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Es sollte sich im politischen Raum eigentlich längst herumgesprochen haben, aber manche wollen es einfach nicht wahrhaben: Wer sich mit dem Boulevard ins Bett legt, steht mit Flöhen auf, und dann juckt es. Mehrfach betroffen ist die SPÖ, am stärksten bei der Vergabe von Inseraten, und mehr noch in der Farce um das Bundesheer, die sie mutwillig auf die politische Bühne gebracht hat. Dass sie in ihrem Propaganda-Folder für ein Profi-Heer - wie die Salzburger Nachrichten berichteten - einen jungen Mann dazu beglückwünscht, nicht mehr Monate seines Lebens "sinnlos vertrödeln" zu müssen, ist da nur insofern irreführend, als es sich bei dem Jüngling um einen deutschen Staatsbürger handelt. Das ginge ja noch.
Mehr in die Irre führt da schon die Sentenz des Verteidigungsministers: "Die Politik macht die Regeln, nicht die Generalität." Er sagte das in einer Angelegenheit, in der "die Politik" das Machen der Regeln erst der Kronen Zeitung überließ, um ihre Ausführung unter dem Mäntelchen direkter Demokratie dann dem Volk vor die Füße zu werfen. Von einem Machen der Regeln kann bei einer Politik schon gar nicht die Rede sein, die von vornherein erklärt, sich dem Ergebnis einer Volksbefragung ohne Not, aber ungeschaut zu unterwerfen. Das Einzige, was "die Politik" dazwischen unternimmt, ist der Versuch, die jeweilige Kehrtwende in der Heeresfrage um hundert Prozent als Ausfluss unvermittelt eingeschossener Weisheit zu camouflieren. Mit der aber keineswegs alle begnadet sind.
Man will ja nichts unterstellen, aber möglicherweise haben sich einst Politiker etwas dabei gedacht, als sie das direktdemokratische Instrument der Volksbefragung - neben zwei anderen Instrumenten - mit keiner Bindungskraft ausstatteten. Es ist neu und unerklärlich, warum eine Partei plötzlich die tiefe Überzeugung von der Richtigkeit ihres Standpunktes in einer Sache ohne Zwang preisgeben sollte, nur weil sie einer ebenso knappen wie problematischen Zufallsmehrheit unterliegt. Erklären lässt sich das höchstens damit, dass einem die Sache ohnehin egal ist, weshalb es reicht, einen frühen Versuch in Populismus vor Nationalratswahlen durch einen zweiten zu neu tralisieren. Und Verantwortung so billig abzuschieben, dass man sich einen Rücktritt auch dann erspart, wenn man plötzlich gegen seinen Willen exekutieren müsste, was man jahrzehntelang aus Überzeugung gepredigt hat.
Als Ventil für die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den Parteien soll nun die direkte Demokratie herhalten. 80 Prozent der Österreicher wollen mehr davon, ergab diese Woche eine Umfrage von Ifes. Gleichzeitig ermittelte das Institut Imas, dass sich nur etwa fünfzig Prozent sehr oder ziemlich sicher an der Volksbefragung zum Bundesheer im Jänner beteiligen wollen. Wenn, was sich abzeichnet, etwa sechzig Prozent teilnehmen und das Ergebnis auf 55 zu 45 Prozent lautet - es könnte aber auch knapper sein -, werden zwischen 30 und 35 Prozent der Österreicher über die Zukunft des Bundesheeres entschieden haben. Dann hat das befragte Volk seine Schuldigkeit getan und einer erleichterten Politik die Verantwortung abgenommen. Ist ja eh nur das Heer. (Günter Traxler, DER STANDARD, 2.11.2012)
derStandard.at/SMS: Nachrichten in Echtzeit auf Ihr Handy! Sich Mut zuzusprechen soll im Wahlkampf erlaubt sein, mögen die Anlässe dafür auch dürftig sein
Die Ergebnisse der vier Landtagswahlen dieses Jahres geben weder der einen noch der anderen Koalitionspartei Anlass zu Optimismus
Dass das Berufsbild des Finanzministers hierzulande seit dem Auftreten eines kanzlergestützten Scharlatans ein wenig gelitten hat, sollte keine Entschuldigung sein, den personalpolitischen Schlendrian fortzusetzen
Bürger, die sich anmaßen, ein Volksbegehren ohne den Sanktus der "Krone" zu initiieren, können nur "übellaunige Berufsquerulanten" sein
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Am Sonntag könnte sich abzeichnen, was sie im Herbst erwartet
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Es war die Woche, in der Arnie eine terminatorische Heldentat an die nächste reihte
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In der roten Armee braver Parteisoldaten muss man schon den Rang eines Landeshauptmannes bekleiden, um leise Zweifel an der Strategie der obersten Führung anmelden zu dürfen
Erleben werden wir faule Ausreden, warum die Volksbefragung doch nicht so ausgegangen ist, wie es sich gehört hätte
Der Wiener Bürgermeister und mit ihm der Bundeskanzler haben eine Heeresdebatte vom Zaun gebrochen, die das Land in diesen Zeiten so nötig gehabt hat wie einen Kropf
Nun ist der Kampf Kanada gegen Niederösterreich eröffnet
...der Traxler. http://www.industriemagazin.net/stories/r... Ressort.ME
Boulevard definiert sich schon als das, was die Nachricht auf das Üble und das Primitive reduziert.
Sie nennen die APA und Reuters?
Ich sage: Es war bis vor etwa zwei Jahren völlig unbekannt in unseren Breiten, dass sich eine Partei die Gunst eines Mediums zur Gänze kauft. Den österreichischen Sozialisten ist es gelungen in einer Welt, in der alle politischen Einfluss nehmen wollen, der Dreistigkeit noch eins draufzusetzen.
Ich als denkender Staatsbürger konnte früher grad noch damit leben, dass das VOR-Magazin hauptsächlich die Wiener Stadtregierungsgrößen abbildete (danebn auch noch ein bissl NÖ und Burgendland) Wobei ein gewisser Faymann häufig bestens fotografiert zu sehen war.
In der sonstigen Presse will ich das nicht haben.
Die ganze BH-Diskussion,die bisher so läuft,ist mindestens Kronen-Zeitung Niveau wenn nicht noch tiefer.
Die allgemeine Wehrpflicht in der 2.Republik wurde aufgrund der bösen Erfahrungen mit dem Miltär in der 1.Republik eingeführt.Damals,1934,wurden z.B.in Wien die Gemeindebauten von Berufssoldaten sturmreif geschossen.
Nach wie vor dient das BH zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung im Inneren.
Warum gerade jetzt die SP für ein Berufsheer eintritt,ist mir sowieso schleierhaft.
Der Streit zw.Entacher und Darabos ist auch so eine Sache,weil das Miltär hat sich dem Primat der Politik unterzuordnen und nicht umgekehrt.Dienstrecht hin oder her.Oder will Darabos Entacher durch eine Volksbefragung los werden?Was ist da wirklich los?
Das Verteidigungswesen wurde 1955 ohne jede Unstimmigkeit zwischen den Parteien vergesellschaftet. Wehrpflicht war das Maß der Dinge. Weil man aus dem Krieg gelernt hatte, dass Wehrpflichtige nicht mir derselben OPferbereitschaft kämpfen gehen, wenn sie keinerlei Sinn in ihrem Tun entdecken können.
Das blieb dann so, solange man sich der Zustände in den Dreißigern erinnerte.
Ab und zu gab es Ansätze Einzelner in der ÖVP ein Berufsheer einzuführen. Das aber immer unter der Bedingung, der NATO beizutreten. In einem Bündnis kann man eine kleine Aufgabe übernehmen. Das Große machen die Partner. Wäre ja ok gewesen, aber die Neutralität ist bei uns heilig. Womit das zur Sackgasse wird.
Was mir noch dazu einfällt:
Wenn es um das BH geht,wohnen zwei Seelen in meiner Brust. "Lernen sie Geschichte",sagte Kreisky einmal zu einem Journalisten.Seit fast 70 Jahren leben wir in Frieden in der Mitte Europas.Aber wer garantiert uns,daß das immer so bleiben wird.Wer die Geschichte dieses Kontinents kennt,weiß,daß sich die Völker jahrhundertelang gegenseitig abgeschlachtet haben.Ein kleines Berufsheer wird wohl kaum in der Lage sein unsere Grenzen zu schützen.Aber sehr wohl ist es in der Lage die Demokratie zu beseitigen und eine Diktatur zu errichten.Ein bis an die Zähne bewaffnetes Berufsheer ist eine ständige Bedrohung für das Volk.
Vielleicht ist das von der Politik auch erwünscht:Friedhofsruhe,mit allen Mitteln!
Ich kann nicht glauben, dass ein starkes Heer der Hintergedanke eines Darabos ist.
Was ich aber sehe ist eine gewaltige gedankliche Diskrepanz, die die Denkenden in unserem Land nicht zum Thema machen: Das Vertrauen in "die Politiker" nimmt bei uns rapide ab. Das wären dann aber genau jene, die den Einsatz des Heeres beschließen. Berufsheere lassen sich nun einmal besser "einsetzen".
Den Standard Standard ausgenommen ;-), sehe ich viel mehr Boulevard als Sie. Da sieht man zum Beispiel junge Burschen mit schwarz verschmierten Gesichtern und einer Puschka im Anschlag auf einem Dach und hört im o-Ton "wahre Profis !" und will uns damit einreden, alle Zwangsverpflichteten kriechen auf Dächern wie Profis herum um den Feind zu suchen. Die Unschärfen und Halbwahrheiten werden leider auf beiden Seiten "des Fürs und des Widers" sehr unprofessionell betrieben:
Bei der Zielsetzung, bei den Kosten, bei der Politikerschelte, bei den Eurofightern usw.:
Da streiten sich die Leut herum, am End weiß keiner nix.
Übrig bleibt aber "Zwang" oder "Freiwilligkeit", nimmt man jungen Menschen Lebenszeit gewaltsam weg: ja oder nein ?
Wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt, kann man sehr viel darüber wissen.
Fangen Sie heute damit an!
Mir ist schon klar, dass österreichischer Pazifismus als einziger auf der Welt die Beschäftigung mit Militär generell ablehnt. Um damit letztendlich in einen intellektuellen Begründungsnotstand zu geraten.
Man ist erst dann begründet Pazifist, wenn man die Sache so gut kennt, dass man sie begründet ablehnen kann.
Auf dieser Ebene würde ich hier gerne diskutieren.
ist, wenn man krampfhaft versucht postings in, seit Jahrzehnten, persönlich dafür fix eingerichtete, Schubladen zu stecken oder Meinungen nach Schema F abzuhandeln ohne darüber nachzudenken, ob einer Meinung vielleicht auch anders zu begegnen wäre, als mit oberflächlichen Schlagworten. Wenn man das so genau überdenkt ist das nicht einmal intellektuell. Jeder Briefträger ist froh, wenn er nach getaner Arbeit, Briefe nach der Adresszuordnung zugestellt zu haben, des Abends dem Schema zu entfliehen. Manche Leute sind süchtig darauf diese Zuordnung den ganzen Tag durchzuführen, nur um den Preis sein eigenes Selbstbewußtsein wieder befriedigt zu haben. Der Unterschied des Postbotens zu dem Hobbyzusteller: erster macht viel seltener Fehler
Als Antwort auf mein Posting nicht direkt brauchbar.
Aber wenn es so gemeint war: Rundumschläge sind eigentlich nicht so meins. In diesem einen Fall treffen sie aber zu: Österreichische Pazifisten zitieren massenhaft Tucholsky, titulieren alle Soldaten als Mörder, und übersehen in intellektueller Großzügigkeit, dass es Soldaten waren, die für das Niederringen des nationalsozuialismus gestorben sind.
In Deutschland geht das nicht. Nirgendwo geht das. Dort muss man sich wenigsten scheinhalber mit der Gegenseite auseinandersetzen.
In Wien kann man der Errichtung eines Denkmales für Ché Guevara begeistert appaudieren - sich einmal um 180 Gtrad drehen - und beinahe im selben Atemzug jedes Soldatentum empört ablehnen.
bzw. genauer recherchieren - es war nicht darabos, der den kurs der spö änderte. sie können den ablauf hier nochmal nachlesen: http://www.ceiberweiber.at/index.php... es&id=2461
und was darabos betrifft, hat er recht, dass sich was ändern muß, gerade weil nicht respektiert wird, dass der minister über dem heer steht. entacher und seine fans stehen für ein system und eine einstellung, gegen die eine schildkröte ein rennpferd ist - die verkörpern erstarrung und fehlende flexibilität. ob ein reines berufsheer der richtige weg ist, muss man diskutieren - aber so kanns net weitergehen. da verstehen viele unter landesverteidigung ministermobbing.
http://www.ceiberweiber.at/index.php... es&id=2549
Sehr gutes Kommentar!
Die Diskussion läuft sonst leider auf niedrigem Niveau. Auch seitens der Politik kommt wird da wenig beigetragen. So wird das - eigentlich wichtige - Thema dem ungebildetem Stammtisch überlassen, der sich angeheitert, auf einem Nicht- oder bestenfalls Halbwissen basierende Weisheiten zugröhlt. Andererseits habe ich von einer Frau, dessen Sohn gerade grundwehrdienert, gehört, warum sie FÜR die Wehrpflicht sei: nämlich, weil der Sohnemann jetzt ohne Murren seinen Dreck selber wegräumt.
Na bravo. Dieser Natur sind also die Grundlagen, aufgrunddessen 50% der Wahlberechtigten über das Bundesheer entscheiden werden.
"Tagwache
von Wolfgang Ambros
Links um, rechts um schallt es schroff
über den Kasernenhof
grau in grau wohin i schau.
Und Ana, a gaunz a Klaner,
der schreit und wird immer länger
und er schreit und er schreit und er schreit und schreit
bis eam die Aug'n wie Topfennockerl ausehäng'n
Jojo in Zivü, do war er net vü,
owa beim Militär do is er wer.
Jojo in Zivü, do war er net vü,
owa beim Militär do is er wer,
ja do is er hoid wer!
Im Gleichschritt muasst sogar zum Essen geh'n,
a hoibe Stund' laung Schlangen steh'n.
Es is so wie im Häf'n.
Drum hebt's die Hand zum Kappenrand,
wir leb'n in an schänen, in an schänen freien Land."
Wenn es zur Ihrer Beruhigung beiträgt: Militär hat eigene Funktionsweisen. Die sind identisch bei Deutscher Wehrmacht, bei der gewesenen Nationalen Volksarmee der DDR. In Kuba wird auch im Gleichschritt marschiert und in Venezuela.
Grad mal Israel steht im Ruf, bei der Disziplinierung seiner Soldaten eine Zeit lang offener gewesen zu sein. 1972 sah man Bilder von Soldaten von dort, die eigenwilligst adjustiert waren. Das heißt: Befehlen nicht gleich folgen, was auf eine gewisse Selbstbestimmtheit hindeutet. Heute ist das dort auch nicht mehr so.
Militär ist nie lustig. Nicht einmal dann, wenn im tiefsten Frieden.
Wäre der Wofgang Ambros aber ein politischer Mensch, dann hätte er sowas nie geschrieben. Denn dann hätte er abwägen müssen, was unsere Geschichte Mitte des 20. Jh. brachte: Böses Militär, das in den Abgrund führte. Und gutes Militär, das dagegen obsiegte.
Ich kenne den W. Ambros nicht persönlich. Kennen Sie ihn? Wenn ja, dann fragen Sie ihn bitte, ob er mit diesem Lied auch die Soldaten meint, die uns damals von der Hitlerei befreiten.
"Wenn ja, dann fragen Sie ihn bitte, ob er mit diesem Lied auch die Soldaten meint, die uns damals von der Hitlerei befreiten."
Kein Soldat des Österreichischen Bundesheeres hat uns von Hitler befreit.
Somit meint Ambos diese definitiv nicht, da er ja nur vom ÖBH singt.
1) Dass Künstler bei uns nicht so intellektuell gestrickt sind, dass sie weiter denken als ihre Nasenspitze
und/oder
2) Dass sich bei uns politisch gesinnte gerne künstlerische Außerungen zunutze machen ohne ebenfalls weiter als ihre Nasenspitze zu denken.
Ich war einmal in einem Ambros-Konzert. Da war ich schon was beim Heer. Da wurde "Tagwache" gesungen. Mir hat vor dieser Primitivität der Darbietung gegraut. Kunst, die picken bleibt am primitiven, ademokratischen Vermeidungsverhalten. Die, die bei sowas mitgrölen, kann ich nicht recht einordnen.
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