Steinbrück verdiente zwei Millionen Euro nebenbei

3. November 2012, 13:23
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Designierter SPD-Kanzlerkandidat erhielt 1,25 Millionen Euro für Vorträge, weiteres Geld für Buchhonorare und Aufsichtsratsmandat - Merkel hängt Steinbrück in Umfragen ab

Berlin - Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat nach einem "Focus"-Bericht in dieser Wahlperiode Nebeneinkünfte von rund zwei Millionen Euro erzielt. Zu den 1,25 Millionen Euro für seine Vorträge kämen noch Buchhonorare von rund 550.000 Euro, schreibt das Magazin unter Berufung auf eigene Berechnungen. Diese habe Steinbrück ausdrücklich nicht offengelegt - mit der Begründung, dass man ihm in diesem Bereich keine Abhängigkeiten unterstellen könne.

Laut "Focus" erhielt Steinbrück allein für sein Erstlingswerk "Unterm Strich" eine halbe Million Euro. Für das Buch "Zug um Zug" habe der Verlag mehr als 100.000 Euro gezahlt, die sich Steinbrück mit dem Co-Autoren Helmut Schmidt teile.

Hinzu kämen 115.000 Euro, die der Ex-Finanzminister bereits als Vergütung für sein Aufsichtsratsmandat beim Stahlkonzern ThyssenKrupp erhalten habe. Noch ausstehend sei ein Betrag von rund 65.000 Euro, der Steinbrück Unternehmenskreisen zufolge für das abgeschlossene Geschäftsjahr zustehe, schreibt das Nachrichtenmagazin. Zudem habe Steinbrück eine fünfstellige Summe für ein Interview im Geschäftsbericht des Baukonzerns Bilfinger Berger erhalten. 

Merkel hängt Steinbrück ab

Steinbrück kommt nach einer Umfrage im direkten Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf keinen grünen Zweig. Die deutschen Bundesbürger hielten Merkel für sympathischer, durchsetzungsfähiger und glaubwürdiger als Steinbrück, berichtete der "Focus" am Samstag unter Berufung auf eine Emnid-Umfrage.

Die CDU-Chefin vergrößerte auch ihren Vorsprung in der sogenannten Kanzlerfrage. Ende September wollten im Fall einer Direktwahl noch 46 Prozent der Befragten für Merkel und 37 Prozent für Steinbrück stimmen. Nun sind 51 Prozent für die Amtsinhaberin und nur noch 26 Prozent für ihren Herausforderer.

Noch größer ist die Schere im Osten: Dort kann die Kanzlerin mit 60 Prozent, Steinbrück nur mit 18 Prozent rechnen, ergab die Umfrage, wie auch die Zeitschrift "SuperIllu" berichtete. Merkel gelte als deutlich kompetenter in der Europapolitik und bei der Sicherung der Sozialsysteme. Steinbrück könne immerhin in der Wirtschafts- und Finanzpolitik punkten.

62 Prozent der Bundesbürger halten die Kanzlerin in der Europapolitik für fähiger als Steinbrück, nur 17 Prozent sehen den SPD-Mann vorn. Selbst SPD-Anhänger trauen der CDU-Vorsitzenden hier mehr zu: 60 Prozent halten Merkel für besser, nur 28 Prozent sehen im eigenen Kandidaten den besseren Europapolitiker.

58 Prozent aller Befragten halten Merkel für durchsetzungsfähiger als Steinbrück (24 Prozent). In Sachen Glaubwürdigkeit liegt die Kanzlerin mit 48 Prozent klar vor dem SPD-Politiker (21 Prozent). 50 Prozent meinen, Merkel sei sympathischer als ihr Herausforderer. Nur 21 Prozent sehen das andersherum. Bei den Frauen sind die Werte für Steinbrück noch schlechter.

Allein in der Wirtschafts- und Finanzpolitik kommt Steinbrück besser weg. Ihn halten 42 Prozent der Befragten für kompetenter, 37 Prozent Merkel. (APA, 3.11.2012)

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