Test für Behandlungserfolg beim Einsatz von "Chili-Pflastern"

31. Oktober 2012, 14:56
  • Capsaicin, ist ein aus Chilibeeren gewonnenes Alkaloid, das auch zur Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen eingesetzt wird.
    foto: derstandard.at/gueb

    Capsaicin, ist ein aus Chilibeeren gewonnenes Alkaloid, das auch zur Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen eingesetzt wird.

Eine österreichische Studie konstatiert, dass eine sensorische Testung bereits vor dem Einsatz eines Capsaicin-Schmerzpflasters zeigen kann, ob die Behandlung erfolgreich sein wird

Wien - Die Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen stellt insofern eine Herausforderung dar, da Betroffene auf eine Therapie oft nur schlecht ansprechen. Seit zwei Jahren wird in Österreich zur Behandlung ein Schmerzpflaster mit einem Gehalt von 8 Prozent Capsaicin (einem Chili-Inhaltsstoff) bei erwachsenen Patienten, die nicht zusätzlich an Diabetes erkrankt sind, eingesetzt. Allerdings sprechen nicht alle Patienten auf die Therapie mit dem Capsaicin-Schmerzpflaster gleich gut an.

Eine österreichische Studie mit Burkhard Gustorff vom Wiener Wilhelminenspital als Erstautor weist darauf hin, dass eine sensorische Testung bereits vor dem Einsatz des Pflasters zeigt, ob die Therapie erfolgreich sein wird.

Responder vs. Non-Responder

Für die Studie wurden Patienten, die eine Therapie mit dem Schmerzpflaster erhielten, je nach Behandlungserfolg in zwei Gruppen - bestehend aus Responder und Non-Responder - eingeteilt. Es konnte beobachtet werden, dass die Responder im Schnitt bereits länger an peripheren neuropathischen Schmerzen litten, als die Non-Responder (6,94 vs. 3,65 Jahre). Die Studienteilnehmer in den beiden Gruppen wiesen in der vom Schmerz betroffenen Körperregion auch unterschiedliche Wahrnehmungsschwellen für Hitze und Kälte auf als an nicht betroffenen Körperregionen.

Die Responder hatten in der betroffenen Region eine niedrigere Wahrnehmungsschwelle für Druckschmerzen als an anderen Körperstellen. Die Non-Responder zeigten hingegen eine wesentlich schlechtere Allodynie (Schmerzempfindung durch Reize, die normalerweise keine Schmerzen auslösen). "Demnach könnte ein sensorischer Test, der vor Anwendung des Schmerzpflasters durchgeführt wird, Auskunft über den Behandlungserfolg geben", lautet das Fazit der Studienautoren. (red, derStandard.at, 31.10.2012)

Wirkung von Capsiacin:

Capsaicin ist ein hochselektiver Agonist für den TRPV1-Rezeptor, der als einer der Hauptrezeptoren bei der Übertragung und Modulation von Schmerzsignalen gilt. Der Hautkontakt mit hoch konzentriertem Capsaicin bewirkt eine anhaltende, reversible Deaktivierung der hyperaktiven Nozizeptoren, was eine schnelle und nachhaltige Schmerzlinderung schon nach einer einzigen Behandlung bewirkt. Die Nozizeptoren werden allerdings nicht permanent verändert, ihre Funktionsfähigkeit kehrt im Laufe der Zeit zurück.

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13 Postings
Ich korrigiere:

"Chili-Pflaster" sind Pflaster exklusiv für Dominik Heinzl (Stichwort Berufsrisiko).

Chilibeeren ?

Sollten das nicht eher Chilischoten sein?

Ja eh, aber die Biologen teilen die Früchte bissel anders ein als Marktstandler..

...Gärtner und Köche...

Ich bin jetzt hochinformiert...

es funktioniert bei folgenden Schmerzen:

Bauchweh, Magendrücken, Sonnenbrand, Halsweh, Ohrenschmerzen, Zahnweh, Gelenksschmerzen, Herzschmerz und Liebeskummer, Nagelbettentzündung, Tennisarm, Schulterluxationen, Hexenschuss, Bandscheibenentzündungen, Speiseröhreneiterung, Lungenembolien, Ohrensausen, Nasenbluten, Gerschtl, Herpes Labialis, Bindehautaustrocknung, Hornhautrisse und noch einiges mehr.

Ich liebe solche Artikel.

das stimmt so nicht. ich war selbst einige zeit nach einer gehirntumor-op auf der schmerzambulanz in behandlung. da gab es einige patienten mit fürchterlichen schmerzen bei denen nix geholfen hat oder die behandlung zu viele nebenwirkung hatte. diese chilli pflaster (auch dort im versuchsstadium) haben dort vielen leute geholfen. bei meiner art der schmerzen damals war es nicht indiziert.

peripheren neuropathischen Schmerzen

Dann bitte erklären Sie einem Laien, was darunter zu verstehen ist.

utarefson PS zu unten:

Der Test der oben im Artikel beschrieben ist, der ist für mich logisch.Es gibt auch Leute wo der Schaden schon ganz am äußersten Ende der Schmerzregistrierung an den Rezeptoren in der Haut zu suchen ist. Die Autoren beschreiben ja Leute die schon ansonsten harmlose Berührungen "unnötigerweise" als Schmerz empfinden.Das Problem ist also in der Peripherie zu finden.
Capsaicin setzt in dem Fall die Rezeptoren "außer Betrieb". Bei Leuten wo der Schaden weiter "zentral" zu suchen ist wirkt es eben nicht oder schlechter(Letzteres weil solche Schmerzzustände auch öfter eine Kombination verschiedener Gründe sind und selten an EINEM Problem festzumachen sind.
Bei Schmerz nach Tumor-OP wie bei unserem Vorposter, da kann es nicht wirken.
MfG

utarefson Antwort Teil 2 ->Das wesentliche bei Phantomschmerz ist dass die ursprüngliche Wunde schon längst verheilt ist.Andere Ursachen aber zB Schaden in der Nerven-Funktion das kann durch Stoffwechselkrankheiten geschehen wie Zuckerkrankheit..

.. oder Folge von zB Herpesviren sein,die nisten sich in den Nerven nämlich ein und können dann als Spätfolge zB blitzartig "grundlos" einschießende Schmerzen machen die fürchterlich quälen können auch wenn der Zoster schon längst weg ist - scheinbar.Das oben alles sind die häufigsten Gründe.
Aber auch das Gehirn kann fehlfunktionieren und Schmerz interpretieren der eigentlich "nicht da ist"
Gibts also keinen unmittelbaren Zusammenhang mit einer Schädigung sondern eine "Nervenleitungsstörung" oder eine Fehlinterpretation des Gehirns, dann haben Sie "neuropathischen Schmerz".Die "Schmerzcharakteristik ist auch anders als zB "Bauchweh" oder der zitierte "Schnitt in den Finger". Sehr schwierig zu behandeln,Ursache oft unklar.
oK?

Darf ichs versuchen? Hier Teil 1 oben Teil 2

Grundsätzlich ist Schmerz eine Warnfunktion unseres Körpers die uns vor Schaden schützt oder eingetretenen schaden "meldet". Die Empfindung "das tut weh" entsteht allerdings im Gehirn als "Verarbeitungsleistung", ebenso die Empfindung "WO es weh tut", da das Gehirn üblicherweise erkennt aus welcher Körperregion die "Meldung" stammt (zB Messerschnitt in den Finger).
Es gibt aber auch Schmerzen (d h Meldungen die das Gehirn als Schmerz in einer bestimmten Körperregion interpretiert),die NICHT mit einer aktuellen Schädigung oder Gefähr verbunden sind.
Grob gesagt ist da die Telefonleitung zum Gehirn beschädigt.Kann zB durch eine Amputation passieren (Phantomschmerz: da habens zB einen Wadenkrampf in einer Wade die nicht mehr da ist) -> Teil 2

Sehr gute Beschreibung!

Diese Zummenhänge sind mir bekannt und vertraut!
Aber sie werden mit rechtgeben, dass in diesem Artikel die zu behandelnden Schmerzen nur peripher gestreift werden und eine diesbezügliche etwas nährere Beschreibung bzw. Erläuterung nicht gegeben wurde.
Der Artikel wurde aber als Sensation in der Schmerzbekämpfung aufgebaut.

Hallo utarefson!
Ja das seh ich auch so. Ein wenig besser hätten die schon recherchieren sollen und damit dann besser erklären.
Leider ist es dann oft so dass Patienten mit falschen Vorstellungen in der Schmerzambulanz sitzen und es extrem schwierig ist denen zB zu erklären dass "das jetzt für sie nix ist".
Ich interpretiere jetzt mal, Sie kennen solche Situationen auch.
MfG

Ich bin bei Ihnen!

Und die halbaufgeklärten Leute, die Schmerzen leiden und auf glückhafte Besserung hoffen und die Angst vor Chemie und Pharnma haben, eilen dann in die Apotheke und erhoffen ein Wunder vom ABC Pflaster und die durchgerknackten Demiintellektuellen Bioten wollen dann Capsicunm c 30 Globuli. Wenn Helix tosta (geröstete Winbergschnecke) Globuli im Spritzwasser den Garten schneckenfrei halten, warum sollte Capscum nicht wirken?

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