Gute US-Jobdaten stärken Obama im Wahlkampf-Finale

2. November 2012, 20:43
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Plus bei Beschäftigung größer als erwartet

Washington - Amtsinhaber Barack Obama legt im Endspurt zur US-Präsidentenwahl an Tempo zu, auch mit fremder Hilfe: Zunächst sprach sich New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, ein früherer Republikaner, offen für den Demokraten Obama aus.

Noch stärker dürften sich aber die neuesten Nachrichten vom Arbeitsmarkt auswirken. Demnach stieg die Zahl der Beschäftigten im Oktober um 171.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte - 46.000 mehr als erwartet. Im August und September entstanden außerdem 84.000 mehr Jobs als bisher angenommen. Dienstleister, Einzelhändler, Industrie und Baubranche stellten neue Mitarbeiter ein. Der öffentliche Dienst, der unter Spardruck steht, strich dagegen Stellen.

"Das sind positive Daten", sagte Ökonom Fabian Eliasson von der Mizuho Corporate Bank. "Das Beschäftigungsniveau ist zwar noch vergleichsweise niedrig. Aber der Aufwärtstrend dürfte der Regierung vor den Wahlen nützen."

Die Arbeitslosenquote stieg dagegen wie erwartet auf 7,9 Prozent, nachdem sie im September mit 7,8 Prozent den niedrigsten Wert seit Jänner 2009 erreicht hatte. Experten führen den Anstieg auch darauf zurück, dass sich wegen aufgehellter Perspektiven am Arbeitsmarkt wieder mehr US-Amerikaner aktiv auf Jobsuche begeben. Die Quote blieb unter der Acht-Prozent-Marke: Bisher ist noch nie ein Präsident wiedergewählt worden, wenn die Quote über dieser Schwelle lag.

Hurrikan Sandy, der an der Ostküste milliardenschwere Schäden anrichtete, hatte keinen Einfluss auf die Entwicklung. Die Daten wurden vor der Naturkatastrophe erhoben, die am Montag das öffentliche Leben an der Ostküste lahmlegte und viele Häuser beschädigte.

Das Präsidialamt nannte in einer ersten Reaktion die Arbeitsmarktzahlen einen Hinweis dar auf, dass sich die Wirtschaft auf dem Weg der Besserung befinde. Entsprechend müsse der politische Kurs fortgesetzt werden. Dagegen erklärte Mitt Romney, die Daten zeigten, dass die Wirtschaft faktisch auf der Stelle trete.

Unter dem Eindruck der Wirbelsturmkatastrophe sprach sich indes New Yorks Bürgermeister Bloomberg für eine zweite Amtszeit Obamas aus. Der parteilose Bloomberg begründete seine Wahlempfehlung mit der Klimapolitik, für die der Präsident eintrete. "Un ser Klima wandelt sich", schrieb der Bürgermeister am Donnerstag in einem Kommentar für den von ihm gegründeten Finanznachrichtenanbieter Bloomberg. Extreme Wetterlagen könnten die Folge sein. Daher müsse sofort gehandelt werden. Er verwies dabei auf die Schäden, die der Sturm Sandy entlang der Ostküste angerichtet hatte. (red, derStandard.at, 3.11.2012)

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    Obama im Endspurt.

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