Der amerikanische Traum eines Wiener Baseballers

Moises Mendoza
1. November 2012, 17:10
  • Auf der Spenadlwiese im Prater sind die Vienna Wanderers daheim. Hier wird gespielt, trainiert und von Legionären gelernt.
    foto: heribert corn/standard

    Auf der Spenadlwiese im Prater sind die Vienna Wanderers daheim. Hier wird gespielt, trainiert und von Legionären gelernt.

  • Felix Zimmerle wechselt von Wien nach Arizona.
    foto: heribert corn/standard

    Felix Zimmerle wechselt von Wien nach Arizona.

Großes Talent des Baseball-Meisters Vienna Wanderers geht aufs College und träumt von der Major League

Wien - Jeden Tag übt der 18-jährige Wiener Felix Zimmerle an seinem Schwung, seinem Fangvermögen. Zimmerle ist Baseballer, in Wien, doch sehr bald schon wird er für ein amerikanisches Junior College spielen.

Die aktuelle Saison ist gelaufen, die Sieger am Ende hießen San Fransisco Giants (Major League) und Vienna Wanderers (Österreich). Zimmerle hat einiges zum Titelgewinn der Wanderers beigetragen. Immer wieder versucht er diejenigen zu ignorieren, die ihm sagen, er solle doch "etwas Richtiges spielen" - Fußball etwa. "Sie respektieren es nicht, sie akzeptieren es nicht", sagt Zimmerle vor einem Training im Sportzentrum Spenadlwiese in Wien, "und ich beachte das nicht."

Zimmerle, Pitcher (Werfer) und Third-Baseman, ist einer der wenigen Baseballer in Österreich, die eine Chance darauf haben, bald in den USA zu spielen. Wer im Junior College spielt, ist nur einen Schritt weit davon entfernt, für die Mannschaft einer großen Universität zu spielen, was wiederum das Sprungbrett zum Profi-Baseball wäre. Die Chance ist da, aber natürlich gering. Seit dem Zweiten Weltkrieg spielte ein einziger Österreicher in den "Major Leagues", er hieß Kurt Krieger, war von 1949 bis '51 für die St. Louis Cardinals aktiv. Krieger starb 1970 im Alter von 44 Jahren an Krebs.

Erfolg unter dem Radar

Es wird nicht leicht werden, das weiß Zimmerle. Doch er glaubt, dass er es schaffen kann. Baseball hat es in Österreich nie zu großer Beliebtheit gebracht. Die Anfänge wurzeln in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als amerikanische Soldaten den Sport unter Jugendlichen bekanntgemacht haben. Die Soldaten zogen ab, und Baseball verschwand wieder in der Versenkung, bis in den frühen 1980ern die Popularität des Sports einen globalen Aufschwung erfuhr. Seit 1983, als der österreichische Baseball und Softball Verband gegründet wurde, bildete sich hierzulande ein Netzwerk von Teams, dieses reicht von Schwaz in Tirol bis Wien.

Die Fangemeinde ist überraschend groß. "Sie umfasst fast 4000 Menschen", sagt Rainer Husty, Präsident der Austrian Baseball Federation. Die Österreicher schlagen sich international gar nicht schlecht, wobei die Softballerinnen mit etlichen Top-Ten-Resultaten bei EM-Endrunden noch besser abschnitten als die Herren Baseballer. Man reist in Bussen, übernachtet in Jugendherbergen. In einem kleinen Land mit wenig Baseballtradition, sagt Husty, ist es schwer, mit den Besten mitzuhalten. "Und doch glaube ich, dass Spieler in Österreich so viele Chancen auf internationalen Erfolg haben wie in jedem anderen Land auch. In den letzten Jahren habe ich große Fortschritte unserer Spieler beobachtet."

Legionäre helfen, diese Entwicklung voranzutreiben. Joe Wilson (24), ein ehemaliger US-Collegespieler, ist ein gutes Beispiel. Wilson kam heuer zu den Wanderers, für 400 Euro Taschengeld monatlich sowie Kost und Logis. Zuvor hatte er die USA nie verlassen, er sprach nicht Deutsch - aber beim Training sieht man, wie er den Spielern hilft, ihre Wurftechnik zu verbessern, oder ihnen zeigt, wie sie in die Base rutschen müssen. "Ich mag es hier sehr, aber das ist nichts für jeden", sagt Wilson, "ich träume immer noch vom Profi-Baseball. Vorerst möchte ich aber Leuten wie Felix bei ihrer Entwicklung helfen."

"Ich kann mithalten"

Zimmerle hat als Sechsjähriger mit Baseball begonnen. Schon im Vorjahr absolvierte er ein Semester an einer Highschool in Indiana. "Ich habe erkannt, dass ich mithalten kann", sagt er: "Das war ein super Gefühl." Durch seine guten Leistungen hat er die Aufmerksamkeit von Trainern in Amerika erregt und sich so einen Studienplatz in einem "Junior College" in Scottsdale, Arizona, gesichert. Dort wird er Baseball nicht nur üben und spielen, sondern leben - jeden Tag. (Moises Mendoza, DER STANDARD, 2.11.2012)

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basball ist kein sport sondern ein spiel ... aber ein uninteressantes

aber wenn`s ihm gfallt, warum nicht?

schon alleine der Anfang des Postings war eine Postings unwürdig.

Am Anfang darüber schimpfen und dann Toleranz üben zeugt von einem kurzweiligem Gedanken.

lieber hansi, offensichtlich du verstehst den sinn der toleranz nicht... man kann etwas tolerieren auch wenn es einem recht sinnlos erscheint

Dem "Sport" kann ich mal überhaupt nichts abgewinnen, aber Menschen mit einem Traum und dem Willen sehr viel dafür zu tun. Alles Gute da drüben!

Darf man fragen, warum Sport unter Anführungszeichen steht?

beiw elchem leistungssport ist es das nicht? geht schon...

Doping eher die Regel als die Ausnahme, 90 % der Zeit stehst nur herum usw...

"Doping eher die Regel als die Ausnahme, 90 % der Zeit stehst nur herum"

Also ist Usain Bolt auch nur "Sportler"...

Ach ja

Sarkasmusalarm!

P.S.: Das mit dem Doping gebe ich recht. Ist wirklich ein Problem.

Nix da, “nuff said“. Nur weil der gute CC nicht in das Schema des Modell Sportlers fällt, ist er kein Sportler? Kugelstoßer oder hammerwerfer oder Gewichtheber wie der steiner sind dann auch keine Sportler?

Ich kann ja verstehen, dass man sich für Baseball nicht interessiert, muss man nicht zwanghaft, wie die Hälfte in dem Forum diesem Sport, der seine Probleme wie jeder andere auch hat, schlecht machen oder ihm gar absprechen, ein Sport zu sein.

Nuff said.

Fortsetzung 5

So, wir haben soeben 1 Inning mit 1 Verletzten, 1 Error und einen kurzen Einblick in das normale Leben eines Catchers, eines Outfielders und eines linken Infielders kennengelernt!

Ich danke für die Aufmerksamkeit - das nächste Mal: "Der Pitcher oder der Ellenbogen der Wunder" und der "1st Baseman - Crouch, Touch, Catch and Hit"

Bleiben Sie mir gewogen!

Baseball - Ein "Sport" Für Schwächlinge. Presented by Francetto

könnens sowas nochmal schreiben?
diesmal mit schach, bitte.

Fortsetzung 4

Der Outfielder... Na gerade der. Steht da einfach in der weiten grünen Wiese herum und schaut blöd durch die Gegend. Wie einst weiland Toni P.

Und der Typ soll sich jetzt zum falsch geworfenen Ball hinbegeben. Na gut. Also rennt der jetzt zu dem Ball, hebt ihn vom Boden auf und muss dann zur 3rd Base werfen.

Das tut er auch. Und Oh Gott - der wirft den doch tatsächlich perfekt über 50 m weit zum 3rd Baseman, der perfekt da steht, den Ball nimmt und sich sofort nach unten bewegt und den rutschenden Läufer bei der 3. auszumachen. Und schafft das. Aber leider nicht ohne die Füße des Läufers, die gestreckt in seine Füße reinradieren, zu vergessen.

ZACK! Kennen Sie das Video von Henrik Larsson, als ihm das Schienbein brach? FF

Fortsetzung 3

Das lassen Sie sich nicht gefallen und werfen zum 2nd Base. In der Schule aufgepasst? Pythagoras a² (Weg von Homeplate zur 1st Base) + b² (Weg von 1st zur 2nd) Das macht nach Adam Riese ca. 38 Meter.

Da dieser Läufer - obwohl kein Sportler - sich sehr schnell auf das 2. Base zubewegt, sollten Sie sehr genau werfen. Empfehlung: Werfen Sie aus 38 Metern in ein Kellerfenster von 1x1 Meter (viel ungenauer sollten Sie nicht werfen können) so hart sie nur können.

Sie haben's geschafft. Sie haben voll darüber hinaus geworfen! Glückwunsch. Der Läufer bleibt einfach nicht stehen, der läuft einfach bis zur 3rd Base weiter. So ein Schlingel.

Jetzt haben wir den Salat. Der Outfielder muss den Ball holen... FF

Fortsetzung 2

Sie haben soeben 1 Punkt für Ihre Mannschaft erzielt. Jetzt stehen sie wieder herum.

Ach nein, Sie sind Catcher!!!! Sie müssen sich wieder ihre Schutzkleidung anziehen (siehe "harter Ball" und "100-130 km/h") und sich hinter einen Typen mit dem vorhin besprochenen Holzschläger HINHOCKEN. Ganz angenehm für die Knie - Empfehlung: Ausprobieren, 9x 20 Minuten fast nur hinknien.

Ihre Aufgabe ist sehr einfach: Sie brauchen nur da hocken und die zu Ihnen geworfenen Bälle fangen. Da ihr Werfer allerdings ein Stümper ist, wirft der IRGENDWO hin. Den Ball müssen Sie jetzt wieder holen. Nach hinten ist bis zu 15 Meter Platz.

Plötzlich kommt einer auf die Idee und will von 1st Base zum 2nd laufen. Na was fällt dem ein? FF

Fortsetzung

Sie allerdings auch fast alles mit ihm. Sind Sie die knapp 27 m erfolgreich durchgelaufen, ist das aber erst ein Viertel dessen, was sie erreichen müssen.

Jetzt hoffen Sie, der nächste an der Reihe trifft den Ball ebenso. Sie laufen wieder 27 m, oder idealerweise 81 m weiter. Die Gefahr, dass Ihnen wieder jemand im Weg steht, besteht weiterhin!!!

Um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, rutschen Sie einfach in die winzigen Polster, die Ihre Sicherheitszone (auch Base genannt) markieren rein. Keine Sorge, das Brennen, das sie gerade an dem Hintern/Bein spüren muss von Brennnesseln kommen (mit Sport hat das ja bekanntlich nichts zu tun).

Endlich haben Sie Ihr Ziel erreicht. Sie haben eine Runde von ca. 108 Metern geschafft. FF

Aha, beim Baseball steht man 90 % der Zeit nur herum. Na, ich werds mir merken.

Tip: Nehmen sie einen Holzschläger, der etwa die Länge Ihrer Beine hat am untersten Ende und strecken Sie ihn bei ausgestreckten Armen aus. Wenn Sie ihn nach 30 Sekunden gerade noch halten können, ist das Gewicht in etwa richtig.

Diesen Schläger nehmen sie nun und schwingen so schnell und so genau sie können um einen harten Ball in der Grösse eines Tennisballs zu treffen, der mit ca. 100-130 km/h auf sie zukommt.

Wenn Sie ihn getroffen haben, laufen Sie so schnell Sie können ca. 27 Meter weiter, bevor der Ball dort hin geworfen wird. Achtung: Sollte ein Gegner diesen Ball bereits in der Hand haben, darf der mit Ihnen im Grunde machen, was er will. FF

köstliche lektüre,

danke!

Für die Baseball-Unverständigen.

Versucht doch einmal auf eine reguläre Distanz einen Ball in eine Strikezone zu werfen!

Das ist so ähnlich, als müsste man andauernd in das Kreuzeck treffen.

Da ist nichts fades dabei. Es ist wie ein andauerndes 11Meter Turnier. Nur das bei einem Treffer noch laange kein Punkt erzielt wurde. Im Gegenteil. Da ist der Ball erst einmal im Spiel.

Ich finde den Sport auch wahnsinnig langweilig - ungefähr in einer Linie mit American Footbal.
Hängt aber vermutlich damit zusammen, dass ich einfach nicht damit "aufgewachsen" bin.

Andererseits finde ich Australien Football total spannend zum Zuschauen...

Dass Baseball schwer ist bezweifelt glaub ich eh niemand. Schach ist schwer, Tischtennis ist schwer, Golf ist schwer - jeder Sport ist schwer. Aber das Problem bei Baseball ist nicht dass es leicht wäre, sondern dass es extrem langweilig für die Zuschauer ist.

Demzufolge wäre Golf noch mehr Sport als Baseball. Da ist über weit größere Distanzen Präzision gefordert und man muss die Konzentration 3-5 Stunden aufrecht erhalten.

Man kann sowohl Golf als auch Baseball als Sport oder als Spiel betreiben.

Manche trainieren jeden Tag um die körperliche und mentale Kondition zu haben die diese "Spiele" bedürfen um es auf ein professionelles Niveau zu betreiben...

Wären in diesem Sinne Curling, Boccia, Pool oder andere Freizeitaktivitäten noch weniger "Sport"? Diese bedürfen aber trotzdem Disziplin den man erst aufbringen muss eine Sache so gut zu machen ... Genauso wie Motor-Sport, Segeln, Bogenschießen, oder diverse Reitsportarten.

Wie defniert man Sport überhaupt? Wo will man die Grenzen ziehen? Wieso soll man überhaupt Grenzen ziehen? Wenn einer dabei Spaß hat und sich wohl fühlt einen bestimmten Sport zu betreiben für den sich ein anderer nicht begeistern kann, warum es runtermachen. Niemand zwingt ja einem zu-zuschauen oder mitzumachen

ich denke, genau das ist das "Problem" bei diesem Sport. Für Unbedarfte schaut das mitunter aus, als ob sich 2 Leute Minutenlang "das Balli hin und her schupfen". Dass jeder einzelne Wurf des Menschen auf dem kleinen Hügel sportliche und taktische Hochleistung ist, sieht man ja nun nicht unbedingt. ;-)

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