Opel streicht 2.600 Stellen

31. Oktober 2012, 16:50

2.300 Jobs sind bereits weg, Konzern-Mutter GM sieht erst ab 2015 eine Kehrtwende in Europa

Detroit/Rüsselsheim - Der angeschlagene Autobauer Opel streicht allein im laufenden Jahr rund 2.600 Stellen. Davon hätten seit Jahresbeginn bereits 2.300 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, teilte die Adam Opel AG mit. Der Stellenabbau sei durch freiwillige Abfindungs- und Vorruhestandsangebote sowie durch natürliche Fluktuation erfolgt.

Opel leidet unter massiven Überkapazitäten und verhandelt derzeit mit Arbeitnehmervertretern über weitere Maßnahmen zur Kostensenkung. So will die Geschäftsführung am Standort Bochum nach 2016 keine Autos mehr vom Band laufen lassen.

Kehrtwende in Europa 2015

Bis 2015 will Opel-Mutter General Motors (GM) die Kehrtwende im verlustträchtigen Europa-Geschäft schaffen. Die Gewinnschwelle werde Mitte des Jahrzehnts erreicht, erste Verbesserungen in den Ergebnissen bereits im nächsten Jahr, kündigte der amerikanische Autoabuer an. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, vor allem in Europa", erklärte GM-Finanzchef Dan Ammann anlässlich der Vorlage der Bilanz.

Für das abgelaufene dritte Quartal wies GM indes einen höheren Konzerngewinn aus als erwartet. Allerdings sank der Ertrag dennoch um gut 14 Prozent auf 1,48 Milliarden  Dollar (1,14 Milliarden Euro). Der Umsatz legte um gut zwei Prozent auf 37,6 Milliarden  Dollar zu und damit ebenfalls stärker als von Experten erwartet.

Opel belastet GM-Bilanz

In Europa stieg der Verlust den Angaben nach auf 478 Millionen Dollar von 292 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und damit nicht ganz so stark wie von Beobachtern befürchtet. Im Gesamtjahr erwartet GM allein für Europa einen Verlust zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Dollar. Die Marke Opel ist der Kernbestandteil des Europa-Geschäfts von GM. Seit Jahren belastet Opel die Bilanz des US-Konzerns, trotz zahlreicher Restrukturierungen und Stellenstreichungen. Der Rüsselsheimer Autobauer hat in den vergangenen zwölf Jahren etwa 16 Milliarden Dollar Verlust gemacht.

Die vorgelegten Zahlen wurden von Anlegern erfreut aufgenommen: GM-Aktien stiegen vorbörslich um knapp fünf Prozent. (APA, 31.10.2012)

schade für opel, dass es zu den amis gehört.
die haben weder eine ahnung was in europa gefordert wird noch wie man ein ehemals erfolgreiches unternehmen auf eigenen beinen stehen lässt.

Opel belastet GM-Bilanz

Vor zehn Jahren war es (zumindest wurde es so berichtet) noch umgekehrt...

Tja, US-amerikanisches Management hat vielen Unternehmen nicht wirklich viel gebracht ausser Problemen am Weltmarkt.

Die Wurzeln der Schweizerischen Grossbank UBS wurden während den Spitzenzeiten der Investment Banker gründlich entfernt, selbst normale Beschaffungen mussten von US-amerikanischen Managern abgesegnet werden - die den europäischen Markt noch nie verstanden haben und diesen auch nie verstehen werden. Die Amis im Top Management der UBS haben einen grossen Anteil am Niedergang der UBS, aber das durfte man bis vor Kurzem nicht laut aussprechen.

"Jetzt gehts loos, jetzt gehts loos"

sind nicht nur Schlachtgesänge in Stadien, sondern auch die Rufe der Personalisten der großen Konzerne (nicht nur Auto) für das große Streichen.

Zulieferer und Kleingewerbetreibende werden ebenfalls leiden, Leute abbauen und gegebenenfalls dicht machen.

Diese Entwicklung ist seit Jahren absehbar - aber keiner konnte / wollte wirksam dagegen steuern.

Soll man sich jetzt freuen, dass man recht behalten hat oder ärgern, dass es so kommt?

Manche denken aber noch immer: "Ist ja nicht so arg, das wird schon wieder, ist nur vorübergehend ..."
Na, dann schauma mal ...

Wobei Mobilität eigentlich ein gutes Thema ist.

Was fehlt sind Ansätze etwas anderes zu machen.
Bessere Infrastrukturen in Städten, wenn ich heute noch Städte sehe mit Ticketautomaten denke ich mir wie antik das System dort nicht ist.

An können mangelt es sicherlich nicht davon bin ich überzeugt, aber es mangelt extremst an kreativität.

Stellen zu streichen wenn die Nachfrage nach den Produkten stark gesunken ist ist IMMER besser als unproduktive Stellen aufrecht zu erhalten nur aus falsch verstandenem sozialen Denken.

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