Nokia: "Wir werden uns sehr starke Stellung wieder erkämpfen"

  • Microsoft-Chef Steve ballmer und Stephen Elop
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    Microsoft-Chef Steve ballmer und Stephen Elop

Firmenchef Stephen Elop: "Ich kann jetzt kein exaktes Timing nennen"

Dieser Tage  erntet Nokia von hochrangigen heimischen Mobilfunkern nur Kopfschütteln. Der Grund: Der Handybauer bringt sein neues Flaggschiff, das Lumia 920, nicht zum wichtigen Weihnachtsgeschäft nach Österreich.  In Deutschland und anderen Ländern gingen Nokias erste Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Windows Phone 8 diese Woche an den Start.

"Ich kann jetzt kein exaktes Timing nennen, aber wir sind in diesem Markt, um zu gewinnen"

Der angeschlagene Handyhersteller will sich damit im Smartphone-Geschäft eine Spitzenposition zurückerobern. "Ich kann jetzt kein exaktes Timing nennen, aber wir sind in diesem Markt, um zu gewinnen", sagte Nokia-Chef Stephen Elop der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, es braucht seine Zeit, aber wir werden uns unsere sehr starke Stellung wieder erkämpfen."

Konkurrenten wie Apple oder Samsung haben den einstigen Handy-Weltmarktführer aus Finnland in den vergangenen Jahren abgehängt. Während Apple 27 Millionen iPhones in einem Quartal verkauft, kommt Nokia mit seiner Lumia-Reihe auf gerade knapp 3 Millionen Stück.

Von ZTE verdrängt

Nokia hat bereits mit seinen Lumia-Vorgängermodellen auf Windows Phone gesetzt. Bisher mit wenig Erfolg. Laut den Marktforschern von IDC spielt Nokia fast keine Rolle mehr am Smartphonemarkt. So wurde der einstige Handy-Weltmarktführer wurde vom chinesischen Hersteller ZTE aus der weltweiten Oberliga der Smartphone-Anbieter verdrängt. 

Android

Nokia setzt anders als die breite Masse der Konkurrenten massiv auf das Handy-Betriebssystem Windows Phone 8. Die Finnen sind mit dem Entwickler Microsoft eine enge Partnerschaft eingegangen, während der Großteil der Branche auf Googles Android-System wettet - und damit bisher recht gut fährt. Vor allem Samsung, die neue Nummer eins beim Smartphone-Absatz. Weltweit laufen inzwischen 75 Prozent der Geräte mit dem Google-Betriebssystem, so IDC. 136 der 181 Millionen im dritten Quartal verkauften Smartphones liefen mit Android.

Apple

Das Apple-Betriebssystem iOS lief dagegen auf 26,9 Millionen und damit auf 14,9 Prozent der im dritten Quartal verkauften Geräte. Auf den hinteren Plätzen folgen Blackberry mit 4,3 Prozent Marktanteil und das Nokia-System Symbian mit 2,3 Prozent. Microsoft hat mit seinen Windows-Betriebssystemen einen Marktanteil von zwei Prozent der Smartphones.

Den Abwärtstrend Nokias begründete Elop mit "bemerkenswerten Änderungen im Handymarkt" in den vergangenen fünf Jahren. "Das iPhone kam, die Touch-Technologie. Hier war Nokia nicht so schnell, wie es notwendig gewesen wäre und wie man auf diese Dinge hätte reagieren sollen." 

"Der wichtigste Kampf um den Kunden findet in den Läden statt"

Elop will künftig vor allem auf den persönlichen Kontakt der Kunden mit dem Produkt setzen. "Der wichtigste Kampf um den Kunden findet in den Läden statt", sagte der Manager der "FAZ". (sum/APA, derStandard.at, 05.11. 2012)

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