Don't panic: Ist das Internet mal weg, kommt was Besseres

Systemtheoretiker John Casti erklärt wieso Katastrophen langfristig notwendig sind

John Casti vertritt eine gewagte These: Fukushima sei das Beste, was Japan passieren konnte. Damit rüttelte der Systemtheoretiker das Publikum auf der diesjährigen TEDx Vienna wach. Nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami hätten die Menschen damit begonnen Gesellschaft und Wirtschaft neu zu organisieren. "Creative Deconstruction" nennt sich das Prinzip, demzufolge extreme Einschnitte auf lange Sicht notwendig sind, um Neues hervorbringen zu können.

X-Events

Extreme Ereignisse wie die Finanzkrise oder Umweltkatastrophen würden ein "Redesign" der gesellschaftlichen Ordnung bringen und seien zwar kurzfristig verheerend, auf lange Sicht jedoch nicht nur negativ zu sehen.

Notwendig für Neues

Durch diese einschneidenden Ereignisse würden sich neue Nischen bilden, bisherige Sozialstrukturen müssten neu erschaffen werden. Nur so könne sich das System erneuern. Das habe beim Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren funktioniert und soll auch so sein, wenn einmal dem Internet die Lichter ausgehen.

Forschungszentrum in Wien

Am privat organisierten X Center werden unter Castis Leitung in Wien extreme Ereignisse erforscht und Tools für weitere Forschung und Entscheidungsfindung entwickelt. Eines davon ist der web-basierte Social Mood Indicator, mit sich die Stimmung in einem Unternehmen, unter Kunden oder Bürgern messen lässt. Die Ergebnissen können zur Vorhersage bestimmter Trends genutzt werden. Beispielsweise auch um die Effektivität einer Marketing-Kampagne zu testen. (Birgit Riegler, derStandard.at, 3.11.2012)

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naja

die Saurier haben von ihrem Aussterben aber bisher ned wirklich profitiert, oder?

~ :o}

Aber Du und ich.
Sehr wahrscheinlich hätten wir heute kaum eine Chance auf posten beim Standard, wenn die Saurier nicht aus irgendeinem Grund ausgestorben wären:
Ein klares Beispiel für eine große Ursache mit kleiner Wirkung.

;-)

aber das ende der schiffsmühlen und dampflokomotiven hat nicht nur nachteile gebracht.

Die sind aber auch erst abgelöst worden bevor ie ausgestorben sind ^^

naja

leider hat der mann da recht. denn der mensch ändert sich augenscheinlich erst, wenn ihm keine andere wahl bleibt...für selbstgewählte schritte sind wir als menschheit halt zu feige und zu wenig weise.

Manche Leute würde ich auch gerne

"kreativ" destructen.

Ich find das schon toll, daß es so Katastrophen gibt. Oder Krisen. Aus denen sich genau eben wieder alte Eliten herausretten können, während man dem 3jährigen Verhungernden erklären muss: "du, Kleiner - später schauts eventuell genau so aus, daß du und deine Kinder für dieselben schuften müssen, denen es jetzt schon gut geht. Das wird immer so bleiben. Und jetzt siehst dus sicher positiv: du stirbst den Hungertod, und die da oben können dann ohne dich und deine Kinder weitermachen, bis es das nächste Mal kracht. Ha ? *backzwick*".

...

Es wird nicht automatisch besser wenn man etwas verändert, aber damit es besser werden kann muß sich was verändern.

Außerdem weiß man schon aus dem Changemanagement, dass erst bei großem Leidensdruck eine Veränderung möglich ist, da der Mensch aus Prinzip gerne am Ist Stand festhält, da das neue Ängste hervorruft.

Na na, nicht übertreiben mit dem Lob der Katastrophe

sonst kommen gewisse Leute noch auf die Idee dass es eine gute Tat ist, wenn sie eine solche auslösen...

keine sorge

kann halt sein dass nach dem nächsten großen klescher die menschheit weg ist. der rest organisiert sich dann wieder neu und besser. ist vielleicht eh da beste was dem planeten passieren kann.

Das Schicksal des Planeten ist schon seit seiner Geburt besiegelt.
Um den brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

Dem Planeten sind wir genau so wurscht, wie manchen von uns der Planet.

Er hat es etwas ungenau Formuliert: Wenn das Internet weg ist kommt etwas "besser überwachtes/überwachbares".

Creative destruction ist ein alter Hut und kommt von Joseph schumpeter, einem österreichischen Ökonomen.

Naja...

...geboren in Tschechien, studiert in Österreich, gearbeitet in Österreich und Deutschland und schließlich ausgewandert, incl. Übernahme der US Staatsbürgerschaft.

Ein waschechter Österreicher halt. Genauso wie viele andere, die man nicht mehr haben wollte und nun natürlich beansprucht.

na gut

stimmt ja was sie da sagen, aber die Unverfrorenheit, mit der das Konzept von Schumpeter hier blak geputzt wird und als neue Einsicht verkauft wird, ist schon bemerkenswert.

Definitiv. Das habe ich nicht abgestritten.
Mein Kommentar war nur etwas off-topic

Sie haben recht: Gerade in Wien sollte man das wissen!

Naja, der Mensch ist von selbst nicht lernfähig, aus Schaden wird man klug, heisst es, obwohl ich das für zu optimistisch halte.

Anscheinend braucht es viele Katastrophen, bis wir daraus etwas lernen.

http://german-tutor-online.webs.com/

katastrophen sind nicht notwendig sondern nur das resultat zu wenigem engagements unserer seits.

hätten wir was gegen atomenergie unternommen gäbs kein fukushima, würden wir die öllobby zerschlagen und wirtschaftlich enorm rentabel in ökostrom u technologie investieren gäbs keine menschheitsgefährdende klimaerwärmung und würden wir eine sozialere gesellschaft schaffen gäbs weniger leidende menschen.

wer rot schwarz blau orange oder vergleichbares wählt ist mitschuld.

Du weißt aber schon, dass um Fukushima rum ein klitzekleiner Tsunami gewütet hat? Wie hätten wir uns engagieren müssen, um den zu verhindern?

ganz banal keine atomkraftwerke sondern rentablere energieversorgung oder zumindest keine atomkraftwerke direkt am meer in einem seebeben reichen gebiet.

pure logik, nicht?

mit wir mein ich die bevölkerungen generell.

den tsunami kann man genauso wie andere naturkatastrophe nicht verhindern(ausgenommen klimawandelbedingte) - aber die folgen wären zb über ein präziseres frühwarnsystem, oder andere baustrategien etwas abzuschwächen.

Ich vermute, er hat gemeint, daß es bei mehr Engagement keine AKWs geben würde.

Immerhin wäre AKW-Strom 10mal teurer, wenn man nicht alle Folgekosten der Allgemeinheit aufgebürdet hätte. Das Betreiben von AKWs wäre schlicht unrentabel.

nicht "wäre schlicht unrentabel."

sondern "ist" unrentabel,.. außer für ein paar e-gesellschaften die davon lukrieren!

hättiwari - träum weiter...

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