-Sicherheitsrat den Iran mehrfach dazu aufgefordert, die Urananreicherung auszusetzen. Weil der Iran dem bisher nicht nachgekommen ist, haben sowohl die Uno als auch - in noch schärferer Form - die USA und die EU Sanktionen verhängt.

Der Iran hat stets darauf bestanden, dass er die Atomenergie nur für zivile Zwecke nutze. Niedrig angereichertes Uran (circa 3,5 Prozent) kann etwa zur Energiegewinnung in Atomkraftwerken verwendet werden - im Gegensatz zu hoch angereichertem Material (90 Prozent), das man für den Bau einer Atombombe braucht.

Zunächst hatte sich Teheran - überwacht von der IAEO in Wien - auf die 3,5-prozentige Anreicherung beschränkt. Im Februar 2010 hatte der Iran aber begonnen, einen Teil des Materials auf 20 Prozent anzureichern, offiziell für einen Forschungsreaktor. Experten argumentieren, der Schritt zu einem sehr hohen Anreicherungsgrad sei nicht mehr sehr groß, weshalb die 20-Prozent-Anreicherung dem Westen ein besonderer Dorn im Auge ist. Die Gespräche zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland waren bisher wenig erfolgreich.

Geldwäsche in Wien

Ein Mitarbeiter des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadi-Nejad soll unterdessen laut Jerusalem Post in Wien Geld gewaschen haben, um die Sanktionen zu umgehen. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum rief die EU auf, Österreich für die Nichtdurchsetzung von Sanktionen zu bestrafen. (red, APA, DER STANDARD, 5.11.2012)

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    Archivbild: Forschungsreaktor in Teheran.

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