Neuer Wiener Quantenweltrekord

2. November 2012, 10:15
  • Langzeitaufnahme eines Laserstrahls, der die Quanten "tanzen" lässt.
    foto: robert fickler, iqoqi, uni wien

    Langzeitaufnahme eines Laserstrahls, der die Quanten "tanzen" lässt.

Verschränkung der größten Quantenzahlen gelungen

Eines der wundersamen Phänomene der Quantenphysik, das unserem Verstand am meisten Kopfzerbrechen bereitet, ist die Verschränkung. Verschränkte Teilchen verhalten sich so, als ob sie sich gegenseitig beeinflussen könnten, obwohl sie räumlich voneinander getrennt sind. Eine Forschergruppe um Anton Zeilinger von den quantenphysikalischen Instituten der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat nun einen Versuch unternommen, die Grenzen der quantenmechanischen Verschränkung anhand von sich drehenden Lichtteilchen zu testen.

Quanten-Eistänzerinnen

Das hat man sich in etwa so vorzustellen: Eine Eistänzerin könnte nach den Gesetzen der Quantenphysik eine Pirouette vollführen, bei der sie sich gleichzeitig nach links und rechts dreht. Zudem würde ihre Drehung mit dem Drehsinn einer zweiten, mit ihr verschränkten Tänzerin noch immer stark korreliert sein, auch wenn die beiden Tänzerinnen weit voneinander entfernt sind.

Weltrekord

Je schneller die Quanten-Eistänzerinnen sich drehen, desto größer ist die Quantenzahl ihres Drehimpulses. "In unserem Experiment haben wir die größten jemals gemessenen Quantenzahlen von Teilchen irgendwelcher Art verschränkt. Damit haben wir einen kleinen Weltrekord aufgestellt", sagt Anton Zeilinger zum neusten Aufsatz seines Teams im Fachmagazin Science. Hauptautor Robert Fickler ergänzt: "Einzig die limitierenden technischen Mittel bremsen uns ein, um nicht schon bald Verschränkungen von verdrehten Lichtquanten zu erzeugen, die wir vielleicht mit der bloßen Hand spüren könnten." (tasch, DER STANDARD, 2.11.2012) 

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Science

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16 Postings

ich muss zugeben ich hab nicht viel verstanden von dem artikel. aber hey gut gemacht hr FICKLER :D

Da stehts: http://huff.to/OWcJ4A

Verschränkung ist nur ein Glitch der Simulationstechnik, die die Aliens benutzen um unser Universum zu betreiben.

Durch diesen Glitch können wir per bei Verschränkung auf die Recheninfrastruktur der Aliens zugreifen. Das ist sozusagen wie eine Universumsübergreifende Rechnervirtualisierung. Klar soweit?

erst dachte ich, das isn witz, aber mal im Ernst, krasse Angelegenheit und auf jedenfall philosophisch gesehen interessant.

Neuer Wiener Quastlnweltrekord

Da hab ich wieder gelesen, was ich lesen wollte.

naive Frage

habe ich das richtig verstanden?

Um bei einer "relativ simplen" Anwendung zu bleiben: könnte man damit irgend wann mal "Funkgeräte" bauen, die ohne Zeitverzögerung über sehr sehr große Entfernungen funktionieren?

Nein mit Erklärung (oder sowas ähnlichem)

Aus diesem Versuch kann man verstehen wo das Problem liegt.. nämlich in der Erkennung der verschränken Paare. http://en.wikipedia.org/wiki/Dela... tum_eraser
Im "Coincidence Counter" werden die verschränkten Paare ausgemacht und der braucht Informationen von beiden Messungen. Es ist also so, dass man erst nachdem man eine Messung gemacht hat weiß, welches Photon man sich bei der zweiten Messung anschauen muss. Das passt gar nicht zu unseren alltäglichen Erfahrungen, dementsprechend schwer tut sich der Kopf damit.

Ja, aber wenn man dann rausgefunden hat, welche Photonen das sind, dann kann ich doch die Geräte (samt identifizierter Photonen) die eine oder andere Galaxie weit auseinander tragen und die verschränkten Photonen weiterhin nutzen, oder..?

Wenn man die Messung gemacht hat, bzw wenn man das Ergebnis abgelesen hat, dann ist der "Spuk" für einen vorbei.. egal wo man dann hingeht und was man mitnimmt. Das ganze Experiment kann aber auch in einer "black box" stattfinden. Dann hat man die gleiche Situation wie bei Schrödingers Katze.

Nein

Man kann diesen Effekt nicht nutzen, um eine Nachricht zu übertragen. Die Lichtgeschwindigkeit als größtmögliche Signalausbreitungsgeschwindigkeit gilt auch im Rahmen der Quantenmechanik.

leider

Nein. Sie können mittels Teilchenverschränkung leider keine überlichtschnelle Informationsübertragung durchführen, diese ist weiterhin nur mit Lichtgeschwindigkeit möglich.

Nein. Die Lichtgeschwindigkeit als Limit kann man mithilfe der "spukhaften Fernwirkung" nicht austricksen, hat mir mal ein Physiker erklärt.

die Frage wird sein

wie lang denn solche Teilchen verschränkt bleiben können. Aber genial wärs schon wenn man dann quasi mit Mars in real-time kommunizieren könnte.

sie bleiben verschränkt bis der zustand eines der teilchens gemessen wird

Gute Frage...

Ich bin zwar nicht aus dem Fach, aber sind Radiostrahlen denn Teilchen?

Andererseits könnte man aber ein Teilchen mit Informationen versehen, die plötzlich an einem anderen Ort auftauchen und die Informationen sind dort.

Aber alles sind nur Gedankenexperimente. Wohin es führt und vor allem, was dahinter steckt (vgl. Bohr vs. Einstein), da stehen wir wohl wie der Steinzeitmensch vor dem Computer...

P.S.: ich bin absoluter Laie, aber thematisch interessiert.

"Radiostrahlen" sind wie sichtbares Licht elektromagnetische Wellen. Folglich kann man die genauso quantisieren. Mit dem Begriff Teilchen dafür muss man aber vorsichtig sein (Bei Interesse kann man sich z.B. Loudon - The Quantum Theory of Light asl Leseprobe bei amazon anschauen.)

Und bald erfindet Anton Zeilinger das Beamen von Menschen, wenn es mit der "Quantenportation" so weiter geht :-))

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