Raufgekocht, runtergefressen

Einserkastl4. November 2012, 18:29
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Unser Speisenkonsum entwickelt sich diametral zur Qualität des TV-Programms

Die Frage, wieso der Mensch sich im Vergleich zu anderen Primaten recht vorteilhaft entwickelte, gibt bis heute Rätsel auf. Forscher der Uni Rio de Janeiro konnten nun die These erhärten, dass eine Fähigkeit entscheidend war: Kochen. Weil Gegartes besser in Energie umgewandelt wird, mussten unsere Vorfahren - anders als etwa die Gorillas - nicht mehr täglich acht Stunden mit Essen verbringen. Sondern verfügten über Energiereserven, die, so die Forscher, in die Entwicklung immer größerer Gehirne fließen konnten.

So weit die Theorie. In der Praxis scheint die Studie aber Schwachstellen aufzuweisen. Allein die Vorstellung, dass der moderne Mensch weniger als acht Stunden pro Tag esse, ist bar jeder Realität. Bekanntlich entwickelt sich der Speisenkonsum diametral gegensätzlich zur Qualität des TV-Programms. Und jene viereinhalb Stunden, die das "TV-aktive Publikum" laut ORF täglich erleidet, lassen sich ohne gleichzeitige Snack-Kompensation kaum verdauen.

Wer die Zeit, die bei den Mahlzeiten draufgeht, das bissl Naschen vor dem Computer und nächtliche Rendezvous mit dem Kühlschrank mit einrechnet, kommt locker auf gorillamäßige Futterzeiten. Dazu gehen die Forscher von der abstrusen Annahme aus, dass es sich bei der Spezies unverändert um eine des Kochens mächtige Art handle. Das aber kann nur glauben, wer noch nie eine Kochsendung gesehen hat. (Severin Corti, DER STANDARD, 5.11.2012)

  • Gorillamäßige Futterzeiten: Kompensiert eine des Kochens mächtige Art auf diese Weise das TV-Programm?
    foto: ap photo/frank augstein

    Gorillamäßige Futterzeiten: Kompensiert eine des Kochens mächtige Art auf diese Weise das TV-Programm?

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