Syrische Panzer dringen laut Israel auf Golanhöhen vor

3. November 2012, 18:00
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Keine österreichischen UN-Soldaten betroffen - Israel legt bei UN-Friedenstruppe Beschwerde ein

Jerusalem/Damaskus - Drei syrische Panzer sind am Samstag nach israelischen Angaben in die demilitarisierte Zone auf den Golanhöhen eingedrungen. Israel habe daraufhin bei der UNO-Friedenstruppe in der Pufferzone Beschwerde eingelegt, teilte eine Sprecherin der Streitkräfte mit.

Die Panzer sowie zwei gepanzerte Transportfahrzeuge seien wenige Kilometer von israelischen Stützpunkten entfernt vorbeigefahren, berichtete die Nachrichtenwebsite Ynet. Einer israelischen Armeesprecherin zufolge befänden sich auch am Sonntag noch syrische Panzer auf den Golan-Höhen.

Der israelische Generalstabschef Benny Ganz sagte am Sonntag bei einem Besuch auf den seit 1967 von Israel besetzten Golanhöhen, die Lage in dem Nachbarland sei "eine syrische Angelegenheit, die aber auch unsere Angelegenheit werden könnte".

Die regierungsnahe syrische Tageszeitung "Al-Watan" schrieb am Sonntag, die syrische Armee habe eine "Säuberungsaktion" gegen Milizionäre der "Freien Syrischen Armee" begonnen. Diese hätten Dörfer in der demilitarisierten Zone auf den Golanhöhen infiltriert.

Keine österreichischen Soldaten betroffen

Von dem jüngsten Vorfall auf den von Israel besetzten Golan-Höhen sind keine österreichischen Soldaten betroffen. Zwar konnte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Wien, Michael Bauer, das Eindringen syrischer Panzer in die demilitarisierte Zone bestätigen. Jedoch sei dies "weit außerhalb unseres Aufgabengebietes" passiert, sagte Bauer am Samstag auf APA-Anfrage.

Die aktuell rund 375 auf den Golan-Höhen stationierten österreichischen Soldaten hätten den Vorfall "nicht beobachten können", so Bauer. Er habe sich in rund 12 Kilometern Entfernung vom Einsatzgebiet der Österreicher ereignet. Zu der Grenzverletzung durch die Panzer kam es demnach im nördlichen Teil der Zone, der von den Philippinen kontrolliert wird.

Die "United Nations Disengagement Observer Force" (UNDOF) gibt es seit 1974. Mehr als 26.000 österreichische Soldaten waren bisher dort im Einsatz.

Rebellen greifen Luftwaffenbasis in Aleppo an

Die Rebellen in Syrien haben nach eigenen Angaben eine strategisch wichtige Luftwaffenbasis angegriffen und drohen, die Regierungstruppen in der größten Stadt Aleppo von der Versorgung aus Damaskus abzuschneiden. Ein Sprecher der Islamischen Front zur Befreiung Syriens sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag per Telefon, der Angriff auf den Taftanas-Stützpunkt habe am Morgen begonnen. Sie setzten Granatwerfer und mindestens drei Panzer gegen die Soldaten ein. Ein Hubschrauber und mehrere Luftabwehrgeschütze seien zerstört worden. Die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Racheangriffen der Luftwaffe auf das nahegelegen Dorf Bennisch.

Die Angaben aus Syrien können kaum überprüft werden, weil ausländischen Journalisten der Zugang größtenteils verweigert wird.

Vom Aufstand zum Bürgerkrieg

Der Aufstand gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad begann vor 19 Monaten und hat sich zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Die Rebellen haben ländliche Gebiete im Norden sowie Grenzübergänge zur Türkei unter ihre Kontrolle gebracht. Auf der Basis Taftanas in der Provinz Idlib werden Kampfhubschrauber und -flugzeuge der syrischen Luftwaffe betankt. "Von der Flugbasis heben alle Maschinen ab, die Idlib bombardieren", erklärte ein Aufständischer. "Wenn wir sie befreien, wird die Straße zwischen Aleppo und Idlib offen und sicher sein." Auch aus dem Osten Syriens und der Öl-Provinz Deir al-Sor wurden Kämpfe bemeldet.

Ab Sonntag treffen sich in Katar Vertreter der Aufständischen, um über ein gemeinsames Vorgehen zu diskutieren. Bislang ist die Opposition zerstritten. Die Staatengemeinschaft ist vor allem wegen der zunehmenden Aktivität islamistischer Kämpfer in Syrien zurückhaltend bei der Unterstützung der Rebellen. Der UN-Sicherheitsrat ist blockiert, da Russland und China ihren Verbündeten in Damaskus schützen. (APA, 3.11.2012)

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