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vergrößern 800x494Zwischen Spittelau und Heiligenstadt vegetiert der Stadtbahnviadukt dahin.
vergrößern 800x495Seit am 1. Mai 1996 die U6 in der Spittelau umgeleitet wurde, liegt der Abschnitt verkehrspolitisch im Abseits.

Zum Vergleich, was ein Umbau kosten kann: Der New Yorker High Line Park verschlang rund 100 Millionen Euro - siehe Ansichtssache: Baum statt Bahn - Der High Line Park in New York.
Wien - Die Steine im Gleisbett knirschen unfreundlich, das hartnäckige Unkraut wird vom scharfen Herbstwind zerzaust, entfernt rauscht der Verkehr. Seit 1996 ist die Trasse des Stadtbahnviadukts, das bei der Spittelau Richtung Heiligenstadt abzweigt, eine ungenützte Brache. Ein Spaziergang auf dem imposanten Bauwerk genügt, um die Phantasie anzuregen und zu träumen - zum Beispiel von New York, vom dortigen "High Line Park", seiner Beliebtheit und den vielen Ähnlichkeiten mit dem Wiener Stadtbahnviadukt.
Knapp einen Kilometer ist der am 6. August 1901 eröffnete Ast lang, zehn Meter ist er breit. Viel Platz, gerade in einer Stadt wie Wien, wo verwertbare Nutzfläche ein rares Gut ist. Die Dimensionen entsprechen nahezu exakt jenen vom großen Vorbild in New York. Der High Line Park schlängelt sich seit 2009 auf etwas über einem Kilometer durch Manhattan und ist gefüllt mit Grünpflanzen und erholungssuchenden Großstädtern. Rund um die architektonische Sensation haben sich seither etliche Betriebe angesiedelt, so "angesagt" ist der ehemals Furcht einflößende "Meatpacking District" mittlerweile.
Wirklich attraktiv ist auch das Rundherum des stillgelegten Stadtbahnviadukts derzeit nicht. In seinen Bögen lagern Baustoff-Firmen ihre Produkte, und auch der Rest des Abschnitts wird keineswegs von optisch reizvollen Locations flankiert. Darüber hinaus gilt die Heiligenstädter Straße nicht gerade als verkehrsberuhigte Flaniermeile.
Christoph Mörkl, Chef des renommierten Wiener Architekturbüros "Superblock", rät zu Geduld: "Man sollte die Trasse als lineare Entwicklungsachse für zukünftige Strukturen erhalten und abwarten, schließlich besteht derzeit kein Handlungsbedarf. Es sollten aber keine Einzelgenehmigungen erteilt werden, die das Objekt noch weiter in seiner linearen Stärke schwächen - das Potenzial der Trasse steht und fällt mit den Entwicklungsmöglichkeiten der angrenzenden Bahnstruktur."
Mörkl sieht aber nur dann Potenzial, wenn ein Projekt im größeren Stil angegangen wird, "zum Beispiel die Verlegung des Franz-Josefs-Bahnhofs nach Heiligenstadt". Dadurch würden auch die Gründe unter der WU und dem Verkehrsamt für neue Nutzungen freigemacht.
Das Viadukt ist übrigens abzugeben. Die Wiener Linien haben mit dem Bauwerk nämlich traditionell keine große Freude: "Wir erfüllen derzeit die Erhaltungspflichten, das Grundstück gehört der ÖBB - eine historische Geschichte, weil ja die Stadtbahn ursprünglich als Eisenbahn geplant und betrieben wurde", sagt Sprecher Dominik Gries. Dieser Zustand sei schlichtweg "unbefriedigend": "Schließlich sind wir ein Verkehrsunternehmen, und verkehrliche Bedeutung haben die Bögen seit 1. Mai 1996, als der U-Bahn-Betrieb dort eingestellt wurde, nicht mehr."
Dass das Bundesdenkmalamt den Abschnitt nach Heiligenstadt unter Schutz gestellt habe, sei "eine zumindest diskussionswürdige Entscheidung". Ideen zur Umgestaltung, etwa in einen "High Line Park", finde man, so Gries, "durchaus charmant". Allerdings sei für die Wiener Linien klar, dass es dafür "politische Willensbildung braucht und auch das dafür notwendige Kapital". Zum Vergleich: Das New Yorker Projekt kostete mehr als 100 Millionen Euro.
Dennoch: Freiraum dieses Ausmaßes müsste in einer Metropole wie Wien eigentlich Nutzungs-Reflexe auslösen. So wie etwa bei Gerhard Egger. Der Biologe vom WWF zeigt sich vom Wildwuchs auf der stillgelegten U6-Trasse überrascht bis begeistert und registrierte 52 unterschiedliche Pflanzenarten - trotz regelmäßigen Herbizid-Einsatzes.
"Bei entsprechender Gestaltung könnte auf immerhin einem Hektar ein großzügiger Stadtgarten angelegt werden. Denkbar ist eine Mischung aus Gehölzsäumen, Nutzgärten sowie extensiven Gras/Kräuter-Fluren", so Egger. Dazwischen ein paar Bankerln, ein Gehweg - und fertig ist der "Highline Park Vienna". Man wird ja wohl noch träumen dürfen. (APA/Andreas Tröscher, 2.11.2012)
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beides ist wunderbar gelungen, der in Paris sogar sehr. Warum sollte das hier nicht möglich? Denn gerade in der Gegend mangelt es doch an Grünflächen?
Aber vielleicht wäre es schon ein Schritt wenn die Wiener Linen und ÖBB die Unkrautbekämfung einstellen...dann wäre die Trasse auch für guerilla gardening interessant..
Und weil im Artikel die Meinung vertreten wird, die Trasse könnte wieder als Bahntrasse genutzt werden: Ist das nicht schon durch die Neubau auf der Trasse unmöglich?
grünflächenmangel gibts dirt sicher nicht, gegenüber an der heiligenstädterstr ist der wertheimsteinpark (bis rauf zur döbl hptstr), ab der gunoldstr gibts entlang der boschstr schrebergärten
es ist eher das gebäudeumfled problematisch, stillgelegte werkhallen, gstetten, das ö3 gebäude
:-)
... in der Politik gibt es kein - unmöglich - nur ein unwillig. Findet eine Idee, mag sie noch so gut sein, keine politische Mehrheit, bekommt sie keine Chanze. Nur weil die absoluten Sozis einen Stelzenbau über die historische Stadtbahntrasse, über die einmal Züge weiter nach Klosterneuburg und weiter fahren konnten, hinstellten, heißt das nicht, dass andere Mehrheiten das zukünftig wieder herstellen könnten, so lange das Verkehrsbauwerk noch vorhanden ist. Noch dazu, wo die Bauindustrie ja so stolz ist auf seine schnell herzustellenden und auch wieder schnell zu entsorgenden Sichtbeton-Bauwerke.
So - lasst uns wieder verändern, wenn es in die andere Zeit passt. In 20, 30 Jahren schaut unsere Mobilität ganz anders aus wie heute!
... wenn das Gelände ohnehin Brach liegt und auf absehbare Zeit keine Nutzung vorgesehen ist, dann würde ich daraus doch just ein offenes bottom-up Projekt mit öffentlicher Partizipation machen, frei nach dem Motto 'die Stadt gehört dir'. Es gibt doch in Wien ausreichend Institutionen im Dunstkreis der Landschaftsgestaltung und Raumplanung (wie an der BOKU, TU, Planungswerkstatt, Derive, diverse Planungsbüros etc.), sonstige Vereine und Subkulturen oder eben auch ambitionierte Entrepreneure, die für eine Kooperation zu gewinnen sind. Ich würde einfach mal einen offenen Prozess und Pool für kreative Ideen ins Leben rufen. Aber ich glaube es haben sich bereits Studierende an der BOKU in Projektgruppen eingängig mit diesem Areal befasst.
lagert Baumaterial? Na und?
Natürnich könnt man draus eine neue Flanier- und Freßmeile machen. Wenn dann das Baumaterial ins Umland, weit weg von irgendwelchen Bahnhöfen gelagert wird, dann werden die "Stadtplaner" zufrieden sein. Aber richtig schlüssig wirds erst, wenn an Stelle der Lagerplätze im Umfeld des Bahnhofs jene Straßen entstünden, auf denen das Baumaterial aus dem Umland wieder in die Stadt gebracht wird.
Wers lieber a bisserl komplexer hat: an Stelle der Baumateriallagerung Bürogebäude jener Firmen, die bisher dort was gelagert haben. Das schafft auch noch Parkplatzbedarf. Und von dort aus wird dann der Transport der Baumaterialien aus dem Umland dirigirt.
Vielleicht den Bahnhof als Bahnhof nützen, wie wärs?
Wenn Sie nur oben spazieren gehen wollen, dann hats nix damit zu tun.
Wenn man allerdings, so wie im Artikel beschrieben, das Umfeld öd findet und den FJ-Bahnhof am liebsten nach Klosterneuburg absiedeln möchte, dann braucht man sich über die mangelnde Nutzung der Öffis durch Pendler nicht zu wundern. Und nicht darüber, warum die Firmen ihre Lager im Speckgürtel haben, statt die vorhandenen Bahnhofsgelände zu nützen.
beides muss nicht im widerspruch zueinander stehen.
man kann ja trotzdem die flächen unter der bögen für betriebe nutzen - es geht ja nicht nur um ein lager, sondern eine baustofffirma - und oben eben grünflächen errichten.
der FJB selbst hat mit der nutzung des ÖV kaum etwas zu tun, ein abriss würde vermutlich kaum zum nachteil des ÖV sein.
statt die FJB nördlich der innenstadt versanden zu lassen, könnte man die bahn quer durch die stadt bis zum hbf, und dann weiter nach süden führen.
dazu müsste man zwar einiges investieren, aber die zeit des ubahn-ausbaus ist ohnehin dem ende nahe, die zeit des sbahn-ausbaus ist lange überfällig!
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