Früherer Martinz-Vertrauter darf nicht mehr für Kärntner ÖVP kandidieren

4. November 2012, 14:45
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Neuer Parteichef Obernosterer gewinnt Kraftprobe - Thomas Goritschnig legt alle Parteiämter nieder

Klagenfurt - Der Kärntner ÖVP-Chef Gabriel Obernosterer hat am Wochenende eine innerparteiliche Kraftprobe gewonnen. Verlierer ist der ehemalige Landesgeschäftsführer Thomas Goritschnig, der von der Klagenfurter Bezirkspartei am ersten Listenplatz für die Landtagswahl gereiht worden war. Dies wollte Obernosterer nicht hinnehmen, er erzwang einen Beschluss des Parteivorstandes, dass Goritschnig nicht kandidieren dürfe. Goritschnig legte am Sonntag seine Parteiämter nieder.

Kandidatur vom Tisch

Goritschnig war am 2. August von seiner Funktion zurückgetreten, zugleich mit Stephan Tauschitz als Klubobmann und Achill Rumpold als Landesrat. Sie würden in "die zweite Ebene" zurücktreten, hieß es damals. Obernosterer erklärte am Sonntag vor Journalisten, für ihn habe dies stets bedeutet, dass die Betroffenen nicht mehr als Abgeordnete kandidieren dürften. "Es steht in der Vereinbarung allerdings nicht dezidiert drinnen, dass die drei nicht mehr kandidieren dürfen." Goritschnig sei es wichtig gewesen, dass dies kommuniziert werde. Ebenso habe er darauf bestanden, dass darüber bis zum Sonntag Stillschweigen bewahrt würde. "Ich habe mich daran gehalten, im Wissen, dass ich damit blöd dastehe", so Obernosterer. Es sei ihm aber wichtiger gewesen, dass das Thema Kandidatur vom Tisch sei, als dass er gut oder schlecht dastehe.

Obernosterer gibt Formalfehler zu

Obernosterer: "Es war ihm wichtig, dass ich mich entschuldige dafür, dass ich einen Beschluss des Landesparteivorstandes durchgeführt habe. Man hätte die Bezirksparteileitung vorher informieren müssen." Er habe kein Problem damit gehabt, sich für diesen Formalfehler zu entschuldigen, betonte der Parteichef. Dazu müsse aber auch gesagt werden, dass er vor jener Vorstandssitzung ein einstündiges Gespräch mit Goritschnig geführt habe, dieser habe sich geweigert, auf seine Kandidatur zu verzichten. Erst danach habe er den Beschluss im Vorstand herbeigeführt.

"Öffentliche Demütigungen"

Goritschnig, der sich Ex-Landesrat Achill Rumpold als Berater geholt hatte, ließ am Sonntag in einer Aussendung wissen, dass er aufgrund der Vorkommnisse der vergangenen Wochen keine Parteifunktionen mehr wahrnehmen werde. Goritschnig sprach von "öffentlichen Demütigungen und Diffamierungen", denen er ausgesetzt gewesen sei, trotzdem habe er weiter für Kärnten und die ÖVP gekämpft. Wörtlich heißt es in der Erklärung: "Wenn man jedoch gegen mich und den Namen meiner Familie mit bewussten Falschinformationen eine Treibjagd veranstaltet, ist für mich das Maß des Erträglichen überschritten." Obernosterer wollte diese Vorwürfe nicht kommentieren, sondern meinte nur: "Das Thema ist erledigt." (APA, 4.11.2012)

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