US-Wahlkampf: Vorteile für Obama

Kommentar2. November 2012, 18:16
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In Ohio, Wisconsin und Virginia liegt die Arbeitslosenrate deutlich unter dem nationalen Schnitt

So ist es mit nackten Zahlen: Den einen dienen sie als Beleg für den Erfolg ihrer Politik, den anderen als Beweis für das Versagen der Regierung. Barack Obama darf auf ein in Zeiten wie diesen üppiges Jobwachstum verweisen, Mitt Romney darf die anhaltend hohe, ja sogar leicht gestiegene Arbeitslosigkeit kritisieren. Beide haben recht - das ist der Ausgangspunkt für die letzten Stunden des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes.

Mit der Statistik des US-Arbeitsministeriums drängt nach Hurrikan Sandy wieder das Hauptthema dieser Wahlauseinandersetzung in den Mittelpunkt: die Wirtschaftslage. Die Wähler werden an der Urne vor allem auch darüber entscheiden, ob es ihnen besser geht als vor vier Jahren oder nicht. Das mehrheitsfähige Befinden ist: Es geht langsam aufwärts. Im Gegensatz zum rezessionsgeplagten Europa wachsen die USA mit etwa zwei Prozent in diesem Jahr. Auch für das kommende ist eine kleine Steigerung der Wirtschaftsleistung in Aussicht. Für US-Verhältnisse ist das alles bescheiden, aber immerhin.

Das verschafft Obama Vorteile. Besonders in Swing-Staaten, die er unbedingt gewinnen muss. In Ohio, Wisconsin und Virginia liegt die Arbeitslosenrate deutlich unter dem nationalen Schnitt. Dort hat sich die Wirtschaft von der US-Malaise abgekoppelt und wächst auch wegen Obamas Politik - Konjunkturpaket und Autokonzernrettung - stärker. Das werden ihm die Wähler dort wohl vergelten. (DER STANDARD, 3.11.2012)

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