BZÖ-Mandatar war Ukraine-Wahlbeobachter für Organisation von Rechtsextremen

3. November 2012, 09:34
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"profil": Generalsekretär der Organisation mit Kontakten zu russischen Skinheads - BZÖ-Abgeordneter hatte von OSZE kritisierte Parlamentswahl in der Ukraine gelobt - Huber weist Vorwürfe zurück

Wien/Kiew/Warschau - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ist die polnische Organisation "Europäisches Zentrum für geopolitische Analysen", in deren Auftrag der Tiroler BZÖ-Abgeordnete Gerhard Huber in der Ukraine als Wahlbeobachter unterwegs war, von einem Rechtsextremen gegründet worden. Der Gründer und Generalsekretär der Organisation, Mateusz Piskorski pflegte auch Kontakte zu russischen Skinheads.

Von 2005 bis 2007 saß der 35-Jährige für die inzwischen aufgelöste rechtspopulistische Partei "Samoobrona" im polnischen Parlament. Piskorskis Nähe zur undemokratischen Regierung Weißrusslands löste 2010 in polnischen Medien einen Sturm der Entrüstung aus. Damals hatte er die weltweit als unfair kritisierten Präsidentschaftswahlen für einwandfrei erklärt. BZÖ-Abgeordneter Huber hatte an der von der OSZE scharf kritisierten ukrainischen Parlamentswahl vom 28. Oktober 2012 nichts auszusetzen: "Ich habe noch nie so faire Wahlen gesehen."

Huber hat den Vorwurf des "profil" mittlerweile zurückgewiesen. Deren Gründer Mateusz Piskorski sei Abgeordneter der eher links ausgerichteten Agrarierpartei "Samoobrona" gewesen und Vorstandsmitglied der internationalen Organisation "Stopnazism", so Huber am Samstag in einer Aussendung. 

"Es ist also wirklich bedauerlich, dass "profil" rechtsextreme Denunziationen aus dem Internet wiedergibt, nur um meine persönlichen Wahlbeobachtungen aus erster Hand zu diskreditieren", so Huber. Der Präsident des "Europäischen Zentrums für geopolitische Analysen", Marcin Domagala, selbst jüdischer Abstammung, sei bekannt für sein Völker verbindendes Engagement, fernab und konträr zu jedwedem Extremismus. "Profil" hätte sich aus erster Hand bei ihm erkundigen können, dies jedoch unterlassen, so Huber. (APA, 3.11.2012)

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