Kunstaktion: Nach Guillotine für Schaf jetzt "Cyber-Krieg"

Iranischer Künstler Iman Rezai hat die Internetseite der Berliner Neuen Nationalgalerie gehackt

Nach seinem heftig kritisierten Experiment mit der möglichen Hinrichtung eines Schafes hat der iranische Künstler Iman Rezai nun eine umstrittene Web-Aktion gestartet. Der in Berlin lebende Aktionskünstler hat die Internetseite der Neuen Nationalgalerie gehackt und unter deren Email-Adresse zu einer Ausstellungseröffnung eingeladen. Mit dem "Cyber-Krieg" wolle er prüfen, ob die großen staatlichen Kunsthäuser offen für Kunst seien, ließ Rezai am Freitag über eine PR-Agentur mitteilen.

"Keinerlei Verständnis"

Die Nationalgalerie kündigte an, gegen die Aktion vorzugehen. "Für ein derartiges Verhalten in der Kunstbranche haben wir keinerlei Verständnis", teilte das Museum mit. Der Kunstabend, zu dem Rezai für den 15. November einlud, hat den Titel: "Die performative Postmoderne als Ausdruck moderner Austerität im Zeitalter der Prekarisierung".

Angst um Schaf Norbert

Der 1981 im Iran geborene Künstler, im vergangenen Jahr zum Meisterschüler an der Berliner Universitität der Künste graduiert, hatte im Mai mit seinem spektakulären Schafsexperiment weltweit für Aufsehen gesorgt. Er ließ im Internet darüber abstimmen, ob Schaf "Norbert" mit einer Guillotine hingerichtet werden solle. Mehr als 2,5 Millionen Clicks sprachen gegen die Tötung, immerhin 1,7 Millionen dafür. (APA, dpa, 2.11.2012)

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