Portugal stellt Nationalgarde zur Hetzjagd auf Stiere ab

4. November 2012, 18:54
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Umstrittene Aktion in 176-Einwohner-Dorf

Lissabon - Mit einer umstrittenen Treibjagd auf eine unbekannte Zahl wilder Stiere wollen die Behörden in Portugal dem Leiden eines kleinen Dorfes ein Ende bereiten. Die 176 Bewohner von Segura an der Grenze zu Spanien leben Medienberichten zufolge seit langer Zeit in Angst und Schrecken, weil die Tiere nachts in die Ortschaft einfallen und große Schäden anrichten.

Zu Beginn dieser Woche wollte die Tierärztliche Behörde DGAV daher mit Hunden und Angehörigen der Nationalgarde eine Hetzjagd starten, sagte der Bürgermeister des zuständigen Bezirks Idanha-a-Nova, Alvaro Rocha, nach Medienberichten vom Wochenende. Die Jagd werde sich womöglich bis Ende November hinziehen.

Schäfer kam ums Leben

Woher die Stiere stammen und wie viele in der Region tatsächlich leben, ist nicht im Detail bekannt. Schätzungen reichen von 250 bis 1.000 Tieren. Der Chef des Stadtrates, Julio Lopes, klagte jedenfalls über zerstörte Plantagen und Autos. Die Rede ist von zumeist nächtlichen Attacken. Dabei sollen gar einen Schäfer getötet und ein Jäger schwer verletzt worden sein.

Die Tierschutz-Liga Portugals (LPDA) verurteilte die geplante Jagd. "Das ist die schlechteste Lösung", sagte LPDA-Präsidentin Maria do Ceu Sampaio. Eine Facebook-Initiative will "das Gemetzel", wie sie die Aktion nennt, mit hunderten Eingaben an die Regierung in Lissabon in letzter Sekunde verhindern. (APA, 4.11.2012)

  • Wild lebende Stiere im Visier der portugiesischen Nationalgarde (Symbolbild)
    foto: epa/carlos garcia

    Wild lebende Stiere im Visier der portugiesischen Nationalgarde (Symbolbild)

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