Maja Haderlap mit Ehrendoktorwürde ausgezeichnet

31. Oktober 2012, 14:15

Die Autorin bedankte sich bei Rede an der Uni Klagenfurt auf Slowenisch und Deutsch

Klagenfurt - Der Kärntner Autorin Maja Haderlap, Bachmannpreisträgerin und Angehörige der slowenischen Volksgruppe, ist am Mittwoch an der Universität Klagenfurt die Ehrendoktorwürde verliehen worden. Der Universitätssenat hatte sich zur Ehrung Haderlaps in Würdigung ihres Wirkens gegen Vorurteile, gegen politische Einflussnahme und gegen das Vergessen entschlossen. Die Autorin bedankte sich für die Verleihung der Auszeichnung auf Slowenisch und Deutsch.

Haderlap sagte, sie fühle sich auch ohne Dienstvertrag als Angehörige der Universität Klagenfurt. "Ohne die Universität als geistigen Ort hätte ich es in Klagenfurt am Wörthersee schwer ausgehalten." In ihrer Rede erinnerte sich Haderlap an ihre Studentenzeit in Wien, an die dortige Universität, die sie durch einen Seiteneingang betreten und sich gleich ebenso gefühlt habe. Sie beleuchtete ihren Werdegang, ihre Heimat Kärnten als "politisch eher vergiftetes Land" und die Rolle von Schriftstellern zwischen öffentlich-medialer Präsenz und der für die Öffentlichkeit unsichtbaren, eigentlichen Arbeit am literarischen Text.

Bundespräsident Heinz Fischer würdigte die Literatin: "Ich bin stolz und froh und glücklich, dass eine Persönlichkeit mit dieser Biografie und mit diesen Erfahrungen, aber auch mit diesen intellektuellen und schriftstellerischen Fähigkeiten, die Kraft und den Mut gehabt hat und weiter hat, sich mit den Problemen, die sich im Unterbewusstsein abspielen, wirklich auseinanderzusetzen." Haderlap habe Position bezogen und Zeichen gesetzt. (APA, 31.10.2012)

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6 Postings
Dem Handke sollte man auch ein Blech umhängen!

Dem alten Griesgram!
Gell ja!

handke ist meines wissens nach schon dreifacher doctor honoris causa; klagenfurt hat ihn 2002 mit dieser würde ausgezeichnet. der nobelpreis, der würde ihm gebühren! sein »immer noch sturm« ist absolut großartige literatur.

haderlap in ehren, aber dieses salbadernde getue um ihr kärntner-slowenin-sein nervt schön langsam. sie war jahrelang dramaturgin am klagenfurter stadttheater und sie ist die ehefrau eines universitätsprofessors, der als das »geisteswissenschaftliche gewissen kärntens« gilt. also: eigentlich das beste klima, das sich frau literatin nur wünschen kann!

Ja, Sie haben das gut getroffen!

Haderlap hat das "schlechte" Gewissen in eine Form gegossen, die quasi nicht mehr angreifbar ist.
Aber die Slowenenvereine haben und werden, wenn es opportun ist, immer wieder gequält aufschreien. Und liegt wie Mehltau auf dem Land nebst der F-Politik!

»engel des vergessens«

mag zwar inhaltlich sakrosankt sein, hat aber doch deutliche formale schwächen und ist mir ehrlich gesagt in zu vielen passagen einfach zu »gedichtet«, zu metaphorisch überfrachtet, wiewohl ich die lyrikerin haderlap durchaus schätze.

handkes prosa ist schlicht und ergreifend — vollendet.

Leider kann ich Ihnen, Handke betreffend, nicht folgen!

Handkes Prosa ist immer mehr ins Unbegreifliche, Abstrakte, und damit auch nicht mehr Angreifbare, abgewandert.
Und er ist auch ein politischer Schriftsteller mit vielen Irrtümern, der er unter seinem Altersstarrsinn begräbt!
Siehe sein letztes Interview im Kulturmontag im ORF2.

vielleicht wird so die Verehrung, die viele für Frau Haderlap empfinden, sichtbar gemacht

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