Bucher: "Weine ihnen keine Träne nach"

  • BZÖ-Chef Josef Bucher ist mitunter im Parlament ziemlich einsam. Dennoch will er weitermachen und nicht auf Koch umsatteln.
    foto: apa/jäger

    BZÖ-Chef Josef Bucher ist mitunter im Parlament ziemlich einsam. Dennoch will er weitermachen und nicht auf Koch umsatteln.

BZÖ-Chef Josef Bucher wird gegen einen Stronach-Klub im Parlament stimmen, sollte diese Frage dem Nationalrat vorgelegt werden. Stronach sei mit dem Liberalen Forum nicht vergleichbar

Wien - "Ich weine ihnen keine Träne nach", sagt BZÖ-Chef Josef Bucher über die abgesprungenen Abgeordneten. Nach der Nationalratswahl 2008 war das BZÖ mit 21 Abgeordneten im Nationalrat vertreten, jetzt sind es noch 13 Mandatare im orangen Klub.

Drei sind zur FPÖ übergelaufen, fünf wollen jetzt als "Team Stronach" ihren eigenen Klub machen. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) hatte am Wochenende klargestellt, dass der Klubstatus für diese neue Fraktion mehr oder weniger fix sei. Offen bliebe derzeit, ob sie selbst den Klubstatus zuerkennen oder ob der Nationalrat darüber abstimmen werde. Bucher am Sonntag im Gespräch mit dem Standard: "Wir würden auf jeden Fall dagegenstimmen. Das Team Stronach ist nicht mit der Gründung des Liberalen Forums vergleichbar. Damals hatten die von der FPÖ abgesprungenen Abgeordneten einen völlig neuen Kurs eingeschlagen. Jetzt ist ja kein fundamentaler politischer Unterschied erkennbar. Das Team Stronach hat sogar unser Parteiprogramm abgeschrieben."

Schlechter Charakter

Den schlechten Charakter, den Bucher den abgesprungenen Abgeordneten nachsagt, sieht er nicht auf sich oder das BZÖ, auf dessen Liste sie ursprünglich kandidiert haben, zurückfallen. "Das war noch die Liste von Jörg Haider", sagt Bucher, "ich habe diesen Leuten niemals in Aussicht gestellt, dass sie noch einmal auf einer Liste vertreten sein werden."

Bucher selbst konzentriert sich jetzt auf die Wahl in Kärnten, wo er als Spitzenkandidat antreten wird. Er zeigt sich überzeugt davon, mit dem BZÖ sowohl den Einzug in den Landtag als auch im Herbst dann den Wiedereinzug in den Nationalrat zu schaffen. "Wenn ich mir nichts zutraue, dann bräuchte ich es gar nicht probieren", sagt er. Die schlechten Umfragewerte wischt der BZÖ-Chef vom Tisch.

Einen Plan B, falls die politische Karriere an den nächsten Wahlgängen scheitern könnte, habe er nicht, versichert Bucher im Standard-Gespräch. Noch denke er nicht darüber nach, auf Koch oder Hotelier umzusatteln. " Ich gehe fix davon aus, dass wir das schaffen." Im Nachsatz fügt Bucher dann an: "Der elterliche Betrieb läuft mir ja nicht davon." (Michael Völker, DER STANDARD, 5.11.2012)

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