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Sie sind enttäuscht, frustriert, greifen immer wieder gern in die Kiste vom amerikanischen Imperialismus und der unterschiedlichen Elle, mit der das Weiße Haus je nach Interessenlage die Welt vermisst, doch am Ende wissen die türkische Regierung und ihr notorisch verärgerter Premier sehr wohl: Barack Obama muss es bei der Wahl nächste Woche sein und keinesfalls Mitt Romney, der Republikaner mit dem alten Blick auf die Türkei und den Nahen Osten.
94 Prozent der Türken würden für eine zweite Amtszeit von Obama stimmen, will eine Umfrage herausgefunden haben, die in 32 Ländern nach den Sympathien für die US-Präsidentenkandidaten geforscht hat.
Die US-türkischen Beziehungen seien nie besser gewesen, stellte Ross Wilson fest, ein Forscher am Atlantic Council in Washington und langjähriger US-Botschafter. Präsident Obama und Außenministerin Hillary Clinton hätten sorgfältig den Kontakt zu ihren Gesprächspartnern in Ankara aufgebaut, gemeinsame Interessen betont und Meinungsverschiedenheiten kleingeredet.
Davon gab es in den letzten Jahren allerdings eine Menge: das Atomprogramm des Iran; die Entsendung der Gaza-Hilfsflotte; das Gezerre um das Nato-Radar, die mangelnde Unterstützung aus Washington für die Türken, die glauben, sie müssten im innerirakischen Konflikt zwischen dem schiitischen Premier und dem sunnitischen Vizepräsidenten Partei beziehen; und schließlich Syrien und die US-Militärintervention, die nicht kommen will.
Ankara will Flugverbotszone
"Die Türkei ist weiterhin enttäuscht", erklärte Suat Kiniklioglu, ein ehemaliger außenpolitischer Sprecher der Regierungspartei im Parlament. Ankara hatte sich weit hinausgelehnt in Erwartung eines schnellen Sturzes von Bashar al-Assad und sah sich dann alleingelassen. Doch Außenminister Ahmet Davutoglu drängt nach wie vor auf die Einrichtung einer Flugverbotszone.
Planungsgespräche zwischen türkischen und amerikanischen Militärs laufen mittlerweile, glaubt man US-Medienberichten, die sich auf Geheimdienstquellen stützen. Eine US-türkische Planungsgruppe für den politischen Übergang in Syrien ist bereits im Sommer auf Anregung von Hillary Clinton eingerichtet worden. Die Obama-Administration lässt keine Gelegenheit aus, die neue Rolle der Türkei als Mittler und Gestalter im Nahen und Mittleren Osten zu betonen. Anders Romney: Er reiste nach Israel. (Markus Bernath aus Istanbul /DER STANDARD, 2.11.2012)
Die Lager sind erschöpft: 130.000 Gaskartuschen hat die türkische Polizei bei den landesweiten Protesten bisher verschossen. Jetzt muss nachgekauft werden. In Istanbul geht das Protest-Stehen weiter
Erneut Tränengas-Einsatz gegen Demonstranten in Istanbul - Zusammenstöße mit der Polizei in Ankara
Hunderte schweigende Menschen am Dienstagabend auf dem Taksim-Platz - Blick auf das Atatürk-Porträt
Polizei geht in mehreren Städten gewaltsam gegen Regierungskritiker vor - Gewerkschaft kündigt landesweite Streiks an
"Demokratie hat gesiegt" - Regierungschef verurteilt "Verräter" und ihre "ausländischen Komplizen"
"Ich hoffe, dass heute Abend alles vorbei sein wird" - Türkischer Regierungschef bestätigt vorläufigen Baustopp
Proteststehen gegen Erdogan: Der türkische Performancekünstler Erdem Gündüz löst eine neue Bewegung des zivilen Widerstands aus
Regierungssprecher: Sollte Baustopp von Gericht aufgehoben werden, sollen die Bürger in einem Referendum entscheiden
Die türkische Polizei geht mit unverminderter Härte gegen Demonstranten vor. Die machen in Istanbul und anderen Städten auch nach der gewaltsamen Räumung des Gezi-Parks mit ihren Protesten gegen den autoritären Regierungsstil von Premier Erdogan weiter
STANDARD-Korrespondent Markus Bernath beantwortete Userfragen
Mit der Stürmung des Gezi-Parks wollte der türkische Premier die Proteste beenden. Sonntag brachte seine Partei zehntausende Unterstützer auf die Straße. Doch die kriegsähnliche Nacht in Istanbul lässt den Beginn neuer Demonstrationen ahnen
Ministerpräsident bietet zuvor Referendum über Gezi-Park an
Mindestens vier Ärzte in Istanbul in Haft, die verletzte Demonstranten behandelten
Türkische Regierung fordert Demonstranten aber weiter zum Abzug auf
Regierungschef: "Wir überlassen den Platz keinen Terroristen" - Erneut Straßenschlachten in Istanbul
Auf dem Taksim-Platz in Istanbul bleibt die Lage nach der gewaltsamen Räumung angespannt. Die Behörden dulden die Parkbesetzer, feuern aber mit Tränengas auf sie. Im ganzen Land dauern die Anti-Erdogan-Proteste an.
Minister droht: Wer den Platz betritt, wird wie ein Terrorist behandelt - Erneute Straßenkämpfe in Istanbul - Solidaritätskundgebungen in Wien
Mann soll Autobombenanschlag geplant haben, durch den 52 Menschen starban
Drohung mit Gewalt, Planung eigener Kundgebungen - und ein Gesprächsangebot
Premier Erdogan bot eine Auszeit und ein Plebiszit an, die Entscheidung liege bei den Parkbesetzern, sagt die Plattform Taksim-Solidarität
Am neunten Tag der Proteste gegen Umbaupläne in Istanbul und den autoritären Stil von Premier Erdogan hat sein Vize Arinç Vertreter der Demonstranten empfangen. Sie übergaben einen Forderungskatalog
Eine parteiübergreifende Resolution des Europaparlaments zu den andauernden Protesten in der Türkei lässt die Regierung schäumen. Die EU habe ihm nichts zu sagen, erklärte Premier Tayyip Erdogan
Präsident Gül vergleicht Proteste in Türkei mit Occupy-Bewegung - Weiter Demonstrationen in Ankara und Istanbul
Bedrängter Ministerpräsident wirft Unzufriedenen Vandalismus vor - Schwere Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten bei Protestcamp - Brandsätze auf Beamte geschleudert
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