Der Winter kommt auf die sanfte Tour daher

2. November 2012, 05:30
  • Skitouren im freien Gelände haben Zulauf.
    foto: thomas rottenberg

    Skitouren im freien Gelände haben Zulauf.

Der erste Schnee im Flachland hat Wintersportlern Gusto und der Skibranche wieder Hoffnungen gemacht. Der Wunsch nach unabhängigem Skifahren ist groß. Dieses Verlangen weiß die Wirtschaft zu schätzen - und mit Tourenski-Ausrüstung zu stillen.

Schladming/Wien - Es war schon auch eine Prestigesache. Am vergangenen Dienstag, exakt 97 Tage vor Beginn der Ski-WM, startete Schladming als eines der ersten Skigebiete in den Alpen abseits der Gletscher in den Winter. Dafür musste die Piste auf der Märchenwiese freilich auch ordentlich maschinell beschneit werden. Am Mittwoch folgte die Turracher Höhe an der Landesgrenze zwischen Kärnten und der Steiermark mit der Inbetriebnahme des ersten Liftes.

Der erste Wintereinbruch in den Bergen vor gut einer Woche war nur von kurzer Dauer. Aber er ließ Liftbetreiber auf dem Berg und die Skifirmen im Tal gleichermaßen aufatmen. "Da reichen wirklich überzuckerte Berge, und die Leute kaufen ein. Da geht es um Emotionen", sagt Siegfried Rumpfhuber, der Geschäftsführer von Kästle, dem STANDARD.

Harter Winter

Gerettet ist die Saison der Skibranche damit natürlich noch lange nicht. "Der vergangene Winter war sehr hart. Da braucht man nichts schönzureden", sagt Rumpfhuber. Da die meisten Kaufentscheidungen von November bis Weihnachten fallen, ist der Sportfachhandel auf frühen Schnee angewiesen. "Im Vorjahr ist das Geschäft flachgefallen, weil Konsumenten bei der Warmwetterperiode von Oktober bis Ende Dezember aber sowas von keine Lust hatten, neue Ski zu kaufen." Die Schneemassen ab Jänner haben die Wintersportler entzückt, für Skifirmen war die Saison aber schon gelaufen.

Die fetten Jahre für die Skikonzerne sind vorbei. Führte der Carving-Boom vor fünf Jahren noch dazu, dass weltweit fast fünf Millionen Paar Ski verkauft wurden, rechnet Wolfgang Mayrhofer, Branchensprecher und Chef von Weltmarktführer Atomic, in dieser Saison mit etwa 3,1 Millionen. "Das ist aber die Talsohle."

Sanfte Skitouren

Wachstumspotenziale sehen die Skifirmen vor allem abseits des klassischen Massenskilaufs. "Skitouren sind mehr als ein Trend", sagt Rumpfhuber. Dabei sind weniger Expeditionen im ausgesetzten, hochalpinen Gelände gemeint, die Lawinengefahren bergen und entsprechendes Fahrkönnen, Wissen sowie Sicherheitsausrüstung voraussetzen. Sanfte Skitouren lassen sich für Hobbysportler weit weniger gefährlich absolvieren: bergauf und bergab auf gesicherten Pisten oder auf Forstwegen. Seilbahnbetreiber und Grundstücksbesitzer in den Skigebieten sind mit dem Trend zum unabhängigen Winterwandern, das die Liftkarte obsolet macht, nicht gerade glücklich.

"In Innsbruck etwa gehen am Abend schon einmal sechs- bis siebenhundert Sportler den Patscherkofel mit Stirnlampen hinauf", sagt Rumpfhuber. Das Problem: Die Tourengeher nützen die frisch präparierte Piste auch für eine geniale Abfahrt. Darunter leidet die Pistenqualität für die Skifahrer am nächsten Tag erheblich, wenn die Spuren über Nacht zufrieren. "Da sind in einigen Skigebieten noch viele Gespräche mit Seilbahnbetreibern, Bergführern und Tourengehern nötig, um eine Lösung zu finden", sagt Rumpfhuber. Als Vorreiter für ein gemeinsames Miteinander hat sich das Pillerseetal etabliert, das Skitouren auf ausgewiesenen Forststraßen, Wanderwegen und auch auf Pisten erlaubt.

Tourengeher, die sich lieber mit unverspurten Abfahrten in einer ruhigen, tiefverschneiten Landschaft belohnen, werden ebenfalls mehr und mehr. Sie teilen sich den Pulverschnee abseits der gesicherten Pisten mit Freeridern, die fürs Hinaufkommen auch auf Lifte setzen. Die Gefahren im freien Gelände werden mit der Zunahme der Sportler im Hinterland aber nicht weniger.

Auf Nummer sicher

So setzen Skigebiete wie das Kitzsteinhorn oder Sportgastein bereits auf Leit- und Informationssysteme für Freerider. Auf einer Infotafel auf dem Berg werden verschiedene Routen und auch der aktuelle Lawinenlagebericht angezeigt. Zudem wird auf spezielle Gefahren am Berg hingewiesen. Über einen Checkpoint kann auch die Funktionalität des eigenen Lawinensuchgeräts getestet werden. Entwickelt hat die Infobase der Unternehmer und Freerider Volker Hölzl. (David Krutzler, DER STANDARD, 2.11.2012)

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die Tourengeher können gerne machen was sie wollen

aber das überhebliche Gerede gegenüber "Pistln/ Liftln" etc. nervt, v.a. angesichts der meist doch sehr eingeschränkten skifahrerischen Fähigkeiten

Ist halt ein Modephänomen. Schauen Sie sich mal an wieviel K2 für seine All-Mountain-Schis verlangt - die verdienen sich eine goldene Nase. Das was früher die Snowboarder waren sind heute die All-Mountain-Fahrer. Die Hersteller freuts, und in ein paar Jahren ist das ganze Tamtam wieder vorbei.

falscher nickname,

der dumme joko würde besser passen...

ursprünglich wollte man ruhe und natur geniessen. das ist beim derzeitigen schitouren-boom nur mehr in sehr entlegenen ecken und zu unmöglichen zeiten möglich...

sobalds wetter schlecht ist, sinds auch auf den sogenannten moderouten alleine...

stimmt nicht

Abseits von ein paar Modetouren ist immer noch Ruhe.

der wahre grund

ist: wers einmal zusammenbringt, findet lifteln langweilig.
problem: die leut verwechseln das freie gelände mit einem naturpark wo ihnen gesagt wird was sie nicht tun sollen. drum latschen sie dann dort herum wo sie nicht hingehören.

wir gehen im winter wenn es kalt ist ;-) lifteln...

und wenn es dann schön warm wird gehen wir touren. und uns macht beides großen spaß....

Der Trend zu Skitouren hat 3 Hintergründe: a.) ist es sportlicher und so ein Ausgleich zum sitzenden Alltag b.) der Trend zur Rückbesinnung (niemand will beschallte Skipisten und künstliche Apres-Ski-Gaudi wie in einigen geförderten Skigebieten sowie eisige Kunstschneepisten c.) die horrenden Preise für Liftkarten

sportlicher? nur bedingt, kommen sie mal unter der woche mit mir mit, sie werden jede liftfahrt als pause genießen.
natürlich geht das nur wenn absolute keine leute unterwegs sind... (egal ob auf piste oder abseits ;-)

kommen Sie mal ...

mit mir mit auf eine Skitour ... sie werden wahrscheinlich keine Beinmuskulatur mehr haben, wenns ans abwärtsfahren geht ... ;-)

--> "Normalskifahren" ist spezialisiert ... Touren breiter aufgestellt ... wir müssen beides ... rauf und runter ...

Skitouren sind Bergwanderungen im Winter, mit anschließender Abfahrt. Ich würde es eigentlich nicht mit Skifahren vergleichen.

Sie haben ...

anscheinend keine Ahnung vom Skitouren ... oder Sie bezeichnen das "auf eine Hütte laufen" und danach auf präparierte Piste/plattgewalzen Wegen abfahren als Skitouren ...

was die Leute landläufig als Skitouren bezeichnen ist doch Kinderjause.
Und ja, ich hab´s auch gemacht. Trau mir also schon ein Urteil zu.
Richtiges Skifahren ists nicht. Da hält auch das Material zuwenig. Bei größeren Sprüngen über Klippen hab ich bei dem Touren-Leichtbau kein gutes Gefühl. Wäre nicht die erste Bindung, die einfach abreisst, vom Ski ganz zu schweigen.

OK ...

dann ist das, was Sie unter Skitouren verstehen eben die "landläufige Meinung" (wie ich es oben beschrieben habe) ... ich mache was anderes ... und Skitouren muss keine Klippensprünge beihalten, damits Skifahren sein kann ... aber auch das geht (mit dem richtigen Material)

Liftkartenpreise können an und für sich kaum ein Grund sein, da eine Tourenausrüstung doch um einiges mehr kostet als ein Pistenski.
Aber ja, es ist sportlicher, man kommt vom Lärm weg, man kann die alpine Landschaft geniessen und wenn man Glück hat in einem schönen Pulver abfahren! :)

Tourenausrüstung: 1000 bis 1500 EUR.
Pro Tour/Tag bezahle ich zwischen 15 und 30 EUR (= Spritkostenzuschuss).

Pisten: Pro Tag 35-45 EUR Liftkarte plus 15 - 30 EUR Spritkostenzuschuss.

Im Winter 2011/12 bin ich 27 Touren gegangen. Taugt mir voll.

1x war ich Pisten fahren, mehr als 1-3 x pro Winter brauch ich aber nicht.

bis 1500 EUR ist wohl etwas ZU billig angesiedelt

oder Sie sind ohne Sicherheitsausrüstung unterwegs. Aber da Sie die Alpinausrüstung scheinbar mit 0 EUR angesetzt haben, passt´s wieder.

Ich hatte tatsächlich falsch geschätzt. Aber mit 2000 ist man dabei.

Schi min. 100 Eur im Ausverkauf (Meru, ist von Atomic produziert, sicher nicht gut, reicht mir aber allemal: 56 Eur neu!)
Bindung 300
Felle 70
Harscheisen 50?
Piepserl 400
Schibrille 70
Dreiviertellange Unterhose 40
Touren-Schuhe 470 (brauche ich, andere passen nicht)
Schaufel 50
Sonde 30?
Hardshell-Jacke, wenn sehr kalt 300
Stutzen 20

Rucksack, Handschuhe, Fleecepulli und Trainingshose hatte ich.

ja genau, tourenausrüstung ist per se teuer

hoffentlich glaubens ein paar und ich hab mei ruh am berg^^

5 Saisonkarten kosten zwischen 1.000 und 1.200 €...

...um gleiches Geld bekommt man eine Super-Tourenausrüstung, die hat man/Frau dann 1 Jahrzehnt tragen kann.
Gekauft wird beim Abverkauf, dann gehts noch billiger...Rat und Tat, welche Schi usw. holt man sich beim Alpenverein.

Naja, ganz so ist es nicht. Die Felle gehen nach 100 Touren ein, die Tourenschi halten auch nur dann 10 Jahrem wenn Sie nixcht viel fahren. Meine haben den ersten Tourenwinter hinter sich, und ich habe bereits fleißig Kratzer ausgebessert. Ich schätze, mehr als 5 Jahre sind nicht drinnen.
Allerdings spare ich bei den Schiern. Die kriegt man echt billig.

Für den Einstieg tut es ein günstiges Vorjahresmodell oder gebrauchte Latten auf jeden Fall.
Da Sie für die Ausbildung ohnehin einem Verein beitreten sollten (Lawinenkunde etc.) kann man Sie dort meist beraten und am Anfang Material leihen.
Ja Sie werden für die Grundausrüstung (Pieps, Schaufel, gute Kleidung gehören zwingend dazu) einiges auslegen aber dafür können Sie die Sachen auch > 1 Jahrzehnt benützen wenn Sie nicht unbedingt glauben, dem neuesten Trend nachhecheln zu müssen.
Wenn Sie sich dann noch ein einfacheres Konsumverhalten in Bezug auf Hüttenzauber zulegen, rechnet sich das in jedem Fall.
Auch Fahrgemeinschaften senken Kosten und Unfug.
Skiservice sollte man auch selber erlernen. Ist unschwer.

so viel teurer auch nicht:
das sicherheitszeug braucht man sowieso wenns auch vom lift ins gelände geht. schuhe, bindungen und ski sind mittlerweile so gut dass - wenn man vorher auch schon vom gebiet immer ins gelände ging - kaum abstriche machen muss und das gleiche eqipment dann auch fürs lifteln nehmen kann. natürlich: nur für piste ist ein racecarver schon was gaanz anderes, aber mittelbreite, harte freerider sind echt ein guter kompromiss wenn man net grade > 1500hm gehen will.
wenn man jedoch dann lang längerer zeit wieder mal mit dem racecarver fährt, hauts einem schon die augerl raus und kommt drauf dass piste auch was kann, anders, aber manchmal ist es schon geil. und: skifahren lernt man nicht auf tour sondern mit lifteln!

und das Iphone kaufen sie um 1 EUR bei A1 weils "billiger ist!????????
die Tourenausrüstung hat sich spätestens nach 1 Saison nicht Liftfahren bereits bezahlt gemacht. Schuhe, Ski, Felle halten problemlos mehrere Jahre

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