"Bollwerk gegen jede Art von Intervention gelebt"

  • Direktor Amon
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    Direktor Amon

  • Chefredakteur Aigelsreiter
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    Chefredakteur Aigelsreiter

ORF-Radio: Chefredakteur und Direktor Amon erklären Dissens - Aigelsreiter: "Werde nicht für Abnicken und Jasagen bezahlt"

Wien - ORF-Radiodirektor Karl Amon wird "empfindlich". Wenn man ihm "Personalpolitik auf Bestellung von Parteien oder Lobbygruppen vorwirft". Dem STANDARD erklärt Amon: "Ich habe bisher nie personelle Wünsche von Parteien erfüllt und werde das nicht tun."

Genau den Verdacht äußern die Radioredakteure, seit Amon Edgar Weinzettl als Innenpolitikchef im Radio vorgeschlagen hat. Wie berichtet, kündigen sie Protest an.

Amon: "Weinzettl kann es"

Amon argumentiert: "Weinzettl kann es, davon bin ich überzeugt." Als Vizechefredakteur des Landesstudios Wien könne man ihm nicht vorwerfen, er wäre "innenpolitisch nicht firm", sagt Amon.

Mit Mitgliedern der Wiener Landesregierung ist Weinzettl jedenfalls firm, daher wohl der Verdacht eines roten Wunsches.

Amon argumentiert weiter, er setze wie stets auf einen Kandidaten von außerhalb der Redaktion. Weinzettl sei erstgereiht im Hearing (das Hearing fand statt vor dem roten ORF-Direktor fürs Burgenland, Karlheinz Papst, TV-Magazinchefin Waltraud Langer, FM4-Chefin Monika Eigensperger und Bernhard Bieche, Chefredakteur des ORF Kärnten). Und: Auch Radiochefredakteur Hannes Aigelsreiter habe sich Weinzettl "vorstellen können".

Jölli "Bollwerk gegen jede Art von Intervention"

In einer Riege von Kandidaten, bestätigt Aigelsreiter auf Anfrage, der nicht von Streit sprechen will, lieber vom "Ringen um die beste Lösung". Als die sieht er Andreas Jölli, der das Ressort als Vize schon seit einem Jahr führt und "das Bollwerk gegen jede Art von Intervention gelebt hat". Nach einem langen Prozess, in dem das Hearing ein Teil sei, das "Vertrauen der Redakteure" aber ein jedenfalls so wesentlicher. Aigelsreiter betont: "Ich leiste mir den Luxus einer eigenen Meinung. Ich werde nicht für Abnicken und Jasagen bezahlt." (fid, DER STANDARD, 3.11.2012)

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