Jeder dritte Pole hält Anschlag für möglich

    2. November 2012, 15:40
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    63 Prozent wollen Berufung einer internationalen Untersuchungskommission

    Warschau - 36 Prozent der Polen sind der Meinung, dass ein Anschlag den tödlichen Absturz der polnischen Regierungsmaschine bei Smolensk im April 2010 verursacht haben könnte, wie aus einer aktuellen Umfrage des Instituts MillwardBrown SMG/KRC für den Fernsehsender TVN24 hervorgeht. 17 Prozent sind davon überzeugt. 19 Prozent der Befragten antworteten mit "eher ja".

    An die von der nationalkonservativen Oppositionspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) forcierte Anschlagstheorie glauben demnach 31 Prozent der Befragten "entschieden nicht" und 25 Prozent "eher nicht". Die Mehrheit (63 Prozent) sprach sich jedoch für die Berufung einer internationalen Kommission aus, die die Ursachen des Flugzeugunglücks untersuchen soll.

    Anschlagstheorie

    Die Befragten zeigten sich auch mit der Art und Weise unzufrieden, wie die polnische Staatsanwaltschaft über Fortschritte bei der Untersuchung zu Smolensk informiert. Zwei Drittel wollen, dass die Staatsanwälte häufiger und genauer über die Ermittlungen berichten.

    Die Anschlagstheorie war in der vergangenen Woche wieder in aller Munde, nach dem die Tageszeitung "Rzeczpospolita" geschrieben hatte, dass an Wrackteilen des abgestürzten polnischen Flugzeugs Spuren der Sprengstoffe Trotyl und Nitroglyzerin gefunden worden seien. Die Zeitung hatte diese Informationen danach dementiert. Chefredakteur Tomasz Wroblewski stellte am Freitag seinen Posten zur Verfügung.

    Die Experten der von der PiS berufenen parlamentarischen Untersuchungsgruppe für die Ursachen der Katastrophe erklären seit einigen Monaten, dass zwei Explosionen kurz vor der Landung die wahrscheinlichste Ursache für den Absturz gewesen seien. Eine von ihnen habe sich auf dem linken Flügel ereignet. Die zweite Explosion im Inneren des Rumpfes soll die starken Beschädigungen und die Zersplitterung der Maschine verursacht haben. Die polnische Militärstaatsanwaltschaft hatte bereits im April 2011 ausgeschlossen, dass es am 10. April 2010 in Smolensk zu einem Anschlag gekommen sei.

    Bei dem Unglück in Russland waren alle 96 Passagiere ums Leben gekommen. Neben dem damaligen Staatspräsidenten Lech Kaczynski befanden sich Abgeordnete, Geistliche und die gesamte polnische Armeeführung an Bord des Flugzeugs. (APA, 3.11.2012)

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