Ministerium: Tägliche Turnstunde kostet 200 Millionen Euro pro Jahr

2. November 2012, 19:27

Dazu kämen einmalig 100 Millionen Euro für die Aus- und Weiterbildung der Pädagogen

Wien - Die seit dem schlechten Abschneiden österreichischer Sportler bei den Olympischen Spielen von London geforderte tägliche Turnstunde würde laut Berechnungen des Bildungsministeriums pro Jahr zusätzlich 200 Mio. Euro Personalkosten verursachen. Dazu kämen einmalig 100 Millionen Euro für Aus- und Weiterbildungskosten für die Pädagogen, bestätigte ein Sprecher von Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) einen Bericht der "Kronen Zeitung". Eingesetzt werden könnten dafür vor allem Freizeitpädagogen, also etwa Trainer von Sportvereinen, die eine zusätzliche pädagogische Qualifikation erhalten haben.

Nach wie vor halte die Ministerin jedoch daran fest, dass die verpflichtende tägliche Turnstunde nur in einer Ganztagsschule sinnvoll umzusetzen sei, hieß es. Freiwillig sei es den Schulen im Rahmen der Schulautonomie aber jetzt schon möglich, die tägliche Turnstunde einzuführen, betonte das Ministerium. (APA, 3.11.2012)

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Die plakativ geforderte tägliche Turnstunde wäre wünschenswert, ist aber unter den gegebenen Rahmenbedingungen undurchführbar bzw. unfinanzierbar. Da erzeugt man für eine wichtige und gute Sache nur Widerstände - ob gerechtfertigt oder nicht - und wirkt kontraproduktiv.
Wünschenswert wäre es schon, auf allen Schulstufen und in allen Schultypen 3 Wochenstunden Bewegung und Sport abhalten zu können, von qualifizierten und engagierten Lehrkräften, die auf höchstem Niveau ausgebildet wurden.
Das müssen uns unsere Kinder und Jugendlichen wert sein!

Ich halte die tägliche Turnstunde in der Form, wie sie geplant ist, für ein Unding und unnütz. Wenn die Kinder heute 3 Wochenstunden haben, sind davon 2 geblockt, und das auch aus dem Grund, dass ein Teil der Stunde mit Umziehen, Wandern usw. verloren geht. Und auf die Steigerung der Leistungen für Spitzensportler wird sie nicht den geringsten Einfluss haben, auf was hinauf? Es ist eine eher "bescheidene" populistische Forderung.

wie wärs, wenn die eltern ...

... ihre kinder am späten nachmittag bzw. frühen abend, je nach arbeitsanforderung, selbst zusammenpacken und eine stunde mit ihnen rausgehen und rumtoben. das tut auch den alten ganz gut.

oh verzeihung, ich hab ganz vergessen: wir haben ja soooo viel andere wichtige dinge zu tun (medien konsumieren, facebooken, shoppen, der ganzen welt erzählen, wie gestresst wird sind, mamas pilates-stunde, usw.) wie konnte ich nur vergessen, dass die gesellschaft mit dem höchsten freizeitanteil der geschichte keine zeit für ihre kinder hat.

Stimmt, Sie haben schon den ersten Schritt der Analyse erledigt: da gibt es eigentlich jemand anderen, der grundständig dafür zuständig wäre, die Eltern.
Nächster Schritt: Es gibt offensichtlich keine erfolgversprechenden Maßnahmen, die Eltern dazu zu bringen, sich bewegungsmäßig- motorisch im Schnitt vermehrt um ihren (unser aller) Nachwuchs zu kümmern.
Also , was bleibt übrig >> dritter Schritt: die einzige Steuerungsmöglichkeit, welche die Gesellschaft besitzt: Lenkung über die Schule!

Einleuchtend?
Oder Kopf in den Sand?

Eltern...

Ja die Eltern sind dafür verantwortlich... theoretisch eine gute Idee - herumtoben ist mal besser als nichts. Wobei - wenn es um den Leistungssport geht - ein "abliefern im Sportverein" wesentlich sinnvoller wäre; dort sind sie wenigstens unter fachlich versierter Aufsicht.

An den Rotstrichler: Alternativvorschläge wären erwachsenengerecht!

Warum nicht wie bei den Asiaten...
Um 7h in der Früh treten alle zum Fahnenappell mit Turnübungen an. Nach einer Stunde Bewegung im Hof geht der Unterricht normal los.
Dafür reicht eine Person die vorne steht für 1000 Schüler leicht aus. Dann noch ein paar Helfer (Postler FTW) die kontrollieren dass auch niemand aus der Reihe tanzt.
Bei Fehlverhalten muss es sofort Disziplinarmaßnahmen geben.
Würde sicher nicht schaden.

Die Asiaten (z.B. Japan, Südkorea) haben aber ein System, das durchaus nicht nachahmenswert ist...

Immer noch besser als unser System.

besser?

Sagen wir - effizienter...

Kostet mit Sicherheit noch um einiges mehr

Wenn man nur mit einer durchschnittlichn Volkschule rechnet:

ca. 8 Klassen pro Volksschule - 1 Turnsaal
wie soll man da die ganzen Klassen am Vormittag unterbringen? --> funktioniert nur mit Ganztagesschule.

Wo ich mich frage, warum soll man den Kindern keine Freiheit mehr lassen und sie den ganzen Tag in die Schule verbannen?

Besser wieder mehr Spielplätze, Sportvereine, in denen nicht schon mit 6 Jährigen 5 mal pro woche trainiert wird, Kinder wieder Kind sein lassen und nicht sagen, klettere da nicht rauf, da kannst du runterfallen... Kinder wieder ihre "Lebensräume" wie Wälder, Wiesen, Höfe... zurückgeben. Aber, ach ja, das macht ja Lärm, Unordnung... Besser in die Schule wegsperren. Es braucht ein Umdenken!!!

Viele Volksschulen haben 12 Klassen oder mehr. Da wird dann der Tag zu kurz, wenn es, wie üblich, nur einen Turnsaal gibt. Oder soll die Ganztagsschule von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends gehen?

Auf den Punkt gebracht!

http://www.auva.at/mediaDB/U... %BCler.pdf

Dieses Formular müsste noch häufiger ausgefüllt werden, wenn es die tägliche Turnstunde gäbe.

Und wieviel sparen wir uns dadurch später im Gesundheitssystem?

Besser wäre es, mehr Freiräume und ein bewegungsfreundliches Umfeld zu schaffen. Letztens im Park hat mich eine ältere Dame wenig freundlich darauf hingewiesen, dass mein Kind nicht auf dem Rasen spielen dürfe. Wenigstens ich sollte doch das "Betreten verboten!" Schild lesen können. Auf die Frage, warum dann ihre Hunde in der Wiese herumlaufen und diesen "düngen" dürften, erhielt ich die Antwort, dass diese schließlich Bewegung bräuchten. Mir hat's dann kurz die Sprache verschlagen.

Bewegung soll Spaß machen. Wenn das durch die Schule passiert ok, besser wäre es aber freiwillig in der Freizeit. Wenn man sich immer nur über den Lärm der Kinder beschwert, darf man sich nicht wundern, wenn die sich irgendwann in virtuellen Relitäten austoben.

Und wieviel sparen wir uns dadurch später im Gesundheitssystem?

Das war die erste Frage, die auch mir durch den Kopf schoss.
Würde man das ehrlich durch rechnen, wäre es kein Thema mehr.
Aber bei uns geht es ja nicht um eine gesamte Kostenwahrheit, sondern um Ressortbudgets und da zählen halt nur die eigenen Kosten, denn von denen, die profitieren, ist nichts zu erhoffen.

ein paar inserate weniger an heute & co und

so schnell kann man gar nicht schauen, sind die 200 mio. herinnen ...

Und das Geld sind uns die Kinder und Jugendlichen nicht wert?

Wollen's uns DAS sagen?

Wenn die tägliche Turnstunde sich darauf beschränkt, die Kinder wie Zirkuspferde im Kreis laufen zu lassen,

soll man sich das Geld besser sparen. Wenigstens Sport sollte auch ein bisserl Spass machen.

"Wenn die tägliche Turnstunde sich darauf beschränkt, die Kinder wie Zirkuspferde im Kreis laufen zu lassen,"

Davon redet doch wirklich niemand.
Was ist Ihre grundsätzliche Einstellung, dass Sie das sofort implizieren?

Aufgrund der negativen Erfahrungen im Rahmen des Turnunterrichts während meiner eigenen Schulzeit kann ich (-leider-) Sport kaum mit Spaß assoziieren.

Ein Gespräch mit einer Kollegin, deren Tochter die Pflichtschule besucht, hat mir bestätigt, dass sich offensichtlich doch noch immer nicht sooo wahnsinnig viel am / im Sportunterricht geändert hat.
Wenn ein grundsätzlich pflegeleichtes und unkompliziertes Kind, das ansonsten gern in die Schule geht, an Tagen mit Turnunterricht Angstzustände hat und dann sogar vereinzelt den Schulbesuch verweigert, da kann mir doch niemand erzählen, dass so eine Form des Unterrichts unseren Kindern gut tut!
Was nützt der trainierte Körper, wenn die Psyche leidet??

Ist klar: ich fordere schon lange vom bmukk qualitätssichernde Maßnahmen, aber diese spart man sich schlichtweg.

2 Argumente gegen Ihr Posting:
- Einzelfälle stehen nie für das Ganze
- Das weitaus beliebteste Fach - Schülerumfragen zufolge - ist nach wie vor Bewegung und Sport!

Wenn die Schüler die Wahl zwischen vor-dem-Computer-sitzen und sporteln haben - da bin ich mir nicht so sicher, welcher Bereich bevorzugt würde ;-)

Gaming ist Gott-sei-Dank kein eigenes Fach, auch wenn Schüler die paar Informatik-Stunden gerne dazu missbrauchen, wenn der Lehrer nicht aufpasst.

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