Neue IT bei Bank Austria stört weiter

2. November 2012, 13:05
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Die große EDV-Umstellung auf das konzernweite System der italienischen UniCredit ist weiterhin von Pannen begleitet

Wien - Die große IT-Umstellung bei der Bank Austria auf das konzernweite EDV-System des italienischen Mutterkonzerns UniCredit ist weiter von Pannen begleitet. "Bis jetzt a anziger Pfusch.." kommentierte auf Facebook etwa einer der vielen frustrierten Bank Austria-Kunden am Freitag am fünften Tag nach der Umstellung anhaltendende Systemausfälle beim Online-Banking der Bank Austria. Vorübergehend waren auch das Kontoauszugsservice und die Bargeldbehebung am Automaten nicht möglich, geht aus Postings der User hervor.

Seit vergangenen Montag sollte das neue IT-System eigentlich funktionieren. Seither machen zahlreiche Bank Austria-Kunden ihrem Ärger über ihre Banking-Probleme über die Social Media-Dienste Facebook und Twitter Luft. Die Bank selbst entschuldigte sich bereits am Mittwoch für die Verzögerungen: "Sollten daraus Nachteile entstehen, übernimmt die Bank Austria selbstverständlich dafür die Verantwortung und wird unbürokratische Lösungen anbieten". Abgesehen von Ratschlägen der Bank auf Facebook gibt es noch keinen aktuellen Kommentar zu den offensichtlich noch immer bestehenden Problemen.

Keine Gehaltsüberweisungen

Nicht nur private Bank Austria-Kunden sind von den Systemausfällen betroffen und können ihre Überweisungen und Daueraufträge nicht wie geplant und zeitgerecht durchführen oder berichten von falschen Kontoständen. Einige Arbeitgeber, die ihre Konten bei der Bank Austria haben, haben offensichtlich ihre monatlichen Gehaltsüberweisungen an ihre Arbeitnehmer nicht durchführen können, wie aus den zahlreichen Postings auf Facebook weiter hervorgeht.

"Ich selbst bin kein Bank Austria Kunde aber mein Arbeitgeber hat bei Ihnen nunmal seine Konten und so habe ich bis heute noch kein Gehalt überwiesen bekommen! Miete und sonstige monatliche Verpflichtungen sind natürlich trotzdem zu zahlen und so rutsche ich nun unverschuldet in ein saftiges Minus - tragen Sie dafür nun die Verantwortung und die mir zu Unrecht angelasteten Kosten???? Ich kann Ihnen gar nicht beschreiben welchen unsagbaren Zorn ich auf Ihre Bank habe!", schreibt etwa Verena M. auf Facebook.

"Wer hat dieses System nur getestet und wer hat dieses System so abgenommen?? Ich komme mir wie ein Alpha-Tester vor (Beta-Zustand kann man diesem System leider noch nicht mal bescheinigen)", so Dieter D. "Bei der Hotline wird einem geraten, einen anderen Browser zu verwenden. Ich hab glaubt ich spinn. ICH soll "mein System" umstellen, weil ihr am Kunden vorbei programmiert und dieses "tolle System" nicht in den Griff bekommt! Ich bin schon gespannt auf die "unbürokratischen Lösungen" die für die entstandenen Nachteile angeboten werden", schreibt ein anderer Kunde.

"WTF? Experimentiert ihr seit der IT-Umstellung mit Wurmlöchern?", frägt sich Twitterer Bernd, der von der Bank ein Mail bekommen hat, dass sein Anlegerprofil am 07.02.2011 abläuft. Das Problem mit den zeitweise wechselnden Sprachen sei bereits in Klärung, hieß es von der Bank zu einem der vielen anderen Kritikpunkte.

Keine gute Idee

"Hier geht es nicht darum 'an den Verbesserungen' zu arbeiten, hier geht es primär ausschließlich darum, ein funktionierendes System auf die Beine zu stellen", so Wolfgang P. auf Facebook, wo sich bis Freitag Mittag bereits knapp 300 Kommentare zu diesem Thema fanden. "Der Umzug auf italienische Server der Unicredit war keine gute Idee", meint Jakob St. auf Twitter.

Damit ist sie nicht alleine, auch andere Bank-Kunden rufen dazu auf, "mit den Füßen" abzustimmen, also die Bank zu verlassen und bei einer anderen Bank ein Konto zu eröffnen. "Nach all dem, was ich mir von der BA in den letzten Jahren bieten lassen musste, reichts mir jetzt endgültig!", schreibt etwa Gerhard W.. Das "neue" System sei völlig indiskutabel. Auch Sarkasmus macht sich unter den Bank-Kunden breit: "Wenigstens haben die eine Arbeit", befand einer.

In der Bank Austria laufen derzeit zur Causa IT permanent Sitzungen. Die Bank rechnet laut Sprecher Martin Halama auch kommende Woche mit Problemen.(APA, 2.11.2012)

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