Studienabschlüsse von FHs sollen auch in Italien anerkannt werden

  • Wissenschaftsminister Töchterle (li.) und sein italienischer Amtskollege Profumo wollen mehr kooperieren.
    foto: bmwf/atre scattolon

    Wissenschaftsminister Töchterle (li.) und sein italienischer Amtskollege Profumo wollen mehr kooperieren.

Wissenschaftsminister Töchterle besuchte Amtskollegen in Rom - Runder Tisch vereinbart

Rom/Wien - Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat am Mittwoch in Rom den italienischen Unterrichtsminister Francesco Profumo getroffen. Dabei ging es unter anderem um die Anerkennung von Abschlüssen im Universitäts- und Fachhochschulbereich. Da Italien bisher keine Fachhochschulen eingerichtet hat, gibt es in diesem Bereich bisher keine Anerkennung. Die beiden Minister haben einen "Runden Tisch" mit Experten beider Länder vereinbart, die sich mit der Frage beschäftigen werden.

Für Südtiroler wichtig

"Die Anerkennung unserer Studientitel ist vor allem für Südtiroler wichtig, die in Österreich studieren. Wenn sie in Italien eine Anstellung beantragen, haben sie Probleme mit der Anerkennung ihres Studientitels. Mit Profumo bemühen wir uns zur Behebung dieser Schwierigkeiten", so Töchterle.

Auch das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm, Horizon 2020, das derzeit auf europäischer Ebene ausverhandelt wird und von 2014 bis 2020 gilt, wurde von den beiden Ministern besprochen. Österreich und Italien haben sich eine verstärkte Kooperation vorgenommen. "Wir sind der Ansicht, dass auf europäischer Ebene das Forschungsbudget nicht gekürzt, oder zumindest so wenig wie möglich gekürzt werden muss. EU muss unbedingt in Forschung investieren", erklärte der Minister.

8.000 Italiener studieren in Österreich

Derzeit kooperieren 14 österreichische Universitäten mit italienischen Institutionen, es gibt dabei mehr als 120 Kooperationsvereinbarungen zwischen Universitäten beider Länder. Derzeit studieren rund 8.100 Italiener an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten. Österreichische Lektoren sind in Italien an sechs Universitäten tätig. Seit 2006 haben mehr als 180 italienische Forscher ÖAW-Institute besucht, rund 230 Mitglieder der ÖAW waren im Gegenzug an italienischen Forschungseinrichtungen Gast.

Im vergangenen Mai hatten Italien und Österreich in San Michele all'Adige bei Trient ein Abkommen zur Förderung von Forschung und höherer Ausbildung geschlossen. "Wir haben mit diesem Abkommen die Weichen für eine fruchtbare Kooperation gestellt, jetzt muss es mit Inhalten gefüllt werden", meinte Töchterle. Ziel sei es, die Qualität und das internationale Niveau der Universität in der sogenannten "Europaregion Tirol" zu fördern.

Generalaudienz beim Papst

Töchterle nahm am Mittwoch auch an der Generalaudienz des Papstes teil und tauschte mit dem Heiligen Vater einige Worte aus. "Der Papst hat hervorgehoben, dass Österreich ein Universitätsland ist. Ich habe ihm erzählt, dass ich vor meiner Amtszeit als Minister als Rektor der Universität Innsbruck tätig war. Es hat ihn gefreut, dass ein klassischer Philologe in Österreich Wissenschaftsminister ist", so Töchterle.

Am Dienstag hatte Töchterle Kardinal Zenon Grocholewski, Präfekt der vatikanischen Bildungskongregation, getroffen. Bei dem Gespräch ging es unter anderem um die Situation katholischer Schulen und Universitäten auf internationaler Ebene. Zum Abschluss seiner zweitägigen Rom-Reise besuchte Töchterle das Forschungsprojekt des START-Preisträgers Norbert Zimmermann (Institut für Kulturgeschichte der Antike, ÖAW) in der Domitilla-Katakombe besuchen. Sie ist eine der größten Katakomben Roms. (APA, 31.10.212)

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