Laufen nach dem Wirbelsturm

2. November 2012, 19:18
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Der New York Marathon sorgt für heftige Diskussionen

New York - Symbol der Stärke oder eine große Taktlosigkeit? Der New York City Marathon am Sonntag scheidet die Geister. Bürgermeister Michael Bloombergs Beschluss, am Termin der 43. Auflage festzuhalten, rief in der vom Wirbelsturm Sandy schwer getroffenen Stadt unterschiedliche Reaktionen hervor.

"Wenn auch nur ein Helfer für den Marathon abgezogen wird, krieg ich einen Schreikampf", tönt der republikanische Stadtpolitiker James S. Oddo. Er stammt aus Staten Island, wo Sandy am meisten anrichtete und wo - ausgerechnet - der Marathon gestartet wird. Oddo: "Hier haben viele Menschen kein Heim, keine Hoffnung."

Bürgermeister Bloomberg versicherte, der Marathon werde Aufräum- und Hilfsarbeiten nicht beeinträchtigen. Im Gegenteil. "Gerade viele kleine Geschäfte profitieren vom Marathon."

Laut dem veranstaltenden New York Road Runners Club bringt der Marathon der Stadt 340 Millionen Dollar. Gründer und Sponsoren des Events sagten 1,6 Millionen Dollar Spenden zu. Auch der Club spendet mehr als eine Million - 26,20 Dollar für jeden der 40.000 Marathonläufer. Wobei noch nicht abzusehen ist, wie viele der angemeldeten Läufer auf ihr Antreten verzichten wollen oder müssen, weil sie nicht anreisen können. (fri, Reuters, DER STANDARD, 03./04.11.2012)

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    Bloomberg hielt am Marathon fest.

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